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WEG-Verwalter – diesen Anforderungen sollte er standhalten

Die Verwaltung gemeinschaftlichen Eigentums ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, sie steht den Eigentümern vielmehr selbst zu (§ 21 Abs. 1 WEG). Sobald aber nur ein Eigentümer dies wünscht, ist eine Verwaltung zu beauftragen (§ 21 Abs. 4 WEG), die mit Stimmenmehrheit gewählt wird (§ 26 Abs. 1 S. 1 WEG).

Der Hausverwalter (ganz genau: der Wohnungseigentümerverwalter) ist ein Organ der Gemeinschaft, welcher die Wohnungseigentümer bei der Verwaltung unterstützt. Seine Aufgaben und Befugnisse sind im Gesetz festgelegt.

Auch wenn er gesetzlich nicht zwingend vorgeschrieben ist, so ist es doch empfehlenswert, einen Verwalter zu bestimmen, da ohne einen professionellen Hausverwalter die sachgerechte Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums kaum möglich ist.

Anforderungen an den Verwalter

Grundsätzlich können WEG Eigentümer jede natürliche Person oder juristische Person (z.B. eine GmbH) zum Verwalter bestellen. Verwalter kann auch ein Eigentümer sein; erforderlich ist nur, dass der Verwalter nur eine geschäftsfähige (Rechts-)Person ist, mehrere können nicht gemeinschaftlich das Verwalteramt ausüben.

Das WEG selbst stellt keine qualitativen Bedingungen an den Verwalter. Dies ist eigentlich unverständlich, da die Tätigkeit des Hausverwalters hohe Anforderungen an wirtschaftliche und juristische Sachkunde stellt. Darüber hinaus muss der Verwalter kaufmännische, oft auch bautechnische Kenntnisse besitzen. Der Verwalter darf aber nicht gleichzeitig auch Mitglied des Verwaltungsbeirats sein.


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Eine BGB-Gesellschaft kann nicht Hausverwalter sein. Eine solche Gesellschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks. Dies wird damit begründet, dass die BGB Gesellschaft keine juristische Person ist und im Hinblick auf die nicht immer gleichbleibende Zusammensetzung einer BGB-Gesellschaft die besondere personelle Verantwortung des Hausverwalters nicht gewährleistet ist (vgl. BGH, Beschluss v. 26.01.06, V ZB 132/05).

Voraussetzungen für das Amt des Verwalters

Das WEG enthält keine Regelungen, welche Voraussetzungen eine Person erfüllen muss, um das äußerst schwierige und sehr verantwortungsvolle Amt auszuüben. Befähigungsnachweise sind auch berufsrechtlich nicht vorgeschrieben. Da somit jeder als Verwalter arbeiten kann, aber natürlich nicht jeder dazu in der Lage ist, muss er von der Gemeinschaft besonders sorgfältig ausgewählt werden.

Denn von der Person des Verwalters hängt es ab, ob die Verwaltung reibungslos verläuft, der Wert des Gemeinschaftseigentums erhalten bzw. gesteigert wird.

Es ist also für die Eigentümer in der Praxis oftmals eine gleichermaßen bedeutsame wie schwierige Aufgabe, für die Immobilie einen geeigneten Hausverwalter zu finden. Um zu erkennen, ob es sich um einen seriösen Bewerber handelt, können die Qualifikation anhand folgender Checkliste ermittelt werden:

Checkliste: diesen Anforderungen sollte der Hausverwalter standhalten

Berufsausbildung, Jurist oder kaufm. Ausbildung 
Befähigungsnachweise für die Wohnungs- und Eigentumsverwaltung nach der IHK 
Berufserfahrung 
Referenzobjekte 
Rechtsform eines Unternehmens 
Eine Berufshaftpflichtversicherung in angemessener Höhe (i.d.R. nicht unter 100.000 € Deckungssumme) ist vorhanden  
Mitglied in einem der großen Berufsverbände, wie z.B. Verband der Hausverwalter (VdH, Bundesfachverband der Wohnungsfachverwalter, BfW ) 
nachgewiesene Fortbildungen 

 

13. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Tobias Mahlstedt. Über den Autor

Dr. Tobias Mahlstedt ist Chefredakteur vom „Immobilien-Berater“, „VermieterRecht aktuell“ und „Der Eigentümer Brief“. Außerdem ist er Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und Wirtschaftsmediator. Dr. Mahlstedt ist Rechtsanwalt in der auf das gesamte Bau- und Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei BÖRGERS Fachanwälte & Notare in Berlin und Herausgeber/Fachautor zahlreicher Publikationen zum Immobilienrecht.