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Was die Bank als Entschädigung wirklich von Ihnen verlangen darf

Wenn Sie vorzeitig aus einem Darlehensvertrag aussteigen, kann die Bank Schadenersatz von Ihnen verlangen.

Es sind im wesentlichen zwei Schadensursachen, für die Ihrer Bank ein Anspruch aus Ihrem Darlehen als Vorfälligkeitsentschädigung zusteht.

Zinsverschlechterungsschaden

Ein solcher Schaden entsteht der Bank dann, wenn sie die von Ihnen vorzeitig zurückgezahlten Gelder zum Zeitpunkt der Rückzahlung und für die Dauer der eigentlich noch vereinbart gewesenen Restlaufzeit nur zu einem schlechteren Zinssatz wieder anlegen oder ausleihen kann.

Aufgrund der derzeitigen Zinssituation kann die Bank den vorzeitig zurückgezahlten Betrag aber nicht mehr zu 9%, sondern nur noch zu 6% wieder als Hypothekendarlehen ausleihen oder zu maximal 5% in festverzinslichen Wertpapieren anlegen.

Damit entsteht ihr 5 Jahre lang ein Schaden aus der Differenz der zugrunde gelegten Wiederanlage oder Wiederausleihezinsen und dem zuvor vereinbarten Darlehenszinssatz.

Zieht die Bank zur Berechnung der entgangenen Gewinne die Höhe der Hypothekenzinsen heran, ist dies für Sie vorteilhafter, da diese höher sind als die Zinsen am Kapitalmarkt. Im angenommenen Fall liegt die Differenz je nach zugrunde gelegter Anlageart zwischen 3 und 4%.

Zinsmargenschaden

Hinzu kommt ein Schaden, der sich aus der sogenannten Zinsmarge der Bank ergibt.

Das ist der entgangene Gewinn aus der Differenz zwischen den von der Bank an ihre Kunden ausgeliehenen Geldern und den Kosten für die Refinanzierung – grob gesagt also der Unterschied zwischen den insgesamt erhaltenen Zinsen für ausgeliehene und denen für bei der Bank einliegende Gelder.


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Diese Marge ist von Bank zu Bank unterschiedlich und häufig ein gut gehütetes Geheimnis. Sie läßt sich aber auch aus den Statistiken der Bundesbank entnehmen. Den Zinsmargenschaden würde Ihnen Ihre Bank berechnen, wenn sie das Darlehen zum gleichen Zinssatz wieder ausleihe

Wie Ihre Bank jetzt rechnen muß

In früheren Fällen hatten die Banken häufig willkürlich irgendeinen Vergleichszins als Wiederanlagezins angenommen.

Obwohl die Darlehensrestlaufzeit beispielsweise noch 5 Jahre betrug, hatten sie einfach eine Wiederanlage am Geldmarkt in kurzfristigen Finanzierungsschätzen des Bundes unterstellt, die deutlich schlechter rentierten als die in diesem Fall heranzuziehenden 5-Jährigen Bundespapiere.

In den seltensten Fällen wurde der Wiederausleihezinssatz für Hypothekenzinsen zugrunde gelegt.

Wie Sie aus der folgenden Übersicht entnehmen, resultieren aus diesem willkürlichen Verfahren sehr unterschiedliche Ergebnisse. Daher konnte die Höhe der von Ihnen zu zahlenden Vorfälligkeitsentschädigung je nach zugrunde gelegtem Berechnungsverfahren im Extremfall um bis zu 100% differieren.

Eine Berechnung nach der Aktiv/AktivMethode kommt Ihnen am meisten entgegen

Eine solche Willkür müssen Sie sich jetzt nicht mehr bieten lassen. Der Vergleichszins muß sich vielmehr an der Laufzeit und an den optimalen Anlagemöglichkeiten für sichere Zinstitel orientieren.

Die Banken sind aber nicht verpflichtet, statt dieser sogenannten Aktiv/PassivMethode die Aktiv/AktivMethode zu wählen, bei der die möglichen Ausleihezinsen für Hypothekendarlehen mit entsprechender Restlaufzeit der Berechnung zugrunde gelegt werden.

In diesem Punkt war der BGH nicht so konsequent, wie dies eigentlich von der Sache her möglich gewesen wäre und vom „Geldanlage Berater“ bereits früher als einzig angemessene Berechnungsgrundlage gefordert worden ist.

Es ist nicht einzusehen, warum den Kreditinstituten in dieser Frage ein Wahlrecht eingeräumt werden muß.

Tipp: Versuchen Sie, bei Ihrer Bank eine Berechnung nach der für Sie vorteilhafteren Aktiv/AktivMethode durchzusetzen. Seien Sie sich aber bewußt, daß Sie dies strenggenommen nicht verlangen können.

Wenn Sie beispielsweise vor Ort ein Konkurrenzinstitut ausfindig machen können, das diese kundenfreundliche Methode anwendet, haben Sie gegenüber Ihrer Hausbank ein gutes Argument mehr.

So ermitteln Sie den Barwert der von Ihnen zu zahlenden Vorfälligkeitsentschädigung

Willkürlich war die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung in der Vergangenheit auch deswegen, weil die Banken ihren Vorteil aus dem vorzeitigen Zufluss der „entgangenen“ Zinsen häufig unberücksichtigt gelassen haben.

Die Bank erhält die Vorfälligkeitszinsen von Ihnen ja zum Zeitpunkt der vorzeitigen Ablösung. Im Darlehensfalle wären der Bank diese Beträge aber – je nach der vereinbarten Zahlungsweise – in monatlichen oder vierteljährlichen Raten zugeflossen.

Deshalb ist es nur verständlich, wenn der BGH jetzt eine Berechnung nach der Barwertmethode vorschreibt.

Das bedeutet: Der ermittelte Vorfälligkeitsbetrag muß daher auf den Zeitpunkt des Ablösetermins mit Hilfe entsprechender Berechnungsfaktoren abgezinst werden. Die Vorfälligkeitsentschädigung ermitteln Sie überschlägig nach folgender Formel:

Restkapital  x Zinsverschlechterungsschaden in % x Restlaufzeit in Jahren x Abzinsungsfaktor = Vorfälligkeitsentschädigung.

6. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.