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Welche Steuerklasse ist für Rentner sinnvoll?

Auch wenn es viele Rentner glauben – mit dem Eintritt in den Ruhestand endet das Thema Steuern leider nicht. Sowohl über eine Steuererklärung als auch über ihre Steuerklasse müssen sich Rentner Gedanken machen. Je nach Einstufung fällt die Rente mehr oder weniger üppig aus, denn die Steuerklasse entscheidet über die monatlichen Abzüge.

Rentner werden dabei nicht anders in die verschiedenen Steuerklassen eingeordnet, als Erwerbstätige. Ledige Personen erhalten die Steuerklasse 1, Alleinerziehende Personen die Steuerklasse 2 und Verheiratete können wählen zwischen Steuerklasse 4/4 oder 3/5. Einzig wenn der Ehepartner verstorben ist, gibt es eine Sonderregelung für den verwitweten Partner.

Immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben

Dadurch, dass seit 2005 ein Teil der Rente versteuert wird, müssen immer mehr Rentner eine Steuererklärung einreichen. Wie hoch der Anteil ist, der versteuert werden muss, hängt vom Renteneintrittsalter ab. Die genaue Steuerabgabe richtet sich nach der Steuerklasse. Für Ledige sind die Abgaben hoch, Vergünstigungen gibt es in der Ehe.

Da mit der bezogenen Rente genauso umgegangen werden muss wie mit Einkünften, die aus der Erwerbstätigkeit her rühren, sollten auch Rentner mit den verschiedenen Steuerklassen jonglieren und die für sich auswählen, die die meiste Steuerersparnis bringt.

Beispiel: Herr und Frau Schmitz sind beide im Ruhestand und ihrer beider Rente fällt relativ ähnlich aus. Herr Schmitz erhält monatlich 1.300 € und Frau Schmitz 1.200 €. In diesem Fall bietet es sich an, dass beide Partner die Steuerklasse 4 wählen, in der beide dieselben prozentualen Abzüge haben.

Steuerklasse an Rentenhöhe anpassen

Ist die Rente von Herrn Schmitz deutlich höher als die seiner Frau, dann empfiehlt sich der Wechsel in Steuerklasse 3 und 5. Auf diese Weise sind die Steuern für den mit dem höheren Einkommen niedriger und für den mit dem niedrigen Einkommen geringer. Arbeitet Herr Schmitz noch und nur seine Frau ist bereits in Rente, sollte der mit dem größeren Einkommen die Steuerklasse 3 wählen, da die Abgaben auf diese Weise am geringsten sind.

Stirbt Frau Schmitz vor ihrem Mann, kann er noch für zwei Jahre in der Steuerklasse 3 bleiben, was günstiger ist als Klasse 1. Wäre Herr Schmitz gar nicht erst verheiratet, sondern alleinstehend, würde er normalerweise in die Steuerklasse 1 eingestuft werden.

Für Rentner zählt die Anlage R in der Steuererklärung

Zwar gibt es keine extra Steuerklasse für Rentner, sie profitieren aber von vielen steuerlichen Vorteilen und Entlastungen. So können Rentner neben höheren Freibeträgen auch höhere Entlastungsbeiträge und Sonderausgaben wie zum Beispiel für Haushaltshilfen oder die Beerdigungskosten von nahestehenden Personen geltend machen.

Rentner, die ihre Steuererklärung machen, müssen die Anlage R ausfüllen. In ihr werden alle Angaben zu Rentenbezügen, privater Altersvorsorge und sonstigen Nebeneinkünften gemacht, anhand derer sich die Steuer für Rentner bemisst. Hat ein Rentner im laufenden Jahr zu viele Steuern gezahlt, muss er sich nicht sorgen: Über die Steuererklärung erhält er das zu viel gezahlte Geld zurück.

20. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.