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Was sind Hebelzertifikate und welche Risiken gibt es beim Handeln?

Hebelzertifikate sind rein rechtlich gesehen erst einmal Wertpapiere bzw. Schuldverschreibungen und unterliegen daher nicht dem Einlagensicherungsfonds.

Geht der Emittent Pleite, ist das Geld weg.

Hebelzertifikate sind seit 2001 auf den Markt und zählen zu den so genannten strukturierten Finanzprodukten. Sie dienen als Investment in einem Basiswert unter Einbeziehung eines Wertpapierkredits.

Durch das Hebelzertifikat partizipiert der Anleger bei Kursschwankungen stärker an den Bewegungen der Kapitalmärkte als der zu Grunde liegende Basiswert. Als Basiswerte dienen dabei Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffe.

Hebelzertifikate sind der Oberbegriff für verschiedene Zertifikate wie zum Beispiel Bonuszertifikate, Discountzertifikate, Indexzertifikate, Turbo-Zertifikate (Turbos), Waves, Mini-Future, LSF-Zertifikat und mehr.

Der Hebel gibt an, in welchem Verhältnis das Zertifikat die Kursbewegung des Basiswertes nachvollzieht. Der Wert eines Hebelzertifikats errechnet sich aus dem  Kurs des Basiswertes und einem festgelegten Strike-Kurs für das Zertifikat.

Insgesamt gibt es sowohl Hebelzertifikate mit begrenzter Laufzeit als auch Endlospapiere. Der Anleger kann dabei auf steigende (Bull-, Long-Zertifikate oder Wave-Calls) als auch auf fallende Kurse (Bear-, Short-Zertifikate oder Wave-Puts) setzen.

Funktionsweise eines Hebelzertifikats

Die Funktionsweise eines Hebelzertifikats lässt sich am besten durch ein Rechenbeispiel erklären:


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Steht der DAX zum Beispiel bei 6700 Punkten (Aktueller Kurs des Basiswertes), würde ein Hebelzertifikat mit einem Strike-Niveau von 6000 Punkten etwa 700 Euro kosten (bei einem Bezugsverhältnis von 1:1).

In der Regel liegt das Bezugsverhältnis bei Hebelprodukten auf Indizes bei 1:100 (0,01). Somit bezieht sich 1 Hebelzertifikat auf ein Hundertstel des Index. Anders ausgedrückt, es werden 100 Hebelzertifikate benötigt um den kompletten Index abzubilden.

Auf unser Beispiel bezogen bedeutet dies, dass der oben berechnete Wert noch durch

100 geteilt werden muss. Als Wert für das Hebelzertifikat erhält man somit 7 € (700€/100).

Bei einem Aufgeld (Abgeld bei Short-Position) von zehn Euro, ergibt sich ein Preis für das Hebelzertifikat von 7,10 Euro:

((Aktueller Kurs des Basiswertes + Aufgeld)) – Strike) x Bezugsverhältnis: (6700 + 10) – 6000) x 0,01 = 7,10.

Würde der DAX um weitere 300 Punkte auf 7000 Punkte steigen, würde der Wert des Hebelzertifikats auf 10,10 Euro steigen:

((7000 + 10) – 6000) x 0,01 Euro = 10,10 Euro.

Der DAX wäre in diesem Beispiel lediglich um etwa 4,5 Prozent gestiegen, während der Wert des Hebelzertifikats um rund 42 Prozent zugelegt hätte. Die höhere Rendite ergibt sich durch den Hebel, der wie folgt berechnet wird: (Aktueller Kurs des Basiswertes ÷ Preis des Zertifikats) x Bezugsverhältnis. Im Rechenbeispiel betrug der Hebel 9,44.

Fällt der DAX dagegen unter das Strike-Niveau (in diesem Fall 6000 Punkte), wird das Zertifikat wertlos und das eingesetzte Kapital inklusive Aufgeld sind verloren.

Insgesamt ist bei DAX-Zertifikaten ein Hebel von bis zu 200 möglich. Ein Kursplus von 5 Prozent beim Basiswert hätte bei einem maximalen Hebel ein Kursplus von 1000 Prozent beim Zertifikat zufolge.

Wo werden Hebelzertifikate gehandelt und was ist zu beachten?

Hebelzertifikate können wie alle anderen Zertifikate über die Börse gehandelt werden. Zudem kann der Anleger Hebelzertifikate direkt beim Emittenten (meist eine Bank) kaufen.

Der Handel von Hebelzertifikaten sollte über den führenden Handelsplatz für Zertifikate, wie etwa der EUWAX in Stuttgart abgewickelt werden.

Einige Hebelzertifikate sind zudem mit einer so genannten Knock-out-Barriere (K.O-Schwelle) ausgestattet. Erreicht das Zertifikat diese Schwelle, verfällt es wertlos.

Daneben bauen Hebelzertifikate ihr Aufgeld binnen der Laufzeit konstant ab.

Hebelzertifikate verlieren daher bei einer Seitwärtsbewegung des Basiswertes geringfügig an Wert.

Hebelzertifikate unterliegen einer höheren Risikoklasse, so dass der Anleger im Besitz einer Börsentermingeschäftsfähigkeit sein muss.

17. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.