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Weihnachtsgeld: So wird die Höhe berechnet

Viele Arbeitnehmer freuen sich ab Mitte Oktober über die Auszahlung des Weihnachtsgeldes. Diese Freude kann aber beim Blick auf die Lohnabrechnung getrübt werden. Nicht immer handelt es sich nämlich um ein vollständiges 13. Gehalt. Auch für die Berechnung der Steuern und Sozialbeiträge gelten andere Grundsätze als bei dem laufenden Gehalt – weniger Netto vom Brutto ist die Folge.

Höhe des Weihnachtsgeldes nicht einheitlich geregelt

Besteht eine vertragliche Vereinbarung über die Zahlung von Weihnachtsgeld, ist dessen Höhe im jeweiligen Tarifvertrag, in der  Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag festgelegt. Dabei muss das Weihnachtsgeld keinesfalls wie häufig angenommen einem gesamten 13. Gehalt entsprechen. Tatsächlich ist ein so hohes Weihnachtsgeld eher die Ausnahme.

Wird das Weihnachtsgeld als freiwillige Leistung vom Arbeitgeber gezahlt, liegt es in dessen Ermessen, die Höhe, die Voraussetzungen und den Auszahlungszeitpunkt zu bestimmen. Der Arbeitgeber muss sich allerdings an das Gleichbehandlungsgesetz halten, nachdem kein Mitarbeiter aufgrund seines Bildungsstandes oder eingeschätzten Fähigkeiten beim Weihnachtsgeld benachteiligt werden darf.

Weihnachtsgeld im Öffentlicher Dienst und für Beamte

Laut Tarifordnung des öffentlichen Dienstes haben Beschäftigte, die am 1. Dezember in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf eine Jahressonderzahlung. Die Höhe der Zahlung beträgt für die Entgeltgruppen 1-8 90% ihres durchschnittlichen monatlichen Entgelts der Monate Juli, August und September. Für Beschäftigte der Entgeltgruppen 9 – 12  sind dies 80 %, sowie für Beschäftigte der Entgeltgruppen 13 – 15 60 %.


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Hat ein Beschäftigter sein Arbeitsverhältnis erst nach dem 30. September angetreten, zählt der Oktober als Bemessungsgrundlage für die Höhe des Weihnachtsgeldes. Das Weihnachtsgeld wird dann anteilig für jeden Monat, in dem das Beschäftigungsverhältnis bestand, ausgezahlt.

Die Berechnung des Weihnachtsgeldes für Beamte erfolgt auf Grundlage der Gesetze des Bundes beziehungsweise der Länder. Nachdem 2006 das Weihnachtsgeld für Bundesbeamte auf 30 % ihres Monatslohns gekürzt wurde, erhalten Beamte des Bundes seit 2012 wieder ein Weihnachtsgeld in Höhe von 60 % ihres Monatslohns.

Weihnachtsgeld: Weniger Netto vom Brutto

Arbeitnehmer vermuten beim Blick auf die Lohnabrechnung mit dem Weihnachtsgeld häufig einen Berechnungsfehler, denn die Abzüge auf die Sonderzahlung scheinen unerwartet hoch. In der Lohnabrechnung gelten Sonderzahlungen als sonstige Bezüge. Diese werden im Verhältnis höher besteuert, weil die Jahrestabelle anstelle der Monatssteuertabelle herangezogen wird.

Darüber hinaus müssen auf das Weihnachtsgeld zusätzliche Sozialbeiträge bezahlt werden, sofern das reguläre Monatsgehalt unter der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) liegt. Die BBG liegt 2015 für die Kranken- und Pflegeversicherung bei monatlich 4.125,00 EUR,  bei der Renten-und Arbeitslosenversicherung bei 6.050 EUR (West). So wird sichergestellt, dass Niedrig- und Höherverdienende im Verhältnis gleichermaßen belastet werden.

Um keine bösen Überraschungen bei der Abrechnung des Weihnachtsgeldes zu erleben, sollten Sie sich vorher über die Höhe der Ihnen zustehenden Zahlung informieren. Während Sie die höheren Sozialabgaben in Kauf nehmen müssen, können Sie zu viel gezahlte Steuern schon ein paar Monate später in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

27. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Nina Tack
Von: Nina Tack. Über den Autor

Nina Tack ist Volkswirtin und beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit den Themen Wirtschaft und Finanzen.