Was ist nur beim Silber los?

Die beiden vergangenen Wochen waren echt heftig –ob bei Aktien oder Rohstoffen. Große Kurssprünge waren an der Tagesordnung. Insgesamt hat die Volatilität deutlich zugelegt.

In Sachen Volatilität gehört Silber ohne Zweifel zu den bekanntesten Rohstoffen. Das hat die Entwicklung in den vergangenen Jahre immer wieder gezeigt: Preissprünge von mehr als 100% in weniger als 12 Monaten gab es gleich mehrfach.

Wer bei Silber auf der richtigen Seite stand, konnte in kurzer Zeit ein Vermögen verdienen. Wer jedoch falsch positioniert war, hat auch sehr schnell sein letztes Hemd verloren. Aber derzeit stellt sich die Lage beim Silber ganz anders da. 

Das Metall verharrt schon in einer wirklich engen Spanne zwischen 38 und knapp 40 Dollar pro Feinunze. Gold hingegen ist der Ausbruch auf über 1.700 Dollar locker geglückt und nun ist das nächste Ziel mit 1.800 Dollar schon in greifbarer Nähe. 


Oft genug war es in der Vergangenheit so, dass Silber parallel zum Gold gestiegen ist – oft sogar stärker. Doch dieses Mal blieb diese Entwicklung aus. Wieso genau jetzt? 

Um das zu erklären ist es wichtig allgemein zu schauen, was den Silberpreis in den beiden vergangenen Jahren tatsächlich angetrieben hat. Das war die extrem starke Investmentnachfrage aus dem Mittleren Osten und Asien.

Auch bei uns in Europa und den USA ist Silber als Investment regelrecht in Mode gekommen. Diese starke Investmentnachfrage hat Schwächen bei der industriellen Nachfrage beim Silber mehr als aufgefangen. 

Denn diese industrielle Nutzung von Silber ist auch ein wichtiger Faktor – anders als beim Gold, das nun nur als Krisenwährung und Absicherung in stürmischen Zeiten angesehen wird. Durch die wieder schwächeren Aussichten für die weltweite Konjunkturentwicklung hätte es eigentlich während der Turbulenzen zuletzt zu einem sinkenden Silberpreis kommen müssen. 

Doch so wie es aussieht, haben sich die positiven Effekte durch den steigenden Goldpreis und die eher negativen Aussichten auf der konjunkturellen Seite wohl die Waage gehalten. Das erstaunliche Ergebnis: Der Silberpreis hat sich in den beiden vergangenen Wochen kaum bewegt. 

Gold-Silber-Rate wieder attraktiv 

Da Gold jedoch deutlich zugelegt hat, ist auch die für die Bewertung wichtige Gold-Silber-Rate wieder auf ein Niveau von 40:1 gestiegen. Diese Rate besagt, dass man 40 Unzen Silber benötigt, um eine Unze Gold zu kaufen. Während der Übertreibung im Silbermarkt im April, war der Wert auf 31:1 gesunken. 

Bedenken Sie: In den vergangenen zehn Jahren betrug der Spitzenwert zwei Mal mehr als hier 80:1. Und in der anderen Richtung halten viele Experten eine Gold-Silber-Rate von 16:1 für möglich.

Diese Rate hat es in vergangenen Boomphasen bei den Edelmetallen auch gegeben – zuletzt 1980. Ausgehend vom heutigen Niveau ergäbe sich daraus ein Silberpreis von 111 Dollar.

Das ist schon sehr optimistisch. Aber klar ist auch: Gelingt dem Silberpreis in der nächsten Zeit der nachhaltige Sprung über die 40-Dollar-Marke, dann kann es mit weiteren Zuwächsen sehr schnell gehen.

 
 
Bildquelle: Pictures4you - Fotolia

Autor:

Heiko Böhmer

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