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WEG: Hausverwalter muss finanziell abgesichert sein

Auf einer Eigentümerversammlung war ein Verwalter gewählt worden. Gegen diesen Beschluss wurde eine Anfechtungsklage eingereicht, weil der gewählte Verwalter angeblich nicht über ausreichendes Betriebsvermögen verfügte.

Die klagenden Wohnungseigentümer waren zudem der Ansicht, dass die Klage nicht dem neu gewählten Verwalter als Vertreter der Eigentümergemeinschaft zugestellt werden dürfe. Nach ihrer Ansicht lag ein beachtlicher Interessenkonflikt vor.

Das Landgericht in Frankfurt a. M. entschied, dass ein Verwalter als Zustellungsvertreter einer Eigentümergemeinschaft nur dann ausgeschlossen ist, wenn die konkrete Gefahr einer sachwidrigen Information durch den Verwalter besteht.


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Allein der Umstand, dass der Gegenstand dieses Rechtsstreits der Beschluss über die Bestellung des Verwalters war und somit dessen Rechtsstellung betroffen war, begründete nicht die Gefahr, dass der Verwalter die Gemeinschaft nicht sachgerecht über das Verfahren unterrichten würde.

Das Gericht stellte allerdings auch klar, dass Wohnungseigentümer ihren Beurteilungsspielraum überschreiten, wenn sie ein Unternehmen zum Verwalter bestellen, das nicht über die dazu notwendigen finanziellen Mittel verfügt und somit keine ausreichenden Sicherheiten stellen kann.

Eine solche Wahl verstößt gegen den Grundsatz ordnungsgemäßer Verwaltung. Besteht begründeter Anlass, die Bonität eines als Verwalter vorgesehenen Unternehmens zu prüfen, muss die Eigentümergemeinschaft diese Frage klären bevor über die Bestellung des Verwalters entschieden wird (LG Frankfurt a. M., Urteil v. 04.12.13, Az. 2-13 S 94/12).

27. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marc Popp. Über den Autor

Marc Popp ist als Rechtsanwalt in Bonn tätig. Als Fachautor hat er bereits zahlreiche Beiträge zum Immobilien-, Makler-, Miet-, Wohnungseigentums- und Versicherungsrecht verfasst.