MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Was Anleger aus den Folgen der Hypothekenkrise lernen können

Eine einheitliche Definition zum Begriff Hypothekenkrise zu finden, ist eher schwierig. Denn meist finden sich dabei Beschreibungen einer fatalen Krise, bei der ein Problem das andere nach sich zog.

Globale Wertvernichtung

Je nach Sichtweise dominieren verschiedene Begriffe: Subprimekrise (anderer Begriff für Hypothekenkrise), Immobilienkrise, Finanzkrise oder Konjunkturkrise bis hin zur Wirtschafts- und Schuldenkrise. Daran zeigt sich die Tragweite der Hypothekenkrise. Sie war vor wenigen Jahren Auslöser eines Desasters, bei dem weltweit Wertpapiere im Wert von rund 4 Bio. US-$ vernichtet wurden.

Insofern könnte die Definition schlicht lauten: Auslöser einer der größten Tragödien der Finanzgeschichte. Die Hypothekenkrise ist Sinnbild dafür, wie ein poröser Stein, sobald er bricht, ein ganzes Haus – den Finanzmarkt – zum Einstürzen bringen kann.

Hypothekenkrise – Rückblick und Ablauf

Die Hypothekenkrise begann 2007 mit Bonitätsproblemen, also mangelnden Kreditsicherheiten, bei Immobilienkrediten in den USA. Darlehen wurden leichtfertig im Vertrauen auf steigende Immobilienpreise ausgegeben, obwohl die Blase längst präsent war. Massenhaft wurden faulen Kredite, in Spekulationsgeschäfte verpackt, international vermarktet und herumgereicht.

Als sie eine Bank nach der anderen ins Wanken brachten, war die Verwunderung groß, warum selbst angesehene Geldhäuser derartige Risiken eingegangen waren. Die Rating-Agenturen spielten dabei eine unrühmliche Rolle.

Die Pleite von Lehman-Brothers markierte den Anfang. Als weltweit Kunden ihre Gelder abzogen, wurden Banken vorübergehend geschlossen. Reihenweise mussten Banken gerettet werden. Da sie sich untereinander kein Geld mehr liehen, kam der Interbankenmarkt zum Erliegen und die Zinsen sprangen in die Höhe.

Über die Krisenkaskade zum Niedrigzins

Die Notenbanken mussten einspringen. Sie fluteten die Märkte mit Geld und senkten die Zinsen – zum einen, um die Banken am Leben zu halten, zum anderen, um die Wirtschaft zu stützen. Derweil brachen die Aktienmärkte ein. Stichwort: Kreditkrise, Finanzkrise. Dabei offenbarten sich dann die Schuldenprobleme einiger Euro-Staaten, bekannt als Eurokrise.

Die anhaltend niedrigen Zinsen wiederum halten bis heute an und machen Geldsparanlagen oder sichere Bundesanleihen zum Minusgeschäft. Dafür wurden mangels Anlagealternativen die Aktienmärkte belebt – allerdings dank künstlich niedriger Zinsen. Sobald die wieder steigen, dürften die Kurse erst einmal nachgeben.

Dieses Risiko sollte nicht außer Acht gelassen werden. Solange alles läuft, werden Risiken gerne verdrängt. Auch vor der Hypothekenkrise suchten Anleger weltweit nach Rendite für ihre Ersparnisse, es schien ja zu laufen. Dabei unterschätzten sie aber die mit den Krediten verbundenen Risiken.

Risiken kalkulieren, Depot absichern

Rückblickend zeigt sich, dass bei Geldanlagen nicht nur eine möglichst breite Streuung Risiken vermindert. Anleger müssen sich zudem unbedingt über die Folgen möglicher Insolvenzen im Klaren sein. Der Beleg sind die zahlreichen Pleiteopfer unter den Anlegern betroffener Zertifikate. Meist waren sie erst gar nicht über die Risiken aufgeklärt worden. Lehman-Zertifikate wurden sogar noch bis kurz vor dem Kollaps der Bank verkauft.

Wer den Aspekt Insolvenzschutz berücksichtigt und sein Depot diversifiziert zusammenstellt, fährt besser. Zudem können auch weniger versierte Anleger gezielt mit Short-Produkten ihr Depot gegen Verluste absichern. Geben Aktien etwa um 20% nach, werden 20% gutgeschrieben.

 

Nachrechnen beim Häuserkauf

Die wohl wichtigste Lehre aus der Hypothekenkrise heißt: Risiken nicht unterschätzen! Dies betrifft übrigens auch Immobilienkäufer. Die Krise hat vor Augen geführt, wie fatal es sein kann, bei der Berechnung der Rendite für die Finanzierung allzu großzügig zu rechnen. Die Gefahr ist, dass bei sinkenden Preisen Kapitalbedienung und Sicherheiten nicht mehr stimmen.

7. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.