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Welche Entwicklung zeigt der Euro?

Seit der Bargeld-Einführung des Euro im Jahr 2002 hat die europäische Einheitswährung bereits einige Höhen und Tiefen ausgelotet. Als wichtigste Vergleichswährung gilt hier nach wie vor der US-$.

Das hat natürlich weitreichende Folgen für Unternehmen, die vom Im- bzw. Export abhängig sind. Ebenso gilt dies für Anleger, die beispielsweise in US-$ notierte Aktien investieren.

Zum Zeitpunkt der offiziellen Bargeld-Einführung des Euro am 01.01.2002 notierte der €/US-$ bei rund 0,87. Danach ging es im Zick-Zack bis Anfang 2008 auf rund 1,57 um sich bis zu den ersten Monaten des Jahres 2014 mehr oder weniger seitwärts bis auf etwa 1,49 zu bewegen.

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Quelle: ARIVA.DE

Seit einem Jahr verliert der Euro allerdings deutlich an Wert. Aktuell notiert die Einheitswährung gegenüber dem US-$ bei circa 1,08. Marktexperten gehen davon aus, dass der Abwärtstrend noch einige Zeit anhalten wird.

Exporte werden immer lukrativer

Durch den günstigen Euro werden beispielsweise europäische Exporte für ausländische Käufer immer günstiger. Einer der großen Profiteure ist die deutsche Automobilindustrie. Konzerne wie Volkswagen, Daimler oder BMW feiern einen Absatzrekord nach dem anderen.

Auf der anderen Seite verteuern sich Rohstoffe wie beispielsweise Erdöl und Raffinerie-Produkte. Dass sich dies noch nicht für den Verbraucher erkennbar ausgewirkt hat, liegt daran, dass sich der Ölpreis im gleichen Zeitraum ebenfalls abgeschwächt hat.

Europäische Auslandsreisende zahlen wegen der Schwäche des Euro mehr für ihren Urlaub. Dagegen werden Ferien oder Bildungsreisen z. B. nach Deutschland für US-amerikanische Staatsangehörige günstiger, was wiederum die deutsche Tourismus-Industrie stärkt.

Wie Anleger vom schwachen Euro profitieren

Privatanlegern aus Europa und besonders aus Deutschland eröffnet ein niedriger Euro-Kurs gute Chancen bei der Geldanlage. Börsenerfahrene Investoren sollten ihr Augenmerk ganz gezielt auf US-amerikanische Aktien richten.

Bei einer entsprechenden Investition erhöht sich nämlich die Rendite um die Marge, mit der sich der Euro gegenüber dem US-$ abschwächt.

Beispiel: Wer beispielweise genau vor einem Jahr Apple-Aktien für 1.000 € oder 1.375 US-$ erworben hat, blickt heute wegen der Kursgewinne des Papiers auf eine Anlagesumme von 2.217 US-€. Aufgrund der Abschwächung des Euro erhöht sich diese allerdings von 1.613 € auf 2.025 €.

Für Anleger mit einer geringeren Börsenerfahrung sind Investments in Einzelaktien wegen des erhöhten Risikos jedoch weniger empfehlenswert. Eher geeignet für diese Gruppe von Investoren sind auf US-$ notierende Aktienfonds, bei denen die Gelder breiter gestreut werden.

Gleichgültig aber – ob ausländische Aktie oder Aktienfonds – beide Anlageformen werden durch einen sinkenden €-US-$-Kurs unterstützt. Zumindest, solange sich der derzeit bestehende Abwärtstrend fortsetzt.

22. April 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.