MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Wie Aktiengesellschaften ihre Kapitalstruktur aufbessern

Nach außen hin möchte eigentlich jeder gut dastehen. Das gilt auch und vor allem für Wirtschaftsunternehmen und hier besonders für Aktiengesellschaften. Und wenn diese ihre Bilanz aufpolieren möchten, haben sie dazu verschiedene Möglichkeiten.

Eine davon ist das Halten bzw. der Rückkauf eigener Aktien. Per Definition sind dies Anteilsscheine, die Besitz des herausgebenden (emittierenden) Unternehmens befinden und nicht zu so genannten Streubesitz, den Papieren der Aktionäre, zählen.

Eigene Aktien: Definition eines Instruments zur Optimierung von Fremd- und Eigenkapital

Viele Gesellschaften halten, kaufen und verkaufen eigene Aktien im Rahmen der Kurspflege. Auf diese Weise können die Unternehmen ungünstige Kursausschläge nach unten oder oben ausgleichen – wenn beispielsweise die Veröffentlichung schlechter Quartalszahlen bevorsteht.

Bilanztechnisch bedeutet der Ankauf eigener Aktien eine Verminderung des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft. Mit dem Aktienkapital deckt ein Unternehmen nämlich bestehende Verbindlichkeiten. Wenn also eine Gesellschaft liquide Mittel in eigene Aktien investiert, kann sie diese nicht mehr zur Begleichung von Krediten oder Verbindlichkeiten verwenden.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Seit 1998 dürfen Unternehmen in Deutschland eigene Aktien an der Börse zurückkaufen. Und seitdem haben sich weit mehr als 100 Gesellschaften bereits die notwendige Genehmigung ihrer Anteilseigener für den Aktienrückkauf eingeholt.

Diese Ermächtigung zum Rückkauf wird von der jährlich stattfindenden Hauptversammlung erteilt, in der die Mehrheit der Aktionäre dem Vorhaben ihres Unternehmens zustimmen muss.

In Zukunft dürfte die Zahl der Rückkäufe noch weiter ansteigen, denn eine solche Maßnahme bietet sich vor allem an, wenn die Aktienkurse im Keller sind. Dann lohnt sich das Parken von Gewinnrücklagen wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen nicht. Wenn die Kurse wieder steigen, können die günstig erworbenen eigenen Aktien dann wieder gewinnbringend abgegeben werden.

Weitere Gründe für ein Unternehmen eigene Aktien zu kaufen

Neben der Kurspflege gibt es noch weitere Gründe für eine Gesellschaft eigene Aktien zu kaufen: So kann ein Unternehmen im Falle einer bevorstehenden feindlichen Übernahme mit einem hohen Bestand an eigenen Aktien eine solche erschweren oder gar verhindern.

Abgesehen davon ist jede Gesellschaft bestrebt, eigene liquide Mittel gewinnbringend zu investieren. Auf dem Finanzmarkt wird es jedoch immer schwieriger, eine zufriedenstellende Rendite zu erzielen. Daher kann jedes Unternehmen, das seine eigene wirtschaftliche Entwicklung positiv einschätzt, die Möglichkeit ergreifen, freie Gelder in eigene Aktien anzulegen.

Normalerweise wird auf eigene Aktien keine Dividende gezahlt. Daher ist das Halten von eigenen Aktien eine gute Möglichkeit, den Gewinn pro Aktie bei einer gleichbleibenden Gesamtdividende eines Unternehmens zu verbessern.

Ein Beispiel: Das Automobilunternehmen GMW zahlt ohne eigene Aktien bei einem Kurs von 40 € seinen Aktionären im Jahr 2014 eine Dividende von 2 € – also 5 % Dividendenrendite. Nachdem GMW Anfang 2015 10 % aller Anteilsscheine zurückgekauft hatte, erhalten die Aktionäre des Unternehmens in diesem Jahr 2,22 € Dividende (oder 5,55 %).

8. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.