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Welche Anlageformen sich für Ihre Anlageziele am besten eignen

Natürlich sollten Sie die für Ihre Anlageziele in Frage kommenden Instrumente nicht allein unter Renditegesichtspunkten betrachten. Auch die übrigen Auswahlkriterien des magischen Vierecks der Geldanlage – Sicherheit, Liquidität und Steuervorteile – werden für Sie je nach persönlicher Situation von unterschiedlicher Wichtigkeit sein.

Da ein Anlageinstrument nicht alle Kriterien im gleichen Ausmaß erfüllen kann, sondern das eine sogar mit dem anderen in Widerstreit steht, spricht man vom magischen Viereck. Die folgende Übersicht wird Ihnen bei der Auswahl und Zusammenstellung der in Frage kommenden Anlageinstrumente daher eine nützliche Hilfe sein.

Welche Anlageformen welche Kriterien am besten erfüllen

Anlageform/KriteriumRenditeSicherheitLiquiditätSteuervorteile
Aktien10-12%++++++
Aktienfonds10-12%+(+)+++++
Bank-Sparpläne4-5,5%+++++
Bargeld0+++
Bausparen2-3%+++++
festverzinsliche Wertpapiere4-6%++++++
fondsgebundene Lebensvers.6-7%++++++
Fremdwährungsanleihen6-10%+++++
Geldmarktkonten2-3%++++++
Geschl. Immobilienfonds6-9%++
Gold/Edelmetalle+++
Immobilien, selbstgenutztek.A.+++++++
Immobilien, vermietete3-6%+++++
Kapital-Lebensversicherungen5-6%+++++++
Offene Immobilienfonds4-6%++++++++
Optionsscheinek.A.k.A.++++
Rentenfonds4-6%+++++
Sparbuch2-4%++++++
Termingeld3-6%+++++

Je nach der Anzahl der unter den einzelnen Gesichtspunkten vorgenommenen Einstufungen (+ = mittel, ++ = gut, +++ sehr gut) sind die verschiedenen Anlageformen besser oder schlechter für Ihre Anlageziele geeignet.

Die Abkürzung k. A. (= keine Angaben) weist darauf hin, dass unter diesem Gesichtspunkt eine Angabe nicht sinnvoll oder nur schwer möglich ist.

Wie Sie der Tabelle beispielsweise entnehmen können, lassen sich mit Aktien und noch besser mit breit anlegenden Aktienfonds hohe Renditen erzielen, die kurzfristig wegen der hohen Schwankungsbreite der Kurse zwar immer gefährdet sind, mittel- bis langfristig aber doch für eine Outperformance dieser Anlageform im Vergleich zu allen anderen sprechen.

So finden Sie den Anlagenmix, der Ihren Anlagezielen am besten entspricht

Wie Sie die Auswahl und Zusammenstellung Ihrer Geldanlagen am besten mit Ihren Anlagezielen in Einklang bringen, wird Ihnen am ehesten an einem Beispiel deutlich. Ich greife dabei auf den oben erwähnten Fall des Konsuls zurück.

Praxisfall: Auswahl von Anlageinstrumenten für eine möglichst hohe sofort beginnende Rente

Ausgangspunkt im Fall des Konsuls und seiner Frau war der Betrag von 400.000 Euro, der so angelegt werden sollte, dass bei einer sofort beginnenden Entnahme ein möglichst hoher monatlicher Betrag zur Verfügung stände.

Dabei war das Alter der beiden Begünstigten von 63 und 55 Jahren zu berücksichtigen, zudem die Tatsache, dass das Paar neben dem Anlagebetrag nur noch über eine Eigentumswohnung verfügte. Für die Wohnung konnte ich einen Marktpreis von 400.000 Euro ermitteln.

In einem solchen Fall hängen Ihre Anlagemöglichkeiten ganz entscheidend von dem Zeitrahmen ab, der Ihnen für den Verbrauch des Geldvermögens verbleibt. Bei einer Lebenserwartung zwischen 70 und 80 Jahren für die Frau müsste das Geld also ungefähr für 20 Jahre ausreichen.

Eine Überlegung war, die Immobilie zu verkaufen, den erhaltenen Betrag zur Aufstockung des Vermögens zu nutzen und ihn so anzulegen, dass das Geld auch für einen Zeitraum von 25 Jahren noch reichte.

Da das Paar sich sicher war, eine vergleichbare Wohnung für unter 1.400 Euro monatlicher Kaltmiete anmieten zu können, stand ihm dann nach Abzug der Miete aus einer konservativen Anlage des Verkaufspreises ein Zusatzeinkommen von wenigstens 1.000 Euro, also ein für die übrige Lebensführung nutzbarer Betrag von etwa 3.400 Euro, zur Verfügung, was den beiden aber nicht reichte.

