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Warum Sie Ihre Geldanlagen auf Ihre Lebensphase abstimmen sollten

Spätestens seit der im Zusammenhang mit der Rentenreform geführten Diskussion um die Lage unseres Sozialsystems dürfte vielen bewusst geworden sein, wie sehr sich die Perspektiven bei der Frage nach dem optimalen Aufbau des eigenen Vermögens inzwischen gewandelt haben.

Während es früher vielen Anlegern vor allem darum ging, sich durch eine kluge Anlagepolitik auf möglichst einfache Weise schnell einen gewissen Reichtum zu verschaffen, geht es heute für die meisten eher ums „Eingemachte“.

Denn die Kernfrage ist für viele Menschen heute die, ob und wie es ihnen überhaupt noch gelingt, durch eine geschickte Anlagestrategie und die bewusste Gestaltung des eigenen Vermögensaufbaus sich den aktuellen Lebensstandard und eine finanzielle Unabhängigkeit im Alter zu sichern.

Klar ist, dass vor allem die jüngere Generation sich auf die Einkünfte aus der gesetzlichen Altersversorgung nicht mehr verlassen kann und selbst dafür sorgen muss, die daraus entstehenden Lücken zu schließen.

Und je früher sie damit beginnt, umso besser wird ihr dies auch gelingen. Doch auch für die Älteren unter Ihnen ist eine optimale, den persönlichen Verhältnissen angepasste Vermögensplanung inzwischen beinahe zu einer Lebensfrage geworden.

Auf einen Blick: Ihre Ziele und Verpflichtungen in den verschiedenen Lebensphasen

In einem Leben kommen verschiedene Faktoren, Ziele und Verpflichtungen zusammen, die sich auch bei der Altersvorsorge ausschlagen.

  • Wie lange zahlen Sie ein?
  • Entscheiden Sie sich für eine Lehre oder ein Studium?
  • Kaufen Sie sich ein Auto?
  • Wie hoch ist ihr erstes Arbeitseinkommen?
  • Wollen Sie sich selbstständig machen?
  • Wollen Sie eine Familie gründen?
  • Wollen Sie eine Immobilie kaufen?
  • Gründen Sie eine Zweitfamilie oder zahlen Sie Unterszahlungen an ihre frühere Partner?

Die Übersicht zeigt, was Ihnen – je nach der Lebensphase, in der Sie sich augenblicklich befinden – im Normalfall noch an finanziellen Aufgaben/Zielen abverlangt werden dürfte. Auch in fortgeschrittenem Alter gilt es daher, dafür rechtzeitig finanziell Vorsorge zu treffen.

Neben diesen ganz an Ihren persönlichen Vorstellungen festgemachten Gesichtspunkten gibt es aber auch objektive Bedingungen, unter denen sich die eine oder andere dieser 3 Grundorientierungen in bestimmten Lebenssituationen als mehr oder weniger erfolgreich erweist..

Zwei Praxisfälle für die Altersvorsorge

Praxisfall 1: Eine 61jährige, die sich als ausgesprochen sicherheitsorientierte Anlegerin beschrieb, berichtete, dass sie vor einigen Jahren für gut 200.000 Euro eine Wohnimmobilie in den neuen Bundesländern erstanden hätte.

Sie werden im nächsten Jahr in Rente gehen und verfüge dann nur über ein geringes monatliches Einkommen von um 800 Euro. Die Erträge aus der Immobilie wolle sie daher nach dem Auslaufen der hohen Sonderabschreibungen zur Aufbesserung ihrer Rente verwenden.

Bei näherem Hinsehen stellte sich dann heraus, dass die Leserin sich durch diese Investition Zusatzeinkünfte aus der Miete von monatlich lediglich 600 Euro verschaffen konnte. Davon musste sie aber noch 200 Euro für aufgenommene Hypotheken abtragen.

Sie hatte außer Acht gelassen, dass sich teuer eingekaufte vermietete Neubauimmobilien mit kaum mehr als 3 bis 4% rentieren und dass erst auf lange Sicht und zumeist nur unter Einbeziehung des steuerfreien Wertzuwachses beim Wiederverkauf von einem ansehnlichen Ertrag ausgegangen werden kann.

Da sich die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten in ihrer Einkommensklasse und mit Blick auf ihr bevorstehendes Rentnerinnendasein so gut wie gar nicht mehr auswirken, hatte die Leserin beim Erwerb der Immobilie mit Sicherheit eine falsche Anlageentscheidung getroffen.

Die passte weder in die Lebensphase, in der sich die Frau vor gut 10 Jahren befunden hatte, noch entsprach sie ihrer übrigen finanziellen Situation.

Eine alternative Anlage ihres Kapitals im Rahmen von Zinsanlagen, eines Fondssparplans oder einer privaten Rentenversicherung hätte ihr zeitlebens ein um wenigstens 50 bis 100% höheres Zusatzeinkommen beschert.

Praxisfall 2: Ein früherer Unternehmer rief mich auf Empfehlung von Heinz Gerlach, dem früheren Herausgeber des „gerlachreports“, vor einiger Zeit an und bat um meine Hilfe bei der Aufklärung eines ihm völlig skandalös erscheinenden Sachverhalts.

Er hatte im Alter von 60 Jahren sein Unternehmen verkauft und die daraus gewonnenen 5 Mio. Euro einem Vermögensberater in der Schweiz anvertraut. Dieser sollte das Geld hoch rentierlich in Devisentermingeschäften anlegen, die über eine Schweizer Großbank mit Niederlassung in New York abgewickelt wurden.

Zunächst liefen die Geschäfte gut. Im vergangenen Jahr sei dann aber innerhalb von 14 Tagen bis auf 500.000 Euro alles Geld verloren gegangen. Da müsse doch einfach etwas faul sein.

Ich habe dem Mann nach entsprechender Prüfung der Abrechnungen dann klarzumachen versucht, dass ein von ihm beabsichtigter Prozess gegen den Berater oder die Bank nach meiner Einschätzung der Lage kaum Erfolg haben würde.

Der Mann hatte sich offensichtlich für eine Anlageform entschieden, die nach Art und Umfang der Geschäfte einer vernünftigen Anlagestrategie und seinem Lebensalter in keiner Weise entsprach.

Hätte er auf weniger rentierliche, dafür aber sicherere Anlagealternativen gesetzt, wäre ihm sein Kapital nicht nur erhalten geblieben, sondern er hätte sich damit auch regelmäßige Einkünfte verschafft, von denen andere Anleger nur träumen.

Auch wenn der letzte Fall Ihnen sehr extrem vorkommen mag, obwohl er nur die Spitze des Eisbergs darstellt, den ich in meiner nun über viele Jahre hinweg durchgeführten Anlageberatung immer wieder erlebe, machen beide Fälle eines recht deutlich:

Für eine optimale Geldanlage sollten Sie neben Ihren individuellen Prioritäten auch die Ihrem Lebensalter normalerweise entsprechenden Bedürfnisse und Notwendigkeiten erkennen und in richtige Anlageentscheidungen umsetzen.

17. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.