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Warum sich der niedrige Ölpreis negativ auf die Märkte auswirkt

Nachdem im Januar dieses Jahres die Atomprogramm-Sanktionen gegen Iran aufgehoben wurden, hatte der Staat es offenbar eilig, wieder in die Topliga der Öllieferanten aufzusteigen. Iran überschwemmt seitdem den Markt mit seinem gebunkerten Rohöl – und verschärft damit das derzeitige Überangebot an Rohöl noch weiter.

Schon bevor Iran wieder in den Markt drängte, produzierte das Ölkartell eine Million Barrell pro Tag mehr als nachgefragt wurde. Seit Mitte 2014 ist der Ölpreis deshalb um 70 Prozent eingebrochen. Im Februar 2016 erreichte er mit dem Markteingang des iranischen Öls, den tiefsten Stand seit 12 Jahren. Zur Freude Verbraucher, die den Sprit so günstig bekommen wie schon lange nicht mehr. Aber auch zur Freude der Wirtschaft?

Ein niedriger Ölpreis gilt vielen Experten als astreines Konjunkturprogramm, denn Verbrauchern und Unternehmen bleibt mehr Geld in der Tasche, das in Investitionen und Konsum fließen kann. Dadurch erhält die Wirtschaft einen Wachstumsimpuls, der die Preise befeuert. Doch genau dieser Effekt ist ausgeblieben, schlimmer noch: Die Kurse scheinen dem fallenden Ölpreis nach unten zu folgen. Die Börsenweisheit, dass billiges Öl immer gut sei, scheint am Ende. Aber warum?


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Investoren fürchten die Pleitewelle

Markus Steinbeis, Leiter Portfoliomanagement der Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen gibt in der Süddeutschen Zeitung eine plausible Erklärung. Der angebotsinduzierte Preiseinbruch bringt die betroffenen Unternehmen unter Druck:

Die großen Ölförderer machen weniger Profit und kürzen ihre Investitionen, was in der Folge den gesamten Öl-Dienstleistungssektor belastet. Ein derartig drastischer Preiseinbruch lässt befürchten, dass der Branche eine Pleitewelle bevorsteht. Diese aber bliebe nicht auf den Ölsektor begrenzt, sondern würde auch die Banken empfindlich treffen.

Vor allem die Fracking-Industrie der USA wird zu einem großen Teil über Kredite finanziert. Experten befürchten, dass ein signifikanter Teil dieser Kredite platzen könnte, wenn die Talfahrt des Ölpreises länger anhält.

Der niedrige Ölpreis bringt also nicht nur die Aktien der Ölförderer unter Druck, sondern auch Bankaktien. Dadurch entstehen ein insgesamt riskantes Marktumfeld und eine allgemeine Unsicherheit an den Börsen.

Ölpreiserholung bleibt oberflächlich

Der schlimmste Tiefpunkt ist jedoch zunächst überwunden. Zuletzt erholte sich der Ölpreis spürbar, als bekannt wurde, dass das Fracking in den USA rückläufig ist. Der Ölindustrie-Dienstleister Hughes Baker hatte bekannt gegeben, dass die Zahl der Bohrlöcher auf 439 gefallen sei – der niedrigste Stand seit 2010 und nur halb so viel wie vor einem Jahr. Die Zahlen implizieren im Jahresdurchschnitt einen Rückgang der Förderung um 445.000 Barrell am Tag, was langfristig eine Entspannung andeutet.

Diese Nachricht sorgte, neben einem politischen Eingreifen Russlands, zuletzt für eine dezente Erholung der Kurse. Auf eine schnelle Rückkehr zum alten Preisniveau darf man allerdings kaum hoffen. Denn das Fracking-Öl der USA ist im Vergleich zum Fördervolumen der OPEC nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Das Angebot an Rohöl übersteigt die derzeitige Nachfrage der Weltwirtschaft, auch ohne die USA, bei weitem. Aufgrund der bewussten Dumpingpreispolitik Saudi-Arabiens und der schwächelnden Nachfrage Chinas ist ein Ende dieser angespannten Gemengelage derzeit kaum abzusehen.

9. März 2016

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Markus Müller
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.