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Was sagt die Put-Call-Ratio aus und wie wird sie berechnet?

Die Berechnung der Put-Call-Ratio (Optionsrate) ist denkbar einfach. Es spiegelt das Verhältnis zwischen gehandelten Put-Optionen (Verkaufsoptionen) zu Call-Optionen (Kaufoptionen) wider.

Für die Berechnung der Ratio müssen die gehandelten Calls somit nur durch die gehandelten Puts geteilt werden. Daneben lässt sich das PCR aber nicht nur durch das Volumen (Anzahl der Puts/Calls) berechnen, sondern auch nach der Geldmenge.

Wertpapierexperten halten die Berechnung nach der Geldmenge allerdings für aussagekräftiger, da hierbei zur Geltung kommt, wie viel Geld tatsächlich investiert wird.

Put-Call-Ratio misst die Stimmung der Marktteilnehmer

Das PCR-Verhältnis erlaubt einen Rückschluss auf die vorherrschende Stimmung im Markt für oder gegen ein bestimmtes Wertpapier oder einen Index.

Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse setzen, kaufen überwiegend Puts, während sich optimistische Marktakteure in Erwartung auf steigende Kurse auf Calls stürzen. Nur in seltenen Fällen ist die Put-Call-Ratio 1:1 und damit ausgeglichen. Meist überwiegt eine Seite.


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Kauft die Mehrheit der Marktteilnehmer Puts, ergibt sich ein Wert von größer als Eins, was auf eine negative Marktstimmung schließen lässt.

Umgekehrt gilt: Entscheidet sich die Mehrheit der Marktakteure für Calls, ergibt sich ein PCR von unter Eins. Marktbeobachter sprechen dann von einem positiven Börsensentiment, indem die Akteure weiter steigende Kurse erwarten.

Put-Call-Ratio als Kontraindikator

In der Praxis sind bei einer hohen Put-Call-Ratio (PCR) – also wenn die Anzahl der Puts überwiegen – oft steigende Kurse zu beobachten, wodurch viele Experten das PCR als Kontraindikator sehen.

Die Verlässlichkeit der PCR als Kontraindikator ist umstritten. Der Grund: Viele Marktteilnehmer nutzen Optionen als Absicherung für Aktien- oder Währungskäufe, daraus sind nicht unbedingt Markttrends ableitbar.

An der führenden Optionsscheinbörse in den USA, der Chicago Board Options (CBOE) wird das PCR halbstündlich berechnet, indem die Anzahl der gehandelten Optionen (Puts/Calls) gegenüber gestellt wird.

In Deutschland ist das PCR auf den Webseiten der Frankfurter Börse und der Stuttgarter Börse einzusehen.

Langfristige Betrachtung der Put-Call-Ratio

Betrachtet man für einen längerfristigen Zeitraum (1995 bis 2005) den S&P 500 und glättet die PCR-Tageswerte zu einem langfristigen Durchschnittswert (200-Tages-Durchschnitt), so stellt man fest, dass sich Ende August 2000 das PCR wochenlang im sehr optimistischen Bereich von 0,4 bis 0,6 bewegt hat.

Kurze Zeit später folgte der große Einbruch.

Mitte März 2003 markierte das 200-Tage-Durchschnitts-PCR zwischen 0,80 und 0,85 ein Hoch, was gleichzeitig die Wende im Bärenmarkt bedeutete. In den folgenden Jahren stiegen die Kurse wieder.

Insgesamt gilt jedoch: Die Put-Call-Ratio (PCR) ist kein sicherer und verlässlicher Indikator und sollte von Anlegern nicht einzeln zur Stimmungseinschätzung herangezogen.

Eher sollte sie mit weiteren Indikatoren kombiniert betrachtet werden, um ein Gesamtbild der aktuellen Marktlage zu erhalten.

Mehr zum Thema: Eurex Put Call Ratio – was das Verhältnis aussagt

12. April 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.