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Was bedeutet die Herabstufung eines Landes?

AAA oder CCC – solche Buchstabenkombinationen sind derzeit in aller Munde.

Mit diesen sogenannten Ratingcodes bewerten Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen sowie von Staaten.

Zwar handelt es sich bei den Ratingagenturen um private und gewinnorientierte Unternehmen, doch ihre Bewertungen können großen Einfluss auf die Finanzlage eines ganzen Staates haben.

Ein Blick auf die Arbeitsweise der Ratingagenturen sowie auf die Bedeutung der Ratingcodes – auch Ratings genannt – verrät, welche Folgen eine Herabstufung für ein Land haben kann.

Welche Ratings gibt es und wie werden sie ermittelt?

Drei große Ratingagenturen beherrschen den Markt: Fitch, Standard & Poor’s und Moody’s. Ihre Aufgabe ist es, die Bonität von Unternehmen und Staaten zu prüfen und zu bewerten.

Die Bewertungen werden in Ratingcodes angegeben, die zwischen den einzelnen Agenturen leicht variieren. Aaa bzw. AAA ist jedoch stets die Bestnote.

Die Ratingagenturen halten engen Kontakt zu den jeweiligen Unternehmen und Staaten. Sie prüfen die Bücher und öffentlich zugängliche Informationen. Regelmäßig werden die Ratings überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Ein Geheimnis bleibt jedoch, auf welche Weise genau das jeweilige Rating ermittelt wird. Über die genauen Verfahrensweisen schweigen sich die Unternehmen aus.

An dieser Stelle setzt auch die Kritik an, die an den Ratingagenturen geübt wird: Es sei zu undurchsichtig, inwieweit die Entscheidungen auf harten Fakten oder lediglich auf Einschätzungen und Meinungen beruhen, heißt es vielfach.

Doch unabhängig von dem Weg, der zu einer Entscheidung führt, bedeutet eine Herabstufung eines Unternehmens oder Landes vor allem finanzielle Einbußen.

Mehr zum Thema: Börsen ABC: Ratings – Fakten und Hintergründe

Was sind die Folgen einer Herabstufung?

Für die ausgegebenen Bewertungen interessieren sich vor allem Investoren, die auf diese Weise die Bonität ihrer Schuldner einordnen können.

Verfügt ein Schuldner über ein AAA-Rating, bedeutet dies, dass es sich um einen Schuldner mit höchster Bonität handelt. Ein Ausfallrisiko ist auch längerfristig nicht zu erwarten. Einem Land mit einem solchen Rating gelingt es in der Regel problemlos, an neue Kredite mit sehr niedrigen Zinsen zu kommen.

Je schlechter nun das Rating wird, desto unsicherer wird eine Geldanlage für Investoren, da die Ausfallwahrscheinlichkeit steigt.

Um das Risiko eines Kreditausfalls auszugleichen, wird bei Ländern mit schlechtem Rating also häufig der Zinssatz für neue Kredite stark erhöht.

Es lässt sich jedoch nicht ermitteln, um wie viele Prozentpunkte Kredite teurer werden, wenn ein Land herabgestuft wird. Dazu hängt der Handel an Kapitalmärkten von zu vielen weiteren Faktoren ab.

Herabstufungen können sich zum Teufelskreis entwickeln

Staaten, deren Rating herabgestuft wurde, finden sich in einer misslichen Lage wieder.

Da der Staat sich nun zu höheren Zinssätzen Geld leihen muss, wächst die Staatsverschuldung stärker als zuvor an.

Dies kann dann zu einer weiteren Verschlechterung des Staatshaushaltes führen, was wiederum eine weitere Herabstufung nach sich ziehen kann. Dies zeigt, welche weitreichenden Folgen eine Herabstufung für ein Land haben kann. Damit ist auch klar, welch große Verantwortung bei den Ratingagenturen liegt.

14. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.