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Typische Situationen aus dem Vermieteralltag

Die Devise lautet: Zufriedene Dauermieter können den Vermieteralltag erleichtern, indem sie weniger Zeitaufwand und Ärger verursachen. Deswegen können Sie die Lösungen für die häufigsten Probleme im Vermieteralltag hier nachlesen.

Ihr Mieter muss nach Auszug alle Schlüssel zurückgeben

Zieht Ihr Mieter aus seiner Mietwohnung aus, muss er Ihnen alle Schlüssel zurückgeben, auch solche, die er selbst hat anfertigen lassen. Hierfür kann er von Ihnen allerdings die dafür aufgewandten Kosten ersetzt verlangen.

Falls Sie die Kosten der Zusatzschlüssel nicht zahlen wollen, kann Ihr Mieter diese Schlüssel in Ihrem Beisein unbrauchbar machen. Fehlen beim Auszug Ihres Mieters Schlüssel, muss er Ihnen zumindest die Kosten für Ersatzschlüssel erstatten.

Verliert Ihr Mieter einen Schlüssel, so können Sie von ihm die Kosten für den Einbau eines neuen Schlosses verlangen, sofern damit gerechnet werden kann, dass der verloren gegangene Schlüssel missbraucht wird.

Das kann insbesondere bei einer Zentralschlüsselanlage für Ihren Mieter teuer werden, da in einem solchen Fall sämtliche Schlösser/ Schlüssel erneuert werden müssen.

Nehmen Sie in Ihre Mietverträge vorsorglich eine Klausel auf, wonach Sie bei Verlust von Schlüsseln berechtigt sind, die betreffenden Schlösser oder die Schließanlage, nebst Schlüsseln auf Kosten Ihres Mieters ändern oder ersetzen zu lassen.

Anders sieht es dagegen aus, wenn eine missbräuchliche Verwendung des verlorenen Schlüssels offensichtlich nicht zu befürchten ist. Dann wäre es unverhältnismäßig, wenn Sie von Ihrem Mieter trotzdem die Änderung des Schlosses oder der ganzen Schließanlage fordern würden.

Als Faustregel gilt: Der Mieter kann so viele Haus- und Wohnungsschlüssel verlangen, wie er im konkreten Einzelfall benötigt.

Beim Streit um die Nutzung des Balkons: Rücksichtnahme können Sie erwarten

Soweit im Mietvertrag nichts anderes geregelt ist, darf der Mieter am Balkon Blumenkästen aufhängen. Diese müssen allerdings so angebracht werden, dass die Regenabflüsse nicht durch herabfallende Blätter verstopft werden. Auch muss ausgeschlossen sein, dass Passanten und übrige Hausbewohner gefährdet werden.

„Haben Sie meine Katze gesehen?“ Diese Frage ist nicht nur in die Filmgeschichte eingegangen, sie taucht immer wieder auch im Vermietungsalltag auf. Das Anbringen eines Katzennetzes am Balkon, durch das der Mieter das Entschwinden seiner Katze verhindern will, übersteigt jedoch die vertragliche Nutzung der Wohnung.


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Demgegenüber kann der Mieter berechtigt sein, am Balkongeländer einen Sichtschutz bis zur Höhe des Handlaufs anzubringen. Voraussetzung ist aber, dass die Außenfassade durch den Sichtschutz nicht optisch verunstaltet wird.

Homeoffice: Was Sie Mietern nicht verbieten können

Es ist stets zwischen einer vertragsgemäßen beruflichen Mitbenutzung und einer vertragswidrigen gewerblichen Mitbenutzung der Wohnung zu unterscheiden.

Als Faustregel gilt: Alle Tätigkeiten, die üblicherweise in einem häuslichen Arbeitszimmer verrichtet werden, sind erlaubt. Dazu zählen nicht nur Büroarbeiten, sondern auch gelegentliche geschäftliche Besprechungen. Auch der Anschluss eines Faxgerätes oder eines Computers in der Wohnung ist generell nicht zu beanstanden.

Beispiele: Führt der Mieter astrologische Beratungen durch, soll es sich bei nicht mehr als 10 bis 15 Kundenbesuchen im Monat oder ein bis zwei Kundenbesuchen täglich noch um eine erlaubnisfreie Tätigkeit handeln.

Erteilt der Mieter Musikunterricht, darf ihm das nicht verwehrt werden, wenn der Unterricht sechs bis sieben Stunden wöchentlich nicht überschreitet.

