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Insolvenz: Das sind die Auswirkungen auf Versicherte

Der zweite große Stresstest nach der Finanzkrise offenbart, dass etwa rund 10% der europäischen Versicherer in einer erneuten Krisensituation in Probleme geraten würden. Als Krisensituation wurden dabei ein starker Zinsrückgang von rund 125 Basispunkten (1,25%), ein Rückgang der Aktienkurse von rund 15% oder ein Preisverfall bei Gewerbeimmobilien von 25% gelten. Also Annahmen, die bei einem erneuten Aufflammen der Finanzkrise realistisch sind.

10% der Versicherer brauchen mehr Eigenkapital

Rund 13 Unternehmen von 129 untersuchten Versicherern würden ein solches Szenario nicht unbeschadet überstehen. Wie schon beim vorangegangenen Banken-Stresstest liegt die größte Schwachstelle der gefährdeten Unternehmen in einer relativ schwachen Eigenkapitalausstattung.

Diese sei so gering, dass nicht einmal die von der EU-Kommission verabschiedeten Solvency-II-Rahmenrichtlinien, welche ab 2013 umgesetzt werden sollen, erfüllt würden.


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Ähnlich wie bei den in der Bankbranche gültigen Basel-Vorschriften steht bei den Solvency-Richtlinien die Überlegung einer verbesserten Eigenmittelausstattung sowie eines adäquaten Risikomanagementsystems im Vordergrund. Insgesamt liegt die Deckungslücke der untersuchten Unternehmen bei rund 4,4 Mrd. €.

Wie der Vorsitzende von Eiopa (Europäische Aufsichtsbehörde) mitteilte, zeigt es sich dennoch, dass die meisten europäischen Versicherer insgesamt sehr robust dastehen. Das größte Risiko bestehe bei einer negativen Entwicklung der Renditekurven und der Anleihemärkte. Aber auch eine Zunahme von Naturkatastrophen könnte ernsthafte Folgen nach sich ziehen.

Auch wenn die Ergebnisse eine relativ robuste Versicherungsbranche offenbaren, so ist die Gefahr von Insolvenzen bei Versicherungen nicht von der Hand zu weisen. Es können gar nicht alle Faktoren in einer solchen Szenarioanalyse berücksichtigt werden. Was passiert eigentlich mit meiner privaten Versicherung, falls mein Versicherer Insolvenz anmeldet?

Was passiert mit meiner Lebensversicherung im Insolvenzfall?

Zwar werden die Versicherer laufend von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) kontrolliert, eine Insolvenz ist jedoch nicht vollständig auszuschließen. Deutsche Versicherungsnehmer können aber beruhigt sein.

Denn seit Ende 2004 gibt es besonders für den Bereich der Lebens- und Krankenversicherungen gesetzliche Sicherungsfonds. Hierfür wurde die Protektor Lebensversicherungs-AG als Auffanggesellschaft gegründet.

Diese setzt die rechtliche Vorgabe zur Errichtung eines Sicherungsfonds um und garantiert somit den Schutz der Ansprüche von Versicherungsnehmern. Finanziert wird dieser in erster Linie über Mitgliedsbeiträge (also Beiträge der Versicherungsunternehmen).

Im Schadensfall würden die Altverträge auf den Sicherungsfonds übertragen und in der Regel auch zu den vereinbarten Konditionen fortgeführt. Dabei werden alle Leistungen für die Altersvorsorge und den Risikoschutz garantiert. Die von den deutschen Versicherungen versprochenen Leistungen bleiben also auch im Fall einer Insolvenz weiterhin bestehen.

Versicherer anderer EU-Mitgliedstaaten haben ähnliche Systeme implementiert, um etwaigen Schaden vom Versicherungsnehmer abzuwenden. Diese unterliegen jedoch den Aufsichtsbehörden des jeweiligen Herkunftslandes.

6. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.