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Briefkurs einer Aktie – Was er bedeutet und wozu er da ist

Bei der Preisfindung einer Aktie oder eines Wertpapiers an der Börse treffen Käufer und Verkäufer aufeinander. Ziel ist es, dass möglichst viele „Papiere“ den Besitzer wechseln können. Dabei spielt natürlich der jeweilige Preis und das Volumen eine entscheidende Rolle.

Um einen Gleichgewichtspreis zu finden, d.h. einen Preis, zu dem sich Käufer und Verkäufer „treffen“, geben alle Interessenten –also Käufer und Verkäufer- Preise und Mengen an, zu denen sie bereit sind zu handeln.

Der gehandelte Börsenpreis gleicht Kauf- und Verkaufwünsche aus

Der Briefkurs stellt in diesem Zusammenhang den Preis dar, zu dem ein Aktienbesitzer bereit ist, seine Aktie(n) mindestens zu verkaufen. Der Börsenmakler (oder heute meist das automatische Handelssystem einer Börse) sammelt alle Verkaufwünsche und listet diese in der Reihenfolge der Preise mit den entsprechenden Stückzahlen auf.

Der Briefkurs einer Aktie – ein Tiefpreis

Da ein Aktienbesitzer seine Papiere natürlich zu einem möglichst hohen Wert verkaufen will, ist der Briefkurs nur der Tiefstpreis, zu dem er bereit ist zu verkaufen.

Sein Motto lautet: Ich möchte so viel Geld wie möglich für meine Aktie bekommen, aber unter dem Wert „X“ (dem Limit) werde ich sie nicht anbieten.

Je nach Marktlage kann es aber auch sein, dass er trotzdem einen höheren Preis erhält.

In der Realität können auch gleichzeitig mehrere Verkäufer die gleichen Briefpreise stellen. Zudem können Orders jederzeit wieder zurückgezogen werden, solange sie noch nicht ausgeführt sind. Somit ist ein Orderbuch, in dem alle aktuellen Kauf- und Verkaufwünsche mit Volumina und Preisen gesammelt werden, ständig in Bewegung.

Der Geldkurs steht dem Briefkurs gegenüber

Das Pendant zum Briefkurs ist der Geldkurs.

Dies ist der Preis oder Kurs, zu dem ein anderer Teilnehmer bereit ist, eine Aktie, eine Devise oder ein anderes Finanzprodukt zu kaufen.

Aus Sicht des Käufers ist der Geldkurs der Höchstpreis, den er für das entsprechende Wertpapier zu zahlen bereit ist. Alle diese Kaufaufträge werden ebenso wie oben beschrieben gesammelt.


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Ein konkretes Beispiel für ein Orderbuch

So treffen an der Börse die Angebote der Verkäufer und Käufer organisiert aufeinander. Im einfachen Beispiel sieht das so aus:

Kaufaufträge;                                               Verkaufaufträge:

495 Stück billigst                              851 Stück bestens

30 Stück für 99,00 €                        150 Stück für 99,10 €

825 Stück für 99,50 €                      240 Stück für 99,75 €

508 Stück für 99,80 €                     725 Stück für 100,00 €

812 Stück für 100,00 €                     356 Stück für 100,30 €

409 Stück für 100,20 €                    164 Stück für 100,60 €

250 Stück für 100,25 €                     350 Stück für 101,00 €

Nun vergleicht der Makler:

Zum Kurs von 101 wollen alle Verkäufer insgesamt 2.836 Aktien verkaufen, diesen stehen aber nur Käufer (billigst) mit 495 Stück entgegen. Senkt man den Kurs ab, wollen immer mehr kaufen, aber weniger verkaufen.

Zum Kurs von 99 wollen alle Käufer insgesamt 3.329 Stück kaufen, dem stehen aber nur Verkäufer (bestens) mit 851 Aktien gegenüber. Hebt man den Kurs an, wollen immer mehr verkaufen, aber immer weniger verkaufen.

So erstellt der Börsenmakler oder ein Rechner aus den jeweils Brief- und Geldkursen den Kurs, zu dem aktuell die meisten Kauf- und Verkaufgebote abgewickelt werden können. Im Beispiel sind dies 1.966 Stück bei einem Kurs von 100 Euro. Das ist dann der aktuelle Kurs, zu dem alle entsprechenden Aufträge abgerechnet werden.

Hier werden alle Kaufaufträge limitiert zu 100 und höher zu diesem Preis abgewickelt. Zusätzlich auch alle nicht limitierten „billigst“ Kaufaufträge. Gleichzeitig werden alle Verkaufaufträge mit 100 und darunter bedient, und ebenfalls alle unlimitierten „bestens“ Verkaufaufträge.Sie können sehen: einige Teilnehmer am Handel werden besser bedient, als sie limitiert haben.

Die Börse handelt Brief- und Geldkurse

Das Beispiel macht verständlich, worum es geht: In Wirklichkeit ist das Ganze noch etwas komplizierter. Denn im elektronischen Börsenalter sind Volumina und Preise ständig in Bewegung. Neue Preise können in Sekundenschnelle gefunden werden. Zumindest gilt das für umsatzstarke Aktien, die beispielweise im Dax 30 gehandelt werden.

Im Normalfall liegt der Briefkurs nämlich über dem Geldkurs, das heißt: Der Verkäufer will in der Regel mehr Geld als der potentielle Käufer bereit ist zu geben. Gäbe es nur zwei Personen aktuell am Markt, was bei sehr umsatzschwachen Aktien der Fall sein kann, käme also kein Geschäft zustande. Das zeigt wie wichtig es ist, bei Wertpapieren mit nur geringen Umsätzen auf jeden Fall nur limitierte Orders abzugeben. Sonst riskieren Sie, einen sehr schlechten Preis zu erhalten.

Der Börsenkurs

Weil es aber nicht nur jeweils einen Verkäufer und Käufer am Markt gibt, sondern mehrere, gibt es auch unterschiedliche Brief- und Geldkurse.

Und das ist der Kurs, bei dem, wie im Beispiel gesehen, die meisten Transaktionen stattfinden – bei gebotenen Geld- und Briefkursen, also Kauf- und Verkaufsordern.

Die Börse ist also der Marktplatz, der organisiert, dass Briefkurse und Geldkurse zueinander finden – und so Handel zwischen mehr als 2 Menschen stattfinden kann.

15. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.