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Was tun bei Kontopfändung?

Grundsätzlich können Gläubiger das Lohneinkommen einschließlich Sparguthaben und vermögenswirksamer Leistungen bis zur Höhe der Forderung pfänden.

Dies ist durch einen gerichtlichen Beschluss (Pfändungs- und Überweisungsbeschluss) möglich.

Was ist zu tun, wenn das eigene Konto gepfändet werden soll?

Pfändungsschutzkonto beantragen

Seit dem 1.1.2012 gibt es eine neue Regelung. Der Betroffene kann sich nur noch mit Hilfe eines so genannten Pfändungsschutzkontos (P-Konto) vor den Folgen der Kontopfändung schützen.

Bei einer Pfändung wird das Girokonto zunächst für zwei Wochen gesperrt, auch dann, wenn das Gehalt bereits beim Arbeitgeber gepfändet wurde. Zudem gibt es keinen besonderen Schutz für Sozialleistungen, diese unterliegen ebenfalls der Pfändung.

Die Bank darf erst zwei Wochen nachdem der Überweisungsbeschluss zugestellt wurde, Geld vom gepfändeten Konto an den Gläubiger auszahlen.

Das Konto ist in diesen zwei Wochen allerdings auch für den Betroffenen gesperrt. Daueraufträge und andere Abbuchungen werden in dieser Zeit ebenfalls nicht ausgeführt.


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Bezieht der Betroffene jedoch Sozialleistungen, kann über diese auch ohne Pfändungsschutz in den ersten sieben Tagen nach Geldeingang verfügt werden.

Nach Ablauf der Frist wird das gesamte Guthaben an den Gläubiger überstellt, der Betroffene erhält dann nichts mehr zurück.

Pfändungsschutz und Freigabebetrag beim Amtsgericht beantragen

Steht eine Pfändung an, sollte der Betroffene also schnellstmöglich beim zuständigen Amtsgericht Pfändungsschutz beantragen.

Durch den Antrag kann der Betroffene einen Freigabebetrag nach § 850 k ZPO erhalten. In diesem Antrag versichert der Antragsteller, dass das Arbeitseinkommen für den Lebensunterhalt notwendig ist.

Für eine Einzelperson, die keine Unterhaltsverpflichtungen nachkommen muss, ist ein Grundfreibetrag (bereinigte Nettolohn) von 1029,99 Euro monatlich vor der Pfändung geschützt.

Kann der Antragsteller Unterhaltsverpflichtungen nachweisen (zum Beispiel für Ehepartner oder Kinder), erhöht sich der Pfändungsfreibetrag entsprechend.

Bescheinigungen über Unterhaltspflichten werden in der Regel vom Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, oder Familienkassen ausgestellt.

An dieser Stelle kann der Betroffene auch die Freigabe von Teilbeträgen beantragen. Gleichzeitig kann der Antragsteller auch zukünftige Lohn- und Gehaltszahlungen sowie andere Einkommen freistellen lassen, sofern diese unter dem Grundfreibetrag liegen.

Alle Einkünfte, die über der Grenze von 3154,15 Euro hinausgehen, kann der Gläubiger komplett pfänden lassen, ganz unabhängig von der Zahl unterhaltsberechtigter Personen.

Nachweise über tatsächliche Vermögenssituation einreichen

Was noch zu tun ist bei einer Kontopfändung: Neben dem Antrag müssen Nachweise über die aktuell wirtschaftlich schwierige Situation erbracht werden.

Hierzu reichen Kontoauszüge der letzten drei Monate, ein Mietvertrag, Einkommensbelege oder Gehaltsabrechnungen und gegebenenfalls Nachweise über andere Kosten, die für den Lebensunterhalt notwendig sind.

Der Antrag auf Pfändungsschutz beim zuständigen Amtsgericht ist zunächst kostenfrei, wobei durch den Antrag alleine keine Gerichtskosten anfallen, außer der Betroffene zieht einen Rechtsanwalt hinzu.

Gut zu wissen

Die Bank darf für die Bearbeitung von Kontopfändungen kein gesondertes Entgelt (Urteil Bundesgerichtshof vom Mai 1999) verlangen.

Hat der Gläubiger nach wirkungslosen Mahnungen erst einmal einen Vollstreckungsbescheid erwirkt, kann der Gläubiger 30 Jahre aus diesem Bescheid vollstrecken.

27. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.