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Was sind die Nachteile der Riesterrente?

Altersvorsorge beschäftigt viele Menschen in Deutschland. 2014 haben sich bereits 15 Millionen dafür entschieden, sich nicht alleine auf die staatliche Absicherung zu verlassen und eine Riesterrente abgeschlossen.

So erhalten sie staatliche Zuwendungen oder Steuervergünstigung als Bonus. Doch Sparer sollten vorsichtig sein. Die Riesterrente kann auch Nachteile haben.

Volle Besteuerung

Ein bedeutender Nachteil der Riesterrente ist die Versteuerung bei der Auszahlung. Denn alle erhaltenen Zuschüsse, werden nachgelagert noch versteuert.

So wirken die staatlichen Zuschüsse zunächst hoch, tatsächlich fällt der Vorteil aber geringer aus, als man annimmt.

Vorteile der Riesterrente werden nicht vererbt

Sparer entscheiden sich für die Riesterrente, da sie so zu ihren Einzahlungen noch staatliche Zuwendungen erhalten. Im Falle eines Todes gilt dies aber nur für den Sparer selber und seine Ehefrau.

Andere Erben müssen die staatlichen Zuschüsse wieder zurückzahlen. Der Sparer hat die Möglichkeit, im Rahmen der Riesterrente zusätzlich eine Hinterbliebenenversicherung abzuschließen. Das kostet aber mehr.

Komplette Auszahlung nicht möglich

Sparern der Riesterrente ist es nicht möglich, sich ihre komplette Versicherung auszahlen zu lassen. Lediglich 30 Prozent des von ihnen eingezahlten Betrages können sie sich zu Rentenbeginn auszahlen lassen. Den Rest erhalten sie in Raten.

Problematisch ist dies für Menschen, die bereits wissen, dass sie nur noch eine geringe Lebenserwartung haben, oder für Menschen die das Geld im Alter gerne auf einen Schlag verwenden würden.

Auch eine Kündigung der Versicherung ist keine Option, denn dann verlangt der Staat alle Zuschüsse und Steuervorteile wieder zurück. Man hat also keine Möglichkeit vor dem 60. Lebensjahr an seine Beträge zu gelangen, ohne große Verluste in Kauf zu nehmen.

Für Geringverdiener lohnt sich die Riesterrente nicht

Das Phänomen der Altersarmut ist in den Medien bekannt. Häufig reicht die Rente alleine nicht zum Leben, weswegen der Staat mit der Grundsicherung aushilft.

Diese orientiert sich an den Regelsätzen zur Grundsicherung wie sie im Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) verankert sind. So wird garantiert, dass jeder Rentner mindestens etwas Geld zur Verfügung hat. Miete und Heizung werden separat übernommen, aber niemals an den Rentner ausgezahlt.

Wenn nun die staatliche Rente und die Riesterrente zusammen unter diesen Regelsätzen bleiben, werden sie automatisch vom Staat aufgestockt.

Insofern hat ihm die private Versicherung keine Vorteile gebracht. Dies gilt natürlich nur für Personen mit vergleichsweise geringem Einkommen.

Keine Förderung im Ausland (nicht EU)

Solle man seinen Lebensabend außerhalb der EU planen, hat man durch die Riesterrente Nachteile. Denn dann verlangt der Staat die komplette Riesterförderung wieder zurück.

Das Land, in dem man sich befindet, kann darüber hinaus noch Steuern für die Rente erheben. Sollte man seinen Wohnsitz vor der Rente im Ausland haben, so erhält man keine Steuervorteile durch die Riesterrente. Die staatlichen Zuschüsse allerdings trotzdem.

17. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.