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Welche Einkommensteuer-Sonderausgaben gibt es?

Für Steuerzahler, die der Einkommensteuer unterliegen, hat der Gesetzgeber im Steuerrecht Sonderausgaben vorgesehen. Die Einkommensteuer-Sonderausgaben sind im Einkommensteuerrecht unter dem Paragraphen 10 aufgeführt.

Sonderausgaben sind Ausgaben, die weder einen betrieblichen Aufwand noch Werbungskosten darstellen, sondern privater Natur sind. Die Einkommensteuer–Sonderausgaben werden vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und mindern dadurch die Steuerlast.

Diese Einkommensteuer-Sonderausgaben gibt es

Seit 2010 werden in Deutschland folgende Bereiche der Sonderausgaben unterschieden:

  • allgemeine Sonderausgaben
  • Altersvorsorgeaufwendungen
  • sonstige Vorsorgeaufwendungen, auch Riester-Rente
  • sonstige Sonderausgaben

Die Einkommensteuer-Sonderausgaben werden weiter aufgeschlüsselt: Unter allgemeine Sonderausgaben fallen Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten bzw. Lebenspartner. Als Höchstbetrag gilt hier 13.805 €. Dazu kommen Kirchensteuer, Rentenbeiträge, Aufwendungen für die erste Berufsausbildung sowie Schulkosten inländischer Ersatz- oder Ergänzungsschulen, sofern diese Schule staatlich anerkannt ist.

Allgemeine Sonderausgaben: Beitragssätze

Als Beispiel kann der Beitragssatz bei den Schulkosten für Ersatz-oder Ergänzungsschulen genommen werden. Dieser Satz beträgt 30% (maximal 5.000 €) des Betrages, der nach Abzug der Übernachtungs-, Verpflegungs- und Betreuungskosten übrig bleibt. Diese Abzüge gelten auch für staatlich anerkannte ausländische Schulen.

Die möglichen Sonderausgaben pro Jahr für die erste Berufsausbildung betragen maximal 6.000 € pro Jahr. Findet die Ausbildung jedoch in einem Arbeitsverhältnis statt, so sind die Abzüge nicht als Sonderausgaben anzusehen und fallen unter Werbungskosten. Auch ein Masterstudium fällt nicht unter Erstausbildung.

Weitere Einkommensteuer-Sonderausgaben

Außerdem fallen unter die Einkommensteuer-Sonderausgaben die Altersvorsorgeaufwendungen. Darunter versteht man die Basisversorgung, also die staatliche Rente. Dazu zählt auch die private Rentenversicherung sowie die kapitalgedeckte Altersversorgung und diesbezügliche Anwartschaften. Steuern sparen mit der Riester-Rente.

Unter sonstige Vorsorgeaufwendungen fallen für das Einkommensteuergesetz die Arbeitslosenversicherung, die Erwerbs-und Berufsunfallversicherung und die Pflegeversicherung. Ebenso kann man Kosten für die Krankenkasse abrechnen – und zwar den vollen Beitrag und nicht nur die Basisversicherung. Daneben zählen Haftpflichtversicherung und Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung dazu.

Des Weiteren kann man die Risikolebensversicherung (also eine Lebensversicherung, die nur im Falle des Todes bezahlt) zu den Einkommensteuer-Sonderausgaben addieren. Die Lebensversicherungsbeiträge können nur geltend gemacht werden, wenn die Lebensversicherung zu 88% vor dem 31. Dezember 2004 eingezahlt wurde. Alternativ besteht die Option, dass sie als Rentenversicherung ausbezahlt wird. Dann kann man sie auch zu den Sonderausgaben addieren.

Als sonstige Vorsorgeaufwendungen versteht man bei den Einkommensteuer-Sonderausgaben alle Versicherungsleistungen, die der Steuerzahler abziehen kann. Das sind Aufwendungen für die Sanierung und Erhaltung von Gebäuden und Kulturdenkmälern, in denen der Steuerzahler selbst lebt.

Allerdings dürfen diese Aufwendungen und Sanierungen nicht sofort komplett geltend gemacht werden. Stattdessen werden im Laufe von 10 Jahren anteilsmäßig pro Jahr 9% abgezogen. Bei allen Einkommensteuer-Sonderabzügen gelten zum Teil Höchstsätze, die auch die Vorsorgeaufwendungen betreffen.

2. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.