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Deflation oder Inflation: Was gefährlicher ist

Eine Inflation ist für die meisten Deutschen ein Schreckgespenst mit dem man hier zu Lande nur das Schlimmste verbindet.

Viele Menschen haben dabei noch die Bilder aus den 20er-Jahren vor Augen, als man für ein Laib Brot einen Kinderwagen voller Geld benötigte.

Mit der Deflation dagegen verbinden die Deutschen allenfalls noch fallende Preise. Welche Folgen fallende Preise für eine Volkswirtschaft haben, wissen allerdings nur die Wenigsten.

Es stellt sich daher die Frage: Was ist gefährlicher die Deflation oder Inflation?

Deflation ist Gift für den Wirtschaftskreislauf

Bei einer Deflation fallen die Preise für Waren und Dienstleistungen.

Für Unternehmen und Privatpersonen ist es daher lukrativer, Investitionen und Anschaffungen zu verschieben bis die Preise weiter gefallen sind.

Der Konsumverzicht ist das Ergebnis der allgemeinen Erwartung, dass die Preise weiter fallen werden. Durch den Nachfragerückgang gehen die Umsätze und Gewinne der Unternehmen zurück.

Die Unternehmen reagieren auf die mangelnde Auslastung ihrer Kapazitäten mit Entlassungen. Durch die höhere Arbeitslosigkeit sinkt der Konsum weiter und die Preise fallen noch stärker.

Geldpolitik kann nur begrenzt gegensteuern

Eine Deflation ist ungemein gefährlich, da ein Teufelskreis entsteht, der nur sehr schwer wieder überwunden werden kann.

Die Zentralbank kann den Leitzins senken, um die Nachfrage nach Krediten zu stimulieren. Allerdings kann sie den Leitzins maximal auf 0% absenken, danach sind ihr die Hände gebunden.

Natürlich kann die Zentralbank auch durch den Ankauf Staatsanleihen die Liquidität im Markt erhöhen.

Die Maßnahmen erzielen allerdings nur den gewünschten Effekt, wenn die Banken das Volumen ihrer Kreditvergabe erhöhen.

In einer Deflation ist das Ausfallrisiko der Kreditnehmer sehr hoch, daher werden viele Banken das Kreditrisiko scheuen und das Geld lieber horten.

Inflation schafft Investitionsanreize

In einer Inflation steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen kontinuierlich an. Anders als bei der Deflation entsteht der Anreiz, das Geld lieber heute als morgen auszugeben.

Bei einer Inflation kommt es zu einer schleichenden Entwertung des Geldes. In diesem Umfeld lohnt sich das Sparen nicht.

Unternehmen und Privatpersonen suchen viel mehr nach Investitionsobjekten, die eine höhere Rendite erbringen als die Inflationsrate.

Durch diesen Renditedruck erhält die Volkswirtschaft ausreichend Investitionen, um sich zu entwickeln und zu wachsen.

Das kommt sowohl den Unternehmen als auch den Beschäftigten zugute.

Inflation ist über den Leitzins steuerbar

Um eine Überhitzung beim Wachstum zu vermeiden und den Sparer vor einem zu großen Wertverlustes seines Vermögens zu schützen, kann die Zentralbank den Leitzins anheben.

Anders als bei der Deflation sind ihr dabei nach oben keine Grenzen gesetzt.

Wenn ein Leitzins von 5% nicht ausreicht, um mehr Menschen zum Sparen zu bewegen, kann er einfach noch weiter angehoben werden.

Deflation ist gefährlicher als Inflation

Eine Inflation lässt sich mit geldpolitischen Mitteln deutlich besser bekämpfen als eine Deflation.

Bei einer Deflation besteht das Risiko, dass selbst eine Nullzinspolitik nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Es spricht daher einiges für die These, dass eine Deflation gefährlicher ist als eine Inflation.

Auch kann man eine einmal entstandene Deflation nur überwinden, wenn die Marktteilnehmer nicht mehr mit weiter fallenden Preisen rechnen.

Dieser Prozess dauert häufig mehrere Jahre bis er erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Die Angst vor einer Inflation sorgt dagegen für einen Investitionsboom.

Aus diesen Gründen ist eine Deflation gefährlicher als eine Inflation.

30. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.