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Wechsel in die Private Krankenversicherung will wohl überlegt sein

Ist es nach der Verabschiedung der Krankenhausreform im November 2015 attraktiver, sich privat zu versichern? Theoretisch können Sie in eine private Krankenversicherung (PKV) wechseln, wenn Sie selbstständig oder verbeamtet sind. Auch können Sie dies, wenn Sie als Angestellter mit Ihrem Einkommen die Pflichtversicherungs-Grenze überschreiten.

Diese liegt 2016 bei 56.250 €; das entspricht einem Monats-Einkommen von rund 4.688 €. Trotzdem rate ich Ihnen von einem Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung dringend ab! Gleich 3 gewichtige Gründe sprechen dagegen:

Grund 1: Keine kostenfreie Mitversicherung von Ehefrau und Kindern

Angenommen, Ihre Ehefrau (bzw. Ihr Ehemann) bleibt wegen der Kinder zu Hause und arbeitet nicht bzw. nur in einem Minijob: Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist die Ehepartnerin bzw. der Ehepartner dann kostenfrei mitversichert. Ebenfalls mitversichert sind die Kinder – und das kostet Sie keinen Cent.

Bei der privaten Krankenversicherung hingegen gibt es diese Möglichkeit nicht. Sie müssen für jedes Familienmitglied eine eigene private Krankenversicherung abschließen. Und das kann ganz schön ins Geld gehen…

Grund 2: Kostenexplosion mit steigendem Alter

Da mag eine private Krankenversicherung noch so gut wirtschaften. Sie kann aber nicht verhindern, dass die monatlichen Prämien mit zunehmendem Alter des Versicherten steigen. Denn klar ist: Wer älter wird, muss häufiger zum Arzt, braucht immer mehr teure Behandlungen und Medikamente. Aus Sicht der Versicherung sind also junge Menschen günstig, alte Menschen gegen teuer. Das schlägt sich auch in den monatlichen Beiträgen nieder.


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Zwar bilden die privaten Krankenversicherungen für jeden Versicherten sogenannte Alters-Rückstellungen. Das heißt: Sie sparen von den Prämien, die in jungen Jahren eingezahlt wurden, einen Teil für später an. Aber diese Alters-Rückstellungen können in aller Regel trotzdem nicht verhindern, dass die Prämien mit zunehmendem Alter enorm steigen.

Deshalb mag eine Privatversicherung in jungen Jahren extrem günstig zu haben sein – im Alter aber wird sie zur finanziellen Last. Überlegen Sie sich einmal, was mit zunehmendem Alter mit Ihrem Einkommen passiert! Genau: Es sinkt. Denn die Rente ist in der Regel deutlich niedriger als das Arbeits-Einkommen.

Es wird also sehr fraglich sein, ob Sie sich im Alter Ihre private Krankenversicherung noch so problemlos leisten können, wie das jetzt vielleicht der Fall ist. Bei steigenden Beiträgen ist nicht davon auszugehen. Hinzu kommt: Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist der Beitrag prozentual abhängig von Ihrem Einkommen. Je weniger Sie verdienen, desto weniger müssen Sie zahlen. Je mehr Sie verdienen, desto mehr müssen Sie zahlen.

Derzeit liegt der Prozentsatz für die Krankenkasse bei 14,6% des Einkommens. Zur Hälfte trägt der Arbeitgeber die Beiträge, zur anderen Hälfte der Arbeitnehmer. Die sogenannte Beitragsbemessungs-Grenze liegt bei 49.500 € pro Jahr.

Wenn Sie mehr verdienen, zahlen Sie für das über dieser Grenze liegende Gehalt keine Krankenkassen-Beiträge mehr. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung besteht kein Zusammenhang zwischen Einkommen und Beitragshöhe. Das heißt: Auch wenn Sie wenig verdienen, sinken Ihre PKV-Prämien nicht.

Grund 3: Eingeschränkte Wechselmöglichkeiten

Bei den gesetzlichen Krankenkassen haben Sie die Möglichkeit zu einem Wechsel. Erhebt eine Krankenkasse beispielsweise allzu hohe Zusatzbeiträge, steht es Ihnen frei, sich nach einer anderen Kasse umzusehen, bei der Sie günstiger wegkommen. Das ist für Sie nicht mit Nachteilen verbunden. Bei der privaten Krankenversicherung sind die Wechsel-Möglichkeiten jedoch eingeschränkt.

Zwar können Sie sich jederzeit vom gewählten – meist höherwertigen – Tarif in den so genannten Basistarif zurückstufen lassen. Dieser entspricht im Leistungs-Umfang den Krankenkassen und ist gesetzlich vorgeschrieben. Aber ein Teil der Alters-Rückstellungen geht Ihnen dabei verloren. Das Gleiche gilt für einen Wechsel des Versicherungs-Anbieters.

Mitnehmen können Sie auch dann nur die Alters-Rückstellungen im Umfang des Basistarifs. Das reicht aber nicht aus, um die Beitrags-Erhöhungen im Alter ausreichend abzupuffern. Was meistens nicht möglich ist, ist ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenkasse. Das geht nur bei Antritt einer neuen, versicherungspflichtigen Beschäftigung, bei der Sie weniger als 54.900 € verdienen.

Ab einem Alter von 55 Jahren ist ein Wechsel überhaupt nur noch möglich, wenn Sie in den voranfegangenen 5 Jahren wenigstens schon 1x Kassenmitglied waren. Und auch ansonsten gilt: Eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung gelingt in der Regel nur ausnahmsweise und ist mit hohen Hürden verbunden.

Fazit: Jeder 4. bereut den Wechsel später

Es muss niemanden verwundern: Etwa jeder 4. Wechsler bereut es später, die gesetzliche Krankenkasse verlassen und in die private Krankenversicherung gewechselt zu haben. Aus diesem Grund kann ich Ihnen davon nur eindringlich abraten!

Auf höhere Leistungen brauchen Sie deshalb trotzdem nicht zu verzichten. Schließen Sie einfach entsprechende Zusatz-Versicherungen ab, etwa für Zahnersatz oder Chefarzt-Behandlung im Krankenhaus! Die werden Sie leichter wieder los, falls Sie sich diese im Alter nicht mehr leisten können sollten – und das ohne unliebsame Spätfolgen.

23. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.