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Wenn der Faden reißt – Optionsscheine mit jähem Ende

Geringer Kapitaleinsatz und hoher Hebel – Knock Out-Produkte reizen, weil in relativ kurzer Zeit Gewinne winken.

Das Spiel funktioniert mit Zertifikaten, aber auch mit Knock Out-Optionsscheinen. Es geht um die erhoffte Kursentwicklung eines bestimmten Werts, der dem Investment zugrunde liegt wie Rohstoffe, Indizes oder Aktien.

Knock Out Optionsscheine verlockend billig

Reißt aber deren Kurs nur einmal die Knock Out Schwelle, ist Schluss – der Optionsschein verfällt wertlos. Die Prämie für Knock Out-Optionsscheine ist viel billiger als die für reguläre Scheine.

Je näher die alles entscheidende Barriere etwa am Kurs der Aktie liegt, desto weniger zahlt man und desto höher ist üblicherweise der Hebel, allerdings ist auch das Risiko gehebelt. Wie hoch es ist, macht Folgendes deutlich: Beträgt der Hebel beispielsweise 9, so schlägt der Wert auch 9 Mal stärker aus.

Der Reiz hoher Hebel

Der Hebel, durch den sich mit wenig Geld hohe Renditen erzielen lassen, hängt mit dem Bezugsverhältnis zusammen. Das wiederum bedeutet: Der Optionsschein bezieht sich nur auf Bruchteile einer Aktie oder eines Index. Beträgt das Bezugsverhältnis genau 1, kann man die Aktie am Ende der Laufzeit zum vereinbarten Preis kaufen.


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Hat sie sich gut entwickelt, kassiert man die Preisdifferenz – das Thema Knock Out-Schwelle hier einmal außer Acht gelassen. Bei einem Bezugsverhältnis von beispielsweise 0,1 indes ist der Gewinn ein Zehntel geringer, bei 0,01 ein Hundertstel. Dafür aber ist auch der Preis viel niedriger.

Was die Sache nun interessant macht, ist ein möglichst hoher Hebel. Errechnet wird er, indem man den Basiswertkurs mit dem Bezugsverhältnis multipliziert und durch den Kurs der Optionsscheins teilt. Wird die Barriere nicht gerissen, so erhält man am Fälligkeitstag den Betrag, um den der Aktienkurs den Basispreis überspringt, und zwar multipliziert mit dem Bezugsverhältnis. Das Ergebnis kann beachtlich sein.

Vorschnelles Ende möglich

Der Fälligkeitstag ist das Laufzeitende. Beim Knock Out-Optionsschein indes kann das vorschnelle Ende schon dann eintreten, wenn der Aktienkurs bis dahin die Barriere auch nur berührt. Das Papier verfällt wertlos, und zwar sofort. Wegen dieses hohen Risikos sind die Produkte deutlich billiger.

Um es zu bremsen, werden auch Knock Out-Optionsscheine mit eingebauter Stop-Loss-Marke angeboten. Vor Erreichen der Barriere wird gestoppt und man erhält einen Restbetrag.

Die Kunst besteht insgesamt darin, abzuschätzen wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Kurssprünge ist. Dabei kann man natürlich das Verhalten einer Aktie in der Vergangenheit betrachten. Einige Banken versuchen Investoren anzulocken, indem sie diese Arbeit abnehmen. Die UBS etwa legte 2014 als erste Optionsscheine mit einer errechneten Knock Out-Wahrscheinlichkeit auf, und zwar auf Sicht von 10 Tagen.

Basis ist die das Schwankungsverhalten im gleichen zurückliegenden Zeitraum. So besagt eine Wahrscheinlichkeit von 30%, dass die Barriere in dieser statistischen Größenordnung während der kommenden 10 Handelstage verletzt wird. Diese Angaben sind jedoch völlig unverbindlich.

Billig hat seinen Preis

Stichwort Schwankungsverhalten: Bei Knock Out-Produkten hat die Volatilität einer Aktie wenig Einfluss auf deren Preis. Anders als bei regulären Optionsscheinen steigt er bei fallender Volatilität, weil die Wahrscheinlichkeit einer Barriereverletzung sinkt. Genau umgekehrt ist es bei steigender Schwankungsintensität. Das heißt natürlich auch: Je billiger das Produkt, desto höher das Risiko.

Wer sich auf solche Investments einlässt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht ohne Grund beworben werden. Für die Banken sind sie eine einträgliche Einnahmequelle. Statistisch gewinnen sie mit ihren genauen Berechnungen viel häufiger als ihre Kunden.

Und selbst wenn man als Anleger einen satten Gewinn einstreicht, so besteht die Gefahr in der Annahme, das Ganze möglichst oft wiederholen zu können. Für einen gezielten Vermögensaufbau jedenfalls eignen sich Knock Out- Optionsscheine nicht.

5. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.