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Wertpapiere – Erklärung und Definition

Der Ausdruck Wertpapiere wird von vielen Anlegern häufig verwendet.

Dabei findet diese Bezeichnung in den unterschiedlichsten Zusammenhängen Anwendung – beispielsweise bei Aktien und Anleihen, aber auch bei Sparbüchern und Schecks.

Im Alltag ist somit sehr häufig die Rede von Wertpapieren. Eine Erklärung und Definition zeigt jedoch, was sich wirklich hinter dem Begriff verbirgt.

Wertpapiere – verbrieftes Recht

Ein Wertpapier ist laut Definition eine Urkunde, die ein klar formuliertes Recht verbrieft.

Mehr zum Thema: Wertpapiere: Definition und Investitionsmöglichkeiten

Dieses Recht kann nur dann geltend gemacht werden, wenn diese Urkunde dem Schuldner vorgelegt wird und damit den Anspruch an der Sache beweist.

Diese Definition ist in der modernen Welt leicht veraltet, da in vielen Bereichen mittlerweile keine ausgestellte Urkunde mehr nötig ist und das Recht auf andere Weise – häufig digitalisiert – geführt wird.

Dementsprechend sagt in Deutschland das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) aus, dass auch bestimmte Wertpapiere ohne das Ausstellen einer Urkunde als Wertpapiere im Sinne des Gesetzes gelten.

Dies betrifft nach § 2 WpHG „alle Gattungen von übertragbaren Wertpapieren mit Ausnahme von Zahlungsinstrumenten, die ihrer Art nach auf den Finanzmärkten handelbar sind“.

Hierunter fallen unter anderem Aktien und Schuldtitel wie Genussscheine und Inhaberschuldverschreibungen.

Mehr zum Thema: Genussscheine: Zwitter zwischen Aktie und Anleihe

Die verschiedenen Arten von Wertpapieren

Die Rechte, welche in Wertpapieren verbrieft werden können, lassen sich in mehrere Kategorien einteilen.

Die sogenannten Forderungsrechte finden sich beispielsweise bei Anleihen oder Sparbüchern. Von Beteiligungsrechten ist häufig bei Vermögens- oder Stimmrechten wie Aktien die Rede.

Unter sachenrechtliche Wertpapiere fallen hingegen Schuldbriefe wie Hypothekenbrief oder Grundschuldbrief.

Jedoch sei darauf hingewiesen, dass eine klare Einteilung in Kategorien auf unterschiedliche Arten erfolgen kann.

So wird vielfach nicht nur nach der Art des verbrieften Rechts unterschieden, sondern zum Beispiel auch nach Art der rechtlichen Übertragbarkeit (Inhaberpapiere, Namenspapiere).

Auch nach der wirtschaftlichen Funktion oder nach dem Ertrag aus den Wertpapieren kann man unterscheiden. Somit können die verschiedenen Wertpapiere je nach Art der Einteilung zu verschiedenen Kategorien gezählt werden.

Dies sind keine Wertpapiere

Die Definition des Begriffs Wertpapier bedarf einer Erklärung hinsichtlich der Abgrenzung zu anderen Papieren, welche vielfach irrtümlich zu den Wertpapieren gezählt werden.

Banknoten zählen zum Beispiel meist nicht als Wertpapier, seit sie nicht mehr – wie früher häufig üblich – goldgedeckt sind.

Mit einer Golddeckung war gewährleistet, dass eine Banknote jederzeit in eine bestimmte Menge Gold getauscht werden konnte; dies ist heute in der Regel nicht mehr der Fall.

Mehr zum Thema: Die Dollar-Golddeckung

Schuldscheine oder Quittungen beweisen zwar ein Recht, jedoch besteht das Recht auch ohne den Besitz dieser Papiere, so dass sie keine Wertpapiere sind. Das Recht kann auch auf andere Weise als den Besitz des Papiers durchgesetzt werden.

Man sieht also, dass eine klare Definition und Erklärung des Wertpapier-Begriffs nicht leicht ist. Er beinhaltet mehr, als der tägliche Sprachgebrauch vermuten lässt, schließt aber auch viele wertpapierähnliche Papiere aus.

8. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.