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Weltbank – mit Krediten Retter in der Finanzkrise

Krisenzeit ist die Zeit der Weltbank, die zweite der großen Organisationen. Ähnlich wie der IWF (internationaler Währungsfonds) ist die Weltbank Feuerwehr.

Gegründet wurde die Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD), um die zerstörten Staaten nach dem zweiten Weltkrieg zu fördern.

Aufgabe der insgesamt fünf Organisationen unter dem Dach der Weltbankgruppe ist es, „weniger entwickelte Mitgliedsländer durch finanzielle Hilfe, Beratung und technische Hilfe“ zu fördern.

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Eines der Ziele ist es darüber hinaus, den Armenanteil an der Weltbevölkerung bis 2013 um die Hälfte zu reduzieren.

GeVestor allerdings ist der Ansicht, dass dieses erklärte Hauptziel statistischen Einflüssen unterliegt (unter anderem der Definition der Armut), das damit kaum messbar ist.

187 Länder sind Mitglied im Verbund der IBRD, die das Rückgrat der Weltbank bildet. Mitglied kann nur werden, wer auch Mitglied des IWF wird. Gerüchteweise nehmen nicht immer alle Mitgliedsländer ihre Zahlungsverpflichtungen so ernst wie es sein sollte.

Die USA sollen Beiträge nur schleppend zahlen. Ihrer Aufgabe, unter anderem der Armutsbekämpfung, kommen IWF und Weltbank gleichwohl nach.

Langjährige Kredite

In aller Regel vergibt die Weltbank auf Antrag langjährige Kredite zu so genannten marktnahen Konditionen oder gar zinslos. Zudem spricht sie Garantien für Mitgliedstaaten oder Privatinvestoren aus, die auf diese Weise einfacher Kredite aufnehmen können.

Den Antragstellern oder Kreditnehmer sind bei der Verwendung der Gelder nach Meinung von Kritikern oft die Hände gebunden. Grund für die Kritik ist die zweckgebundene Vergabe bestimmter Hilfen.

Dies liegt in der Natur der Sache, wenn sich die Kreditanträge auf bestimmte Projekte oder Strukturveränderungen beziehen.

  • Die Auflagen sind aus Sicht der Kritiker ideologisch gefärbt, insofern sie sich an den Vorstellungen aus dem Westens orientieren. So würden Machtverhältnisse zwischen den reichen Ländern und den ärmeren Regionen zementiert, indem die Strukturen der Ärmeren sich nicht ändern.
  • Oft profitieren nach Ansicht der Kritiker westliche Unternehmen von den Geldern, indem Produktionsstätten aufgebaut und subventioniert werden, ohne sich dauerhaft selbst zu tragen. Diesem Zweck dienen auch die Kredite an Privatinvestoren, wenn es nach den Kritikern geht.
  • Einige Staaten meinen zudem, die Kreditvergabe sei der Eingriff in die politische Autonomie der Regierungen und daher demokratiefeindlich.
  • Wie weit die Kritik gehen kann, zeigt sich in der Praxis Argentiniens im Umgang mit der zweiten weltweiten „Hilfs“Organisation IWF: die damalige Regierung lehnte trotz des Staatsbankrotts weitere Kredite ab und beschloss, sich selbst zu helfen. Damaliger Präsident des IWF: Horst Köhler, unter dessen Vorsitz ähnliche Sparprogramme aufgelegt wurden wie heute gegenüber Griechenland. Das Ergebnis: Heute blüht Argentinien wieder auf.

Die Weltbank hat sich in ihrer Funktion bewährt. In wieweit die Kritik an der fehlenden Hilfe zur Selbsthilfe berechtigt ist, bleibt sicher eine politische Frage. Auf der anderen Seite stabilisieren auch IWF und Weltbank die Finanzmärkte in der aktuellen Krise.

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Die Situation vieler Staaten dürfte aktuell fast jeder gleichen, in der die Weltbank ihre Bedeutung gewann: die Zerstörungen nach dem zweiten Weltkrieg.

11. Januar 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.