MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Weitere Nachbarkeitsstreitpunkte und deren Lösungen

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung typischer Alltagssituationen, in denen es immer wieder zu Konflikten zwischen Nachbarn kommt.

Die Zusammenstellung bietet Ihnen eine wertvolle Orientierung.

Hausmusik: Was gilt?

Streitigkeiten um störende Hausmusik entzünden sich verständlicherweise eher zwischen Bewohnern eines Mietshauses oder einer Wohneigentumsanlage als zwischen Grundstücksnachbarn.

Während die Gerichte die Vereinbarung eines generellen Musizierverbots in Mietwohnungen durchaus als zulässig ansehen, sofern es mit allen Mietern gleichermaßen vereinbart wurde, kommt innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein umfassendes Verbot, in der eigenen Wohnung zu musizieren, nicht in Betracht.

Möglich ist es jedoch, in der Gemeinschaftsordnung oder in der Hausordnung die Hausmusik auf bestimmte Tageszeiten zu beschränken. Sind jedoch Ruhezeiten nicht ausdrücklich vereinbart, so gilt es die üblichen Ruhezeiten einzuhalten.

Diese liegen an Werktagen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr sowie zwischen 22.00 und 7.00 Uhr.

Samstags gilt die Ruhezeit bis 8.00 Uhr und abends bereits ab 19.00 Uhr. Sonntags ist ganztägig Ruhe zu halten.

Wie lange die Musikausübung täglich dauern darf, ist von den Umständen des Einzelfalles abhängig. Vor allem die Art des Instruments und die baulichen Gegebenheiten sowie die Schallisolierung des Gebäudes spielen eine Rolle.

Allgemein halten die Gerichte in Miet- und Eigentumswohnungen zwei bis drei Übungsstunden täglich für zulässig. In hellhörigen Häusern reduzieren sie die zulässigen Zeiten auf eineinhalb bis zwei Stunden.

Soweit Hausmusik auf den Nachbargrundstücken kaum noch wahrnehmbar ist, stellt sie eine unwesentliche Beeinträchtigung dar und unterliegt außerhalb der Ruhezeiten keinen weiteren Beschränkungen.

Selbstverständlich sind die Fenster beim Musizieren geschlossen zu halten, wenn andernfalls die Musik von den Nachbarn deutlich als Störung wahrnehmbar wäre.

Kinderlärm

Wo Kinder leben, geht es meistens etwas lauter zu. Schreien, Rennen, Toben, auch mal voller Wut eine Tür zuknallen, all das gehört zum Leben von Kindern dazu. Auch nächtliches Schreien von Babys und Kleinkindern ist unvermeidlich.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Die mit dem altersgerechten kindlichen Verhalten zwangsläufig verbundenen Geräusche und auch gelegentlicher Lärm sind daher von den Nachbarn weitgehend hinzunehmen. Allerdings darf das Spielen der Kinder nicht zu einer unzumutbaren Störung und Belästigung ausarten.

Kinder dürfen auf den gemeinschaftlichen Außenanlagen des von ihnen bewohnten Hauses spielen, auch mit Freunden.

Und auch während der üblichen Ruhezeiten mittags und abends ist das Spielen in Hof und Garten grundsätzlich zulässig. Allerdings ist auf die Nachbarn besondere Rücksicht zu nehmen:

Die Eltern müssen darauf hinwirken, dass ihre Kinder während der Ruhezeiten leiser spielen.

Befindet sich ein Spiel- oder Bolzplatz in der Nähe, so müssen die Nachbarn die typischen Geräusche der spielenden Kinder ebenfalls hinnehmen.

Dies gilt jedoch nur, soweit diese Plätze gemäß ihrer Bestimmung und zeitlichen Öffnung benutzt werden. Auch hier ist das Lärmen während der allgemeinen Ruhezeiten zu unterlassen.

