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Wenn Sie sich ein Maklergesetz backen könnten – wie sähe das aus?

Sie wissen aus vielen meiner Beiträgen, dass das Maklerrecht ein häufiger Diskussionsgegenstand in der Politik ist.

Die Regelung der Provisionshöhe haben sich verschiedene politische Parteien auf die Fahne geschrieben. Es wird sich wohl in der kommenden Legislaturperiode im Maklerrecht etwas tun.

Kommt ein neues Maklergesetz? Welche Ideen setzen sich durch?

Deshalb stellen wir Ihnen hier die verschiedenen Ideen rund um ein neues Maklerrecht vor. Die Gedankenwelt der DIN EN 15733, also der Europanorm für Immobilienmakler, kennen Sie bereits.

Neu ist ein Vorschlag, den ein europäischer Verband der Immobilienberufe, kürzlich vorgestellt hat. Die RICS, also die Royal Institution of Chartered Surveyors, hat ihren Ursprung in England und weltweit mehr als 100.000 Mitglieder. 3.000 dieser Mitglieder sind aus Deutschland.

Für Sie ist wichtig zu wissen, was rund um den Maklerberuf derzeit diskutiert wird und um sich eine Meinung zu diesen Vorschlägen zu bilden.

Achtung: Die Diskussion von heute kann das Gesetz von morgen sein!

Internationaler Makler-Standard

Auch die RICS haben sich Gedanken gemacht, wie denn ein einheitlicher Standard für Immobilienmakler aussehen könnte.

Deshalb wurde im Jahr 2011 ein solcher Maklerstandard erarbeitet und veröffentlicht. Dieser ist unter der Abkürzung REABS bekannt geworden.

Wenn der Internationale Makler-Standard zum Gesetz wird

Die Idee der RICS ist es nun, die Vorschriften aus dem internationalen Makler-Standard auch in Deutschland als Grundlage für das Handeln von Immobilienmaklern  zu machen.


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Die folgenden Eckpunkte sollten aus Sicht der RICS in ein neues Maklergesetz in Deutschland verpackt werden:

  • Berufszulassung

    einheitlicher Fachkundenachweis, einschlägige Berufserfahrung und eine Haftpflichtversicherung als Voraussetzung für eine selbstständige Maklertätigkeit

  • Formerfordernis für Maklerverträge

    Klare Vertragsverhältnisse durch Schriftform des Maklervertrages, kein konkludenter Abschluss eines Maklervertrages mehr

  • Legitimierung der Maklertätigkeit von der nicht provisionspflichtigen Seite

    Neben dem eindeutigen Maklervertrag mit der provisionspflichtigen Partei, sollte auch die Zustimmung der anderen Partei zumindest in Textform vorliegen, bevor der Makler tätig wird. Das sollte auch eine Voraussetzung für das Entstehen einer Provisionsforderung sein.

  • Einseitige Interessenvertretung als Leitbild des Immobilienmaklers

    Um die zwangsläufig entstehenden Interessenkollisionen zu vermeiden, die bei Doppeltätigkeit entstehen, sollte der Makler eindeutig die Interessen nur einer Seite der Transaktion vertreten.

    Diese Regelung wäre in Deutschland ganz neu. Deshalb schlägt die RICS auch eine Übergangsfrist vor, in der der Makler unter Offenlegung weiterhin für beide Seiten tätig sein darf.

  • Vermittlung von Verträgen als Standard Makler-Leistung;

    Der Nachweis als alleinige Maklertätigkeit soll nur auf Fälle beschränkt werden, in denen der Auftraggeber dem ausdrücklich zugestimmt hat. Die Idee der RICS ist es, dass die Vermittlung als Maklerleistung im Vordergrund steht und nicht der Nachweis.

  • Freie Vereinbarkeit von erfolgsunabhängigen Honoraren, Aufwendungsersatz und Verpflichtungen der Auftraggeber im qualifizierten Alleinauftrag (Verweisung- und Hinzuziehungspflichten, Provisionspflicht bei Eigenverkauf)

    Hier schlägt die RICS mehr Vertragsfreiheit vor, die in Deutschland durch die Rechtsprechung oft eingeschränkt wird.

  • Für Beauftragung von Untermaklern (Gemeinschaftsgeschäfte) ist Zustimmung des Auftraggebers erforderlich
  • Freie Vereinbarkeit der Provisionsmodalitäten und -höhen

Sie sehen schon, dass dieser Vorschlag für ein neues Maklergesetz in Deutschland an einigen Grundfesten des bisherigen Systems rüttelt. Für die Diskussion rund um die Maklertätigkeit sind diese Vorschläge sehr wichtig.

Für Sie wird sicherlich der Gedanke der einseitigen Interessenvertretung besonders ungewohnt sein. Vor allem in den Regionen Deutschlands, in denen die Provision von beiden Seiten getragen wird, also vom Käufer und vom Verkäufer, kommt dieser Vorschlag sicher sehr radikal daher.

22. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.