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Was ist eigentlich der Libor?

Auch die großen Banken hocken nicht einfach nur auf ihrem Geld.

Stattdessen finden permanente Bewegungen statt. Gerne leiht auch mal die eine Bank der anderen Bank eine größere Summe.

Im Zusammenhang mit solchen Geschäften, die zwischen unterschiedlichen Geldinstituten stattfinden, spielt der Libor eine entscheidende Rolle.

Doch was ist eigentlich der Libor? Wir erklären Ihnen, worum es dabei geht.

Libor – was bedeutet das?

Die Abkürzung Libor steht für London Interbank Offered Rate, was einfach darin begründet liegt, dass diese Angabe aus London stammt und auch dort berechnet wird.

Dies geschieht übrigens täglich und wird an jedem Arbeitstag um 11:00 Uhr nach Londoner Zeit fixiert und zwar bereits seit 1986.

Beim Libor handelt es sich um einen internationalen Referenzzinssatz für Inter-Banken-Geschäfte.

Er wird zu diesem Zweck aus den Zinssätzen einiger ausgewählter Londoner Banken errechnet.

Diese sogenannten „Panel-Banks“ gehören allesamt der großen British Bankers’ Association an und sind auf dem internationalen Finanzmarkt tätig.

Sie werden nach strikten Kriterien ausgewählt und nur dann zugelassen, wenn sie über ein bestimmtes Marktvolumen verfügen.

Besonders die Sparte des Devisenhandels ist ausschlaggebend für eine Qualifikation als Panel-Bank.

Je nach Währung werden die Zinssätze von acht, zwölf oder sechzehn Referenzinstituten miteinbezogen, wobei allerdings immer nur die mittleren 50 Prozent der Zinssätze bei der Berechnung Berücksichtigung finden.

So wird der Libor berechnet

Die Zinssätze, welche die Banken momentan am Markt zahlen, um Geld von anderen Instituten zu leihen, dienen als Rechengrundlage für den Libor.

Da sich nicht alle Banken jeden Tag Kapital leihen, beruhen diese Angaben zumeist nicht auf realen Transaktionen, sondern auf theoretischen Angeboten.

Darum wird der Libor oftmals auch als ’Angebotszinssatz’ bezeichnet.

Heutzutage umfasst der Libor mehrere Referenzzinssätze, die sich nach Währungen und Laufzeiten unterscheiden.

Für insgesamt zehn verschiedene Währungen wird der Libor täglich angegeben, dies sind:

Australischer Dollar, kanadischer Dollar, schweizer Franken, dänische Krone, Euro, Pfund Sterling, Yen, Neuseeland-Dollar, schwedische Krone und US-Dollar.

Der EURO-Libor hat allerdings eine recht geringe Bedeutung, weil es für den europäischen Raum eine eigene Referenz, den sogenannten Euribor, gibt.

Die verschiedenen Laufzeiten unterteilen sich mittlerweile in fünfzehn Abstufungen und reichen von ’sehr kurzfristigen’ bis hin zu einjährigen Angaben.

Der Einfluss des Libor

Im internationalen Bankenhandel hat der Libor einen starken Einfluss, denn er dient als Grundlage für zahlreiche Finanzprodukte wie zum Beispiel Futures und Optionen und wird oft als Basiszinssatz angesehen.

Manche Zentralbanken, darunter unter anderem die Schweizerische Nationalbank, lenken ihre Geldpolitik sogar anhand eines dreimonatigen Libor-Zwischenziels.

Aber auch für die Zinssätze privater Sparkonten und Kredite sowie private Investment kann eine Veränderung des Libors einigen Einfluss ausüben.

11. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.