Fliegt der Fußball oder der Federball beim Spielen immer wieder in Nachbars Garten, kann dieser Unterlassung verlangen. Selbstverständlich ist es unzulässig, dass die Kinder eigenmächtig über den Gartenzaun klettern, um die Bälle zurückzuholen.

Auch das Betreten der Vorgärten, weil man sich dort beispielsweise so schön hinter den Büschen verstecken kann, muss von den Nachbarn keinesfalls geduldet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Vorgärten eingezäunt sind oder nicht.

Lärmstörungen: Der ewige Zankapfel

Lärmstörungen stellen sicherlich den häufigsten Anlass für Nachbarschaftsstreitigkeiten dar. Oft fühlt man sich dem Lärm schutzlos ausgeliefert.

Das Schließen von Fenstern und Türen kann ihn nur sehr begrenzt abmildern. Lärm wird als lästig, nervend und störend empfunden.

Er beeinträchtigt konzentriertes Lernen und Arbeiten, verhindert Entspannung und erschwert das Einschlafen und Durchschlafen.

Die Quellen störenden Lärms sind vielfältig: In einem hellhörigen Wohnhaus können bereits Schritte, Gespräche oder Geräusche von üblichen Haushaltsgeräten wie Staubsauger oder Waschmaschine aus Nachbarwohnungen störend wahrgenommen werden.

Auch andere Verrichtungen, die zum alltäglichen Leben gehören, beispielsweise Baden und Duschen, Fernsehen, Musik hören und Feiern, erregen in bestimmten Situationen den Unmut der Nachbarn. Gleiches gilt für das Musizieren mit Instrumenten.

Kinder sind naturgemäß zuweilen auch laut und daher immer wieder Anlass für Streitigkeiten.

Hält ein Nachbar auf seinem Grundstück Haustiere, so kann deren Bellen, Gurren, Krähen, Quaken oder Kreischen den übrigen Nachbarn mitunter den letzten Nerv rauben.

Als besonders störend empfunden, werden schließlich auch Rasenmäher und andere lärmintensive Arbeitsgeräte, Baulärm, Lärm aus Biergärten, Spielplätzen, Schwimmbädern und anderen Sportanlagen, Lärm aus Gewerbebetrieben sowie Verkehrslärm auf Straßen, Schienen und in der Luft.

In all diesen Fällen kommt es letztlich darauf an, ob die Lärmbeeinträchtigung den von ihr Betroffenen zuzumuten ist, oder ob sie die Grenze der Wesentlichkeit überschreitet.

Handelt es sich bei den betroffenen Nachbarn um Mieter im gleichen Haus, ist vorab zu prüfen, ob der Mietvertrag besondere Regelungen zum Streitthema enthält.

Wenn im Streitfall die Gerichte über die Wesentlichkeit der Beeinträchtigung entscheiden müssen, wägen sie die Interessen der beteiligten Parteien unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles gegeneinander ab.

Anhaltspunkte für die Zumutbarkeit oder Unzumutbarkeit des Lärms bieten die in Verwaltungsvorschriften und technischen Normen enthaltenen Schallpegelrichtwerte. Der Schalldruckpegel, gemessen in Dezibel (dB) ist ein Maß für die Lautstärke eines Geräuschs.

Wichtigste Verwaltungsvorschrift in diesem Zusammendie „Technische Anleitung zum Schutz gegen hang ist Lärm“, die so genannte TA-Lärm. Sie betrifft zwar unmittelbar Gewerbelärm, wird aber von den Gerichten oft auch als Anhaltspunkt für die Beurteilung anderer Lärmarten herangezogen.

Die TA-Lärm enthält unter anderem folgende höchstzulässige Schalldruckpegel in Abhängigkeit von der Art des Gebiets und der Tageszeit:

Für die Beurteilung von Verkehrslärm bestimmt die Verkehrslärmschutzverordnung Richtwerte. Bei Klagen über den Geräuschpegel von Sportplätzen wird die Sportanlagenlärmschutzverordnung herangezogen.

9. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.