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Was ist Stagflation?

Der Begriff Stagflation setzt sich zusammen aus den Worten Stagnation und Inflation.

Es handelt sich hierbei um einen volkswirtschaftlichen Begriff, der den Zustand eines Landes beziehungsweise eines Währungsraumes beschreibt.

Die Merkmale der Stagflation

Stagnation bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Wirtschaftswachstum stark zurückgeht oder komplett ausbleibt. Dies geht in aller Regel mit einer steigenden Arbeitslosenzahl einher.

Der Begriff Inflation beschreibt den anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Güter und Dienstleistungen werden immer teurer.

Es ist eher ungewöhnlich, dass beide Phänomene zusammen eintreten.

In der Regel bewirkt eine Inflation, dass Konsumenten das verfügbare Geld schnell investieren, bevor es weiter an Wert verliert.

Von diesen Investitionen profitiert die Wirtschaft, kann höhere Gewinne erzielen, die Umsätze steigern und im Gesamten wachsen.

Mögliche Gründe für eine Stagflation

Der Begriff Stagflation wird häufig im Zusammenhang mit der Ölkrise von 1973 verwendet. Seine Entstehung geht auf diese Zeit zurück.

So kann ein stark ansteigender Energiepreis ein Auslöser sein. Wenn zum Beispiel ein Ölförderland die Preise stark erhöht, die Förderung reduziert oder die Nachfrage auf dem Weltmarkt stark ansteigt, kommt es zu sogenannten Preisschocks.

Hierbei versuchen die Produzenten, die höheren Energiepreise und damit die gestiegenen Produktionskosten an die Verbraucher weiterzugeben, indem sie die Preise erhöhen.

Die Verbraucher reagieren auf die gestiegenen Preise mit einer verringerten Nachfrage. So kann zwar die Summe des investierten Geldes gleichbleiben, doch es werden weniger Stückzahlen abgesetzt.

Wegen der verringerten Nachfrage wird in den Unternehmen die Produktion zurückgefahren. Es werden Kapazitäten frei und infolgedessen kommt es zu Entlassungen.

Durch die steigenden Arbeitslosenzahlen sinkt nun die Kaufkraft der betroffenen Volkswirtschaft. Dies hat weitere negative Auswirkungen auf die Absatzmengen der Unternehmen zur Folge.

Damit treten nun beide Ereignisse zeitgleich auf: Wegen der Preiserhöhungen kommt es zur Inflation. Gleichzeitig kommt es wegen der Verringerung der Produktion zur Stagnation.

Welcher Weg führt aus dieser Krise?

Einer Stagflation zu begegnen ist sehr schwierig, da die möglichen Maßnahmen auch negative Folgen haben können, die die Situation noch verschlimmern können.

So kann der Staat beispielsweise versuchen, die Stagnation in der Wirtschaft durch Steuersenkungen zu beenden. Hierbei soll die verfügbare Geldmenge und damit die Nachfrage erhöht werden.

Allerdings hat eine Erhöhung der Geldmenge in der Regel zur Folge, dass die Inflation zusätzlich gefördert wird und die Preise weiter steigen.

Mit einer zurückhaltenden Finanzpolitik kann hingegen zwar die Inflation bekämpft werden. Voraussichtlich wäre jedoch eine weiter abnehmende Nachfrage die Folge, was der Wirtschaft weitere Schwierigkeiten bereiten würde.

Die klassischen Instrumente der staatlichen Konjunkturpolitik können hier also nur bedingt greifen, da sie gegensätzlich sind.

Entweder entscheidet man sich für eine Bekämpfung der Inflation oder für Maßnahmen zur Erhöhung der Nachfrage.

15. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.