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Wenn Geld fehlt – Definition von Finanzierungslücken und Lösungen

Die Definition einer Finanzierungslücke ist zunächst einfach formuliert: Sie markiert die Differenz zwischen Geld, das zur Verfügung steht und Geld, das für Ausgaben benötigt wird. Weniger einfach ist es hingegen, diese Lücke zu schließen, zumindest wenn es um klassische Darlehen geht.

Die Fremdkapitalversorgung durch die Bank bereitet gerade kleineren und mittleren Unternehmen zunehmend Probleme – es gibt sie nicht mehr so wie noch vor Jahren.

Finanzierungslücke bei jungen Mittelstandsunternehmen

Und wenn, dann sind die Hürden mittlerweile extrem hoch. Verschärfte Regulierungen treiben die Bonitätsanforderungen in die Höhe. Dabei haben Europas Mittelstandsunternehmen bis 2018 einen Finanzierungsbedarf von rund 3,5 Billionen €. Das jedenfalls errechnete die Ratingagentur Standard & Poor`s Anfang des Jahres.

Einer EZB-Umfrage zufolge kämpft jede dritte Firma mit Finanzierungslücken. 13% der Befragten bekamen keinen Kredit. 7% resignierten und stellten erst gar keinen Antrag. Der Rest zahlt extrem hohe Zinsen.

Doch wenn die Banken mit ihrer restriktiven Haltung Finanzierungslücken verursachen, sind Alternativen gefragt. Um es mit den Worten von Günter Wolf, Line Manager Controlling bei Siemens, zu formulieren: „Wenn die Banken sich nicht mehr an der Mittelstandsfinanzierung beteiligen wollen, dann werden sie auch nicht mehr gebraucht. Die Firmen werden sich um andere Finanzierungskonzepte bemühen.“


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Finanzierungslücken durch Crowdfinancing schließen

Dazu gehört etwa das Crowdfinancing. Bei dieser Art von Schwarminvestition wird über Internetportale Geld eingesammelt. Die Idee: Bereits kleinere Beträge von möglichst vielen Geldgebern können beachtliche Summen ergeben. Von diesem Konzept profitieren vor allem kleinere, junge Firmen und Start-Ups.

Dabei ist zunächst zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting zu unterscheiden. Im ersten Fall geht es um Spenden. Gegenleistungen gibt es höchstens in Form von kleineren Sachwerten. Crowdinvesting hingegen ist eine Anlageform. Anleger erhalten ab ca. 250 € Einlage Firmenanteile bzw. Gewinnbeteiligungen – bei den meisten Plattformen geht es um Fremdkapitalbeteiligungen.

Plattformen mit Eigenkapitalbeteiligungen als Anlage

Eigenkapitalbeteiligungen indes gibt es als Vermögensanlagen, Wertpapiere oder partiarische Darlehen mit Gewinnbeteiligung.

Vermögensanlagen sind klassischerweise Mezzanine-Finanzierungen wie Genussrechte oder Stille Beteiligungen. Bei einem Finanzierungsbedarf von über 100.000 im Jahr muss das Unternehmen einen Verkaufsprospekt erstellen. Derartige Anlagen bieten etwa bankless24.de, deutsche-mikroinvest.de oder united-equity.de.

Einen anderen Weg geht die Plattform bergfuerst.com. Hier erhalten Anleger Aktien – natürlich nur mit Wertpapierprospekt. Vorzeigeprojekt von Bergfürst ist das Heimtextilienunternehmen Urbanara. Die Firma wechselte von einer GmbH in eine AG und sammelte rund 3 Mio. € ein. Bergfuerst.com hat als bislang einzige Plattform eine Bafin-Lizenz und betreibt einen eigenen Sekundärmarkt, auf dem Anleger ihre Aktien untereinander handeln können.

Außerdem gibt es Beteiligungen in Form von partiarischen Nachrangdarlehen, Gewinnbeteiligung eingeschlossen. Allerdings haben Anleger wegen der Nachrangigkeit im Falle einer Insolvenz das Nachsehen. Dafür zumindest gibt es keine Nachschusspflicht.

Chancen und Risiken für Anleger

Mit Crowdinvesting können Unternehmen wesentlich einfacher Finanzierungslücken schließen als über die Bank. Zudem, bei Einzelprojekten geht es oft um Summen, die für Banken uninteressant sind.

Der Vorteil einer Investment-Plattform für Anleger: Dank schlanker Online-Strukturen sind die Verwaltungskosten sehr gering. Außerdem wird mit teils hohen Renditen gelockt. Die Deutsche Mikroinvest etwa wirbt mit einem Depot aus verschiedenen Beteiligungen und Zinsen von bis zu 11%.

Allerdings: Das Risiko ist nicht unerheblich. Geht das Unternehmenskonzept der meist jungen Firmen nicht auf, ist notfalls der gesamte Einsatz verloren. Nach Erkenntnis der KfW-Bank wirft nach drei Jahren rund ein Drittel der Unternehmensgründer das Handtuch.

Da bereits viel Anlegergeld verloren ging, bemühen sich die Behörden derzeit um künftige Regulierungen. Das immer beliebtere Crowdinvesting sollte dann in sichere Bahnen gelenkt werden. In den USA wurde dieser Schritt bereits getan. Bis dahin erscheint zumindest eine Plattform mit Bafin-Lizenz als die weniger riskante Variante.

30. August 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.