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Wer neben den Banken die Welt beherrscht

Banken beherrschen die Welt, heißt es. Dabei denken die meisten spontan an Größen wie J.P. Morgan, Citibank, UBS, Deutsche Bank oder die Zentralbanken. Mindestens die Hälfte des weltweit gehandelten Geldvolumens jedoch wird von Schattenbanken bewegt. Wer aber mit dem Begriff automatisch illegale Geschäfte verbindet, liegt falsch.

Vermögensverwalter und Hedgefonds als Drahtzieher

Eine Schattenbank ist per Definition schlicht ein Finanzunternehmen, das außerhalb des regulären Bankensystems tätig ist. Schattenbanken vermitteln Kapital oder legen es an. Dazu gehört etwa Black Rock, die Nummer eins der vier weltweit größten Vermögensverwalter. Zusammen steuern sie ein Anlagevolumen von über 12 Billionen US-$, fast so viel wie das Bruttoinlandsprodukt der EU. Aber auch ein George Soros ist mit seinem über 29 Mrd. US-$ schweren Hedgefonds Quantum Teil des Schattenbankensystems.

Wegen ihres enormen Einflusses auf das internationale Finanzsystem werden die Schattenbanken von den Regierungen mit Argwohn beobachtet. Sie gelten als Mitverursacher der Finanzkrise ab 2008. Mit ihren großen Aktienpaketen kontrollieren sie Banken, Versicherungen sowie Konzerne, und durch den Kauf von Anleihen machen sie ganze Staaten von ihnen abhängig.


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Definition einer Schattenbank: keinesfalls automatisch illegal

Insofern könnte man bei Schattenbanken die Definition lakonisch in „die wahren Drahtzieher der Welt“ abändern. Allerdings darf man nicht vergessen, dass sich auch die regulären Finanzinstitute und Länder über Staatsfonds selbst an dem System beteiligen.

Somit gibt es für das Phänomen Schattenbank keine einheitliche Definition. Das zeigt nicht zuletzt der Versuch der Bundesbank, für den Begriff Schattenbank eine Definition zu formulieren. In langen Sätzen werden Zusammenhänge und Grenzbereiche beschrieben. Dazu gehört unter anderem, dass sich reguläre Banken durchaus im Bereich der Schattenbanken bewegen und so legal wichtige Regulierungen umgehen.

Regulierungsversuche und Probleme

Wegen der potenziellen Gefahren, die in diesem Teil des Finanzsystems stecken, werden international und auf EU-Ebene Regulierungen angestrebt, die das ganze System transparenter und greifbarer machen sollen. Dazu gehören eine Stärkung von Aufsichtsorganen oder verbindliche Kapitalstandards. Wie viel sie letztlich bewirken können, ist fraglich.

Der massive Einfluss durch Anleihekäufe und Firmenbeteiligungen lässt sich kaum verbieten. Auch ein Versuch, Hedgefonds zu beschränken, scheitert an der unklaren Trennung zwischen gefährlicher Spekulation und sinnvoller Absicherung. Jeder Privatanleger, der sich mit Derivaten beschäftigt, kennt das Problem.

Insofern dürften Schattenbanken eine parallele Finanzwelt bleiben, in der die meisten Aufsichtsbehörden recht wenig ausrichten können. Selbst was legal, was halblegal ist oder nicht, wäre letztlich nur mit einer totalen Kontrolle aller Zahlungsströme auf der Welt einigermaßen nachvollziehbar. Gedankenspiele, die in diese Richtung gehen, gibt es genauso wie angekündigte schwarze Listen.

Gut und Böse funktioniert nicht

Doch lässt sich das Finanzsystem, wie alles andere, kaum in grobe Raster stecken. Abgesehen davon gehen die Ansichten, was gut und böse ist, je nach Land teils erheblich auseinander. Allein bei den bisherigen Versuchen, die Finanzindustrie stärker zu kontrollieren, zeigen sich Blockaden.

Deutschland und Frankreich wären dafür, die Briten dagegen und in den USA gibt es genauso viele Befürworter wie Gegner. Dort ist übrigens das Schattenbankensystem am größten.

22. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.