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Was wurde eigentlich aus… der Horten AG?

Große Kaufhausketten dominierten jahrelang das Bild der deutschen Innenstädte. Inzwischen sind sie fast verschwunden. Das Konzept eines universellen Sortiments – vom Sportsakko über den Plattenspieler bis zum Kinderbuch – hat seine Anziehungskraft eingebüßt. Karstadt ist weg, Hertie ist weg, nur Kaufhof gibt es noch. Und, was wurde eigentlich aus der Horten AG?

Die Horten AG – Firmenstart mit Hilfe der Nationalsozialisten

Schon 16. Jahrhundert war die Familie Horten (oder Hortensius, wie sie damals noch hieß) an ihrem Heimatort Kempen am Niederrhein als Kaufleute und Händler bekannt. Zwischen etwa 1750 und 1810 wurde der Grundstein zu einem Millionenvermögen gelegt.

Aber erst mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann die große Zeit des Unternehmens. Die Politik der damaligen Zeit richtete sich gegen die jüdische Bevölkerung und deren Geschäfte.

So organisierte die NSDAP beispielsweise den Boykott jüdischer Geschäfte. Deren Besitzer wurden praktisch gezwungen, ihr Hab und Gut zum Schleuderpreis abzugeben. Einer, der davon profitierte, war Helmut Horten. Als erstes übernahm er 1936 das Warenhaus Gebrüder Alsberg in Duisburg und bald darauf das Warenhaus von Sally Hess in Wattenscheid. Bis 1939 wurden weitere 6 Filialen übernommen.


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Die Blüte des Kaufhaus-Konzepts in der Nachkriegszeit

In den Nachkriegsjahrzehnten Deutschlands erlebte das Kaufhaus-Konzept eine Blütezeit. Schon 1954 übernahm Horten 19 DeFaKa- und Köster-Kaufhäuser. Horten selbst bezeichnete seine Verkaufsstätten in den 1960er Jahren als „Vollsortiment-Warenhäuser modernster Prägung“.

Fast alle Warenhäuser Hortens unterschieden sich auch äußerlich durch die einheitliche Wabenfassade (durch die so genannten Horten-Kacheln) von der Konkurrenz. Außerdem gab es den Horten-Schriftzug an der Fassade in einem dunklen Blau.

Seit 1968 war das Unternehmen eine Aktiengesellschaft – die Horten AG. Im gleichen Jahr hatte der damalige Besitzer, Helmut Horten, von seinen mehrheitlichen Anteilen getrennt. Nachdem er sich als Privatier in die Schweiz zurückgezogen hatte, verlor das Unternehmen viel von seinem Charakter.

Anleger wären gut beraten gewesen, ebenfalls zu diesem Zeitpunkt auszusteigen. Denn in der Folge bestimmten widerstreitende Hauptaktionäre und branchenfremde Großbanken den Kurs der Kaufhaus-Kette. Und das war alles andere als gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.

1974 wurden die SB-Warenhäuser des Otto-Konzerns hinzugekauft. Auch das heutige Galeria-Konzept der Kaufhof-Gruppe geht auf die Horten-Warenhäuser zurück.

In den Jahren danach wechselten die Mehrheitsaktionäre ein ums andere Mal. Zunächst ging das Unternehmen in britischen Besitz über, danach trat die WestLB ein. 1994 wurde die Horten AG schließlich von der Kaufhof Warenhaus AG, die zur Metro AG gehörte, übernommen.

Ab 1998 verschwand die Horten AG von der Bildfläche. Immer mehr Warenhäuser wurden von der Metro AG in Kaufhof umbenannt. Die letzten Horten-Kaufhäuser gab es 2004 in Nürnberg, Erlangen, Krefeld, Gießen und Ludwigshafen.

26. November 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.