Mein Anlagevorschlag lief daher auf ein Konzept hinaus, das den Verkauf der Eigentumswohnung vorsah, wobei der Gesamtbetrag von 800.000 Euro auf verschiedene Anlageformen mit unterschiedlich hohen Risiken verteilt werden sollte. Unterschiedliche Anlageformen weisen immer unterschiedliche Risiken auf, wobei hier der Anlagezeitraum stets beachtet werden sollte.

Bundesanleihen als Sicherheitsinvestment

Für 200.000 Euro konnte das Ehepaar Bundesanleihen kaufen, die ihm als Sicherheitsreserve dienen und daher auch im Kapitalstamm nicht angegriffen werden sollten.

Bei einer Rendite um 5,5% für 10-jährige Anleihen ergab sich daraus eine lebenslange durchschnittliche monatliche Entnahmemöglichkeit von knapp 900 Euro, falls das Geld nach dem Ablauf des jeweiligen Tilgungszeitpunkts wiederum mit dieser Rendite würde angelegt werden können.

Basisinvestment zur Altersvorsorge: international anlegende Rentenfonds

Weitere 200.000 Euro sollten in einem international ausgerichteten Rentenfonds angelegt werden, bei dem langfristig mit Renditen um 7,5% zu rechnen war.

Da dieses Geld in 20 Jahren verbraucht werden konnte, war dem Ehepaar daraus eine durchschnittliche monatliche Entnahme von knapp 1.600 Euro möglich. Das monatliche Einkommen betrug damit also immerhin bereits 2.500 Euro.

Für den Restbetrag von 400.000 Euro schlug ich vor, das Kapital gleichgewichtet in einen Auszahlungsplan mit 6 Aktienfonds zu geben, dessen Zusammensetzung im Abstand von 2 bis 3 Jahren jeweils überprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet werden sollte.

Nach spätestens 10 Jahren sollte das Aktiendepot in einer günstigen Phase an den internationalen Börsen bis zur Hälfte des dann verbliebenen Betrags in ein Rentendepot umgeschichtet werden, um im höheren Alter den größeren kurzfristigen Wertschwankungen zu entgehen. Bis dahin sollte dieses Depot unter vorsichtigen Annahmen eine durchschnittliche Rendite von jährlich wenigstens 10% abwerfen.

Kalkulieren Sie bei Aktienfonds nicht mehr an durchschnittlich erzielbaren Renditen, als diese im langjährigen Durchschnitt und ohne die Spitzen in dem einen oder anderen Jahr wirklich erbracht haben.

Auch wenn Sie erhebliche Chancen haben, mit vielen dieser Fonds in den kommenden Jahren mehr als eine Rendite von 10% zu erwirtschaften, gibt Ihnen eine solche zurückhaltende Performance-Annahme größere Sicherheit bei Ihrer Kalkulation. Und die sollte gerade bei Anlagen, die Sie als Altersvorsorge betrachten, ganz im Vordergrund stehen.

Die vorgenommenen Dispositionen, mit denen der Konsul und seine Ehefrau ihrem Anlageziel weitgehend nahekommen konnten, ergaben daher folgenden Vermögensaufbau:

Anlageform/KriteriumRenditeSicherheitLiquiditätSteuervorteile
Aktien10-12%++++++
Aktienfonds10-12%+(+)+++++
Bank-Sparpläne4-5,5%+++++
Bargeld0+++
Bausparen2-3%+++++
festverzinsliche Wertpapiere4-6%++++++
fondsgebundene Lebensvers.6-7%++++++
Fremdwährungsanleihen6-10%+++++
Geldmarktkonten2-3%++++++
Geschl. Immobilienfonds6-9%++
Gold/Edelmetalle+++
Immobilien, selbstgenutztek.A.+++++++
Immobilien, vermietete3-6%+++++
Kapital-Lebensversicherungen5-6%+++++++
Offene Immobilienfonds4-6%++++++++
Optionsscheinek.A.k.A.++++
Rentenfonds4-6%+++++
Sparbuch2-4%++++++
Termingeld3-6%+++++

So übertragen Sie das Schema leicht auf Ihre persönlichen Verhältnisse

Wenn Sie selbst vor ähnlichen Überlegungen stehen und einen Teil Ihres Geldes für Ihre Altersvorsorge als ein wesentliches Anlageziel verwenden wollen, können Sie das Schema leicht auf Ihre eigene Situation übertragen.

Je weiter Sie vom Eintritt ins Rentenalter entfernt sind, um so mehr Möglichkeiten haben Sie auch, Ihr verfügbares Geld bis dahin kräftig arbeiten zu lassen.

Die auf den vorangegangenen Seiten abgedruckten Tabellen und Übersichten und das zuletzt erörterte Szenario sollten Sie nutzen, um daran orientiert Ihr eigenes Anlagekonzept aufzubauen und nach den Anlageformen zu suchen, die Ihren Zielen am besten entsprechen.

12. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.