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Wertpapierkauf durch Notenbanken – Ein Spiel mit Höhen und Tiefen

Notenbanken haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung an den Börsen. Wenn die Zentralbanken massenhaft Wertpapiere wie Staatsanleihen kaufen und Geld in Umlauf bringen, hat dies meist folgenden Effekt:

Das Kapital der Anleger fließt dorthin, wo diese die beste Kombination aus Sicherheit und Rendite erwarten, also oft in Aktien, Edelmetalle oder Immobilien.

Notenbanken kaufen Wertpapiere zur Marktregulierung

Doch bei Notenbank-Interventionen stehen zum einen die Kurse dieser Anlageklassen mitunter auf wackeligem Fundament.

Zum anderen aber können sich selbst Staatsanleihen von Krisenstaaten als Schnäppchen für Risikobewusste erweisen.

Notenbanken intervenieren in Krisenzeiten. Ihre Kernaufgabe liegt im Erhalt der Preisstabilität.

Sie greifen aber auch bei anhaltend lahmender Wirtschaft, Marktstörungen oder hoher Staatsverschuldung in den Markt ein. Dies geschieht meist auf zur Unterstützung der Wirtschaftspolitik. Formal dürfen die Regierungen die unabhängigen Notenbanken natürlich nicht zu bestimmten Handlungen zwingen. Dennoch ist zu beobachten, dass sich die Zentralbanken (indirektem) (politischen) Druck de Facto nicht entziehen können.

Derartige Eingriffe der weltweit bedeutendsten Notenbanken sind gerade seit den aufeinanderfolgenden Krisen der vergangenen Jahre zu beobachten, gleich ob in Japan, den USA oder in der Eurozone.

Ein wichtiges Steuerinstrument dafür nennt sich Offenmarktpolitik. Dazu gehört der direkte An- oder Verkauf von Wertpapieren durch die jeweilige Zentralbank. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) läuft dieser Handel nur über den Sekundärmarkt.

Der direkte Ankauf von Anleihen bei emittierenden Staaten oder Unternehmen ist für die EZB verboten.

Kauft nun die Notenbank Staatsanleihen in großen Mengen, so bringt sie Geld in Umlauf. Dieses Geld führt zu einer höheren Nachfrage durch die Wirtschaftsubjekte und stimuliert so die Wirtschaft.

Gleichzeitig sinken die Zinssätze, dies verbilligt für Staaten, Unternehmen und Private die Kreditaufnahme. Dies ist ein Signal für die Märkte.

Notenbanken kaufen Wertpapiere: Auswirkungen auf Börsen und Anleger

Die Kurse der schon am Markt gehandelten Anleihen gehen bei sinkenden Renditen nach oben, verhalten sich also gegenläufig. Bisherige Besitzer können Kursgewinne einstreichen. Hat die Zentralbank verkündet, über einen längeren Zeitraum diese Käufe durchzuführen können auch Neuanleger von künftigen Kursgewinnen ausgehen.

Tatsächlich konnten Anleger, die zu Beginn der Kaufaktivitäten der EZB in Anleihen von Problemstaaten wie Italien oder Spanien investiert hatten, beachtliche Gewinne einstreichen. Grund sind die gestiegenen Kurse.

Die Gefahr dabei: Sollten sich die Notenbank-Interventionen letztlich als erfolglos erweisen, werden Staatsanleihen reihenweise verkauft. Das wäre dann letztlich eine Art Glaubwürdigkeitsproblem gegen über der Zentralbank.  Bemerkenswert in diesem Zusammenhang war die Tatsache, dass es in der kritischen Zeit eine sehr starke Flucht in insbesondere deutsche Staatsanleihen gegeben hat. Teilweise hatten diese Kursgewinne innerhalb eines Jahres von weit über 50 %, und damit mehr als bei Aktien.

In der Erwartung, dass die Notenbank-Interventionen zugleich die Wirtschaft stimulieren, fließt viel Investitionskapital in Aktien. Und ein weiterer in letzter Zeit wichtiger Punkt: es ist sehr viel Geld im Umlauf, aber wegen der niedrigen Zinssätze sind fast nur noch Engagements in Aktien attraktiv.

Die Indizes zeigen nach oben. Doch nicht immer passen die weltwirtschaftlichen, nationalen oder unternehmensbezogenen Fundamentaldaten zur Börsen-Euphorie. Wenn sich diese nicht irgendwann ausgleichen besteht die Gefahr einer deutlichen Korrektur der Märkte.

Auf der Suche nach sicheren Häfen investieren viele Anleger in Edelmetalle oder Immobilien. Langfristig betrachtet ist aber auch das nicht ohne Risiko.

Sobald die Zeiten sich ändern, sinkt der ohnehin überhöhte Preise wieder ab.   Achten Sie daher immer darauf, ob die Preise, die Sie für Ihre Anlagen zahlen, nicht bereits überhitzt sind. Dieses Phänomen kann man im Zeitablauf für grundsätzlich alle Märke (ob Aktien, Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe, Zinsen) immer wieder beobachten.

Welche Alternative haben Anleger?

Wenn die Notenbanken mit dem Kauf von Wertpapieren in den Markt eingreifen, ist mit Volatilitäten und Kursen zu rechnen, die der Realität auf Dauer nicht standhalten.

Anleger müssen also geschickt und schnell agieren. Die sichere Alternative ist eher ein langfristiges Investment über unruhige Zeiten hinweg mit einem möglichst breit gestreuten Portfolio.

7. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.