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Was in Spanien lebende Rentner ab 2015 beachten sollten

Wer seinen Lebensmittelpunkt im Rentenalter nach Andalusien, Mallorca oder Teneriffa verlegt, möchte vor allem dem deutschen Wetter entfliehen. Zumindest dem deutschen Fiskus jedoch kann er ab 2015 nicht mehr völlig aus dem Wege gehen. Denn ab dem 01.01.15 gelten neue Regelungen, die es zu beachten gilt.

Bislang war es so: Deutsche Rentner mussten ihre deutsche Rente im Wohnsitzstaat Spanien versteuern. Sie galten und gelten als sogenannte Residente.

Und diese Residencia müssen all jene beantragen, die sich mehr als 183 Tage pro Jahr in Spanien aufhalten. In Spanien sind Residente voll steuerpflichtig und müssen die gleiche Steuer zahlen wie die spanischen Bürger.

Hiervon ausgenommen sind die Bezieher einer deutschen Beamtenpension. Nach dem aktuellen Doppelbesteuerungsabkommen sind Beamtenpensionen im Heimatland zu versteuern. Dagegen sind private Renten und Betriebsrenten im Wohnsitzstaat steuerpflichtig.

Was ändert sich für deutsche Rentner ab 2015

Seit 2013 wird zwischen Deutschland und Spanien ein neues Doppelbesteuerungsabkommen angewandt. Nach dieser Vereinbarung erhalten die deutschen Finanzbehörden ein begrenztes Besteuerungsrecht auf deutsche Renten. Menschen im Altersruhestand, die ab 2015 erstmals eine Rente erhalten, müssen diese in Deutschland mit 5 % versteuern.

2030 wird es nochmals teurer. Denn ab dann erhöht sich die Steuer auf die Rente auf 10 %. Gleiches gilt auch für Riester-, und Rürup- und Betriebsrenten, die in Deutschland über einen Zeitraum von mehr als 12 Jahren staatlich gefördert worden sind. Andere Renten sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Wichtig aber ist: In Spanien lebende deutsche Rentner müssen ab 2015 zusätzlich in Deutschland eine weitere Steuererklärung abgeben. Allerdings wird die in Deutschland entrichtete Steuer auf die möglicherweise in Spanien anfallende Steuerschuld angerechnet.

Wer sich keine Sorgen machen muss

Für Rentner, die ihren Altersruhestand vor dem 01.01.15 angetreten haben, ändert sich nichts. Auch in Zukunft müssen diese ihre Rente lediglich in Spanien versteuern. Sie müssen in Deutschland auch keine weitere Steuererklärung abgeben. Diese Information ist wichtig für die, die von ihrem Finanzamt eine entsprechende Aufforderung erhalten.

Zwischen Deutschland und Spanien werden ab Januar 2015 automatische Kontrollmitteilungen versendet. Diese beinhalten Informationen über gezahlte Sozialversicherungsrenten.

Ebenfalls werden Unterlagen über Riester-, und Rürup– und Betriebsrenten ausgetauscht, die über eine Spanne von 12 Jahren und mehr in Deutschland staatlich gefördert worden sind. Auf diese Weise kann der jeweilige Staat die Versteuerung der Renten besser und auch gerechter kontrollieren.

Damit in Spanien lebende deutsche Rentner ihre Ruhestandsbezüge sorglos genießen können, sollten sie sich mit den neuen staatlichen Vereinbarungen vertraut machen. Grundsätzlich gilt: Wer seine deutsche Rente im Ausland bezieht, sollte aufmerksam und sorgfältig die steuerlichen Konsequenzen im In- und Ausland beachten.

1. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.