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Leitzinserhöhung: Die Auswirkungen für die Bürger

Leitzinsen sind das Instrument von Zentralbanken, um den Geld- und Kapitalmarkt zu steuern. Mit dem Leitzins legt die Zentralbank fest, zu welchen Raten sich Kreditinstitute Geld leihen können.

Die Privatbanken geben den höheren Zins dann in der Regel an ihre Kunden weiter.

Der Leitzins ist damit die Orientierungsgröße für die Entwicklung der Kreditbedingungen.

Warum erhöhen Zentralbanken die Leitzinsen?

Zentralbanken benutzen Erhöhungen des Leitzinses, um stabileres Geld zu gewährleisten.

Wenn eine Zentralbank den Leitzins erhöht, so bedeutet das, dass es teurer wird sich Geld zu leihen.

Dadurch werden sich weniger Privatbanken Geld leihen und das Geld wird knapper. Kurz gesagt, die Währung stabilisiert sich.

Wenn also eine geringe Inflation gewünscht ist, dann erhöhen Banken den Leitzins um zu verhindern, dass die Währung abgewertet wird.

Mehr dazu: Leitzinssatz: Definition eines Geldinstruments

Wie wirkt sich eine Leitzinserhöhung  auf die Kunden einer Bank aus?

Bei einer Leitzinserhöhung wird die Rate, sich Geld zu leihen, teurer. Die Banken geben diese Kosten an ihre Kunden weiter.

Je nachdem, ob man Geld auf der Bank hat oder sich Geld geliehen hat, wirkt sich die Erhöhung unterschiedlich aus.

Was bedeutet eine Leitzinserhöhung für Sparer und Schuldner?

Da durch die Leitzinserhöhung Geld wertvoller wird, steigt die Zinsrate von Anlegern. Wenn Sie Geld auf der Bank haben, werden Sie mehr wiederbekommen.

Schuldner müssen nach einer Leitzinserhöhung höhere Kreditraten zahlen. Für die Banken ist es teurer sich Geld von der Zentralbank zu leihen also geben sie diese Kosten weiter, wenn sie Geld verleihen.

Kurz gesagt: Wer sich Geld geliehen hat, muss mehr zurück zahlen.

Wann macht sich eine Leitzinserhöhung für Sie bemerkbar?

In der Regel geben Privatbanken Leitzinserhöhungen kurzfristig auf Dispokredite weiter.

Langfristig spielt die Inflationserwartung ebenfalls eine Rolle, weswegen bei längerfristigen Kapitalanlagen wie Baugeld die Zinserhöhung erst später weitergegeben wird.

Insofern sind kurzfristige Kredite stärker von einer Erhöhung des Leitzinses betroffen als langfristige.

Leitzinserhöhung in Europa – das Beispiel der EZB

Zu Zeiten der D-Mark wurde der Leitzins noch von der Deutschen Bundesbank festgelegt und hieß Diskontsatz.

Seit 1999 liegt die Kompetenz für Zinserhöhungen im Euroraum einzig bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Ihr Ziel ist es, die Inflation gering zu halten, aber auch wirtschaftspolitische Maßnahmen zu unterstützen und damit zu Beschäftigung in der Eurozone beizutragen.

Ist das Geld billiger, können kurzfristig mehr Investitionen getätigt werden. Aus diesem Grund senkt auch die EZB die Leitzinsen in Zeiten von Rezessionen und erhöht den Leitzins, wenn es wieder besser läuft.

Die Zinspolitik der EZB orientiert sich an der Kennzahl, die Inflation unter 2  % zu halten. Aus diesem Grund fallen die Maßnahmen der EZB auch in Krisenzeiten zurückhaltend aus.

Im Europäischen Währungsraum ist eine unabhängige gemeinsame Zentralbank notwendig, damit kein Staat in die Versuchung gerät durch niedrige Leitzinsen die gemeinsame Währung zu belasten, um Vorteile für die nationale Wirtschaft zu erzielen.

1. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.