Selbst wenn die Mieterin im Rahmen eines Tagesmuttermodells in den Morgenstunden an den Werktagen neben ihren eigenen Kindern zusätzlich vier fremde Kinder betreut, stellt dies kein vertragswidriges Verhalten dar.

Die Begründung der Gerichte: Ein Vermieter muss damit rechnen, dass die Kinder der Mieter nicht isoliert, sondern im Rahmen einer solchen Spielgruppe aufwachsen. Die Betreuung von fünf fremden Kindern in der Wohnung gehört demgegenüber aber nicht mehr zur vertragsgemäßen Nutzung der Wohnung.

In Sachen Lärm: das gilt

Soweit sich aus dem Mietvertrag oder der Hausordnung als Bestandteil des Mietvertrags nichts anderes ergibt, gehört es außerdem zum normalen Wohnen, wenn die Kinder der Mieter auf den gemeinschaftlichen Hof- und Grünflächen auf dem Grundstück spielen.

Zwar sind Sie als Vermieter verpflichtet, die Mieter im Haus vor Lärmstörungen zu schützen. Der Lärm spielender Kinder muss aber in gewissem Umfang von jedem Hausbewohner hingenommen werden. Kinderlärm gehört zum normalen Entwicklungsprozess eines jeden Kindes.

Auch das Begehen eines Parkettfußbodens mit Pfennigabsätzen erhitzt immer wieder die Gemüter. Die Gerichte sind hier keine Hilfe; sie entscheiden sehr unterschiedlich.

Belästigungen durchs Grillen: Ein Dauerbrenner

Gerade in der warmen Jahreszeit, wenn Grillfeste weit verbreitet sind, führt die Benutzung von Grills auf dem Balkon oder im Garten immer wieder zu Streitigkeiten unter Hausbewohnern. Wer in einer Wohnung mit Balkon lebt, kann über diesen Balkon im Rahmen seiner Nutzungsmöglichkeiten frei verfügen, und dort etwa auch grillen.

So haben die Gerichte entschieden: In einer multikulturellen Freizeitgesellschaft, die von einer zunehmenden Rückbesinnung auf die Natur geprägt ist, stellt das Grillen eine übliche und im Sommer gebräuchliche Art der Zubereitung von Speisen jeglicher Art dar.

Eine Grilldauer von insgesamt sechs Stunden pro Jahr gilt als geringfügig und zumutbar. In einem anderen Fall wurde die Regelung gebilligt, wonach der Holzkohlengrill im Garten nicht öfter als fünfmal im Jahr benutzt werden darf.

Mietern in Mehrfamilienhäusern wird das Recht zuerkannt, in dem Zeitraum von April bis September einmal im Monat auf der Terrasse oder auf dem Balkon zu grillen.

Müllentsorgung ohne Geruchsbelästigung

Die üblichen, mit der Müllentsorgung verbundenen Lärmbelästigungen muss jeder Mieter hinnehmen. Dass Mülltonnen außerhalb der Wohnung auf dem Mietgrundstück abgestellt werden, ist üblich und beeinträchtigt den vertragsgemäßen Mietgebrauch nicht.

Auch die Errichtung eines Müllcontainers im Vorgartengelände vor dem Hauseingang stellt keine Beeinträchtigung dar. Ein Anspruch auf Beseitigung des Müllcontainers lässt sich auch nicht daraus herleiten.

Dazu die Gerichte: Als Vermieter schulden Sie lediglich die Bereitstellung der notwendigen Vorrichtungen, um die Müllentsorgung durch die Mieter überhaupt zu ermöglichen. dazu genügt eine außerhalb des Hauses vorgesehene Müllboxanlage.

Ebenso dürfen Sie zur Vermeidung erheblicher Instandsetzungskosten den Müllschlucker abschalten, wenn der Mieter durch eine Satzung der Stadt/Gemeinde ohnehin zur Mülltrennung verpflichtet ist und Restmüll in nur geringem Umfang anfällt.

Manch ein Vermieter wird all das das als Zumutung empfinden. Aber damit noch nicht genug. Zur Absicherung der Rückbaukosten dürfen Sie nur dann eine zusätzliche Sicherheit zur Mietkaution verlangen, wenn der Kautionsrahmen von maximal drei Monatsmieten noch nicht ausgeschöpft ist.

15. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.