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Wie Anleger auf das Haushaltsdefizit in Frankreich reagieren können

Frankreich hat genauso mit seinem Haushaltsdefizit zu kämpfen, wie viele andere Länder in der EU. Tatsächlich geht es inzwischen gar nicht mehr darum, ob es in einem Jahr ein Haushaltsdefizit gibt, sondern nur noch, wie hoch das Defizit ist. Für Anleger ist dies kein attraktives Umfeld. Genauso sieht auch der französische Leitindex CAC40 aus, dessen Tendenz nach unten zeigt.

Haushaltsdefizit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt

Das Haushaltsdefizit in Frankreich wird, wie in anderen Ländern auch, in erster Linie nicht in absoluten Zahlen gemessen. Vielmehr errechnet sich eine Neuverschuldung in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt. Laut dem EU-Stabilitätspakt darf das Haushaltsdefizit nur 3 % der BIP betragen.

Jedoch halten sich Strafen für ein Missachten dieser Vorgabe sehr in Grenzen. Das wird auch deutlich am aktuellen Haushaltsdefizit in Frankreich. So hatte die Regierung um Finanzminister Sapin einen ersten Entwurf für 2015 vorgelegt. Demzufolge wurde mit einem Defizit von 4,3 % geplant. Nachdem es dazu Kritik aus den Reihen der EU-Kommission gab, hat Frankreich nachgebessert. Der neue Plan sieht nur noch eine Neuverschuldung von 4,1 % des BIP vor.

Haushaltsdefizit in Frankreich erreicht selten die EU-Vorgaben

Ab 2017 will Frankreich wieder unter der 3 prozentigen Neuverschuldung liegen. Das Ziel wurde ursprünglich bereits für 2015 ausgegeben. Es musste jedoch um 2 Jahre nach hinter verschoben werden. Wie selten Frankreich diese Hürde in der Vergangenheit gerissen hat, zeigt die folgende Grafik. Lediglich in den Jahren vor der Schuldenkrise gelang es den Franzosen dreimal in Folge die Vorgabe einzuhalten.

Haushaltsdefizit-Frankreich

Quelle: Statista 2014

Allerdings ist die Tendenz seit dem Höhepunkt der Krise 2009 sehr beachtlich. Während die Neuverschuldung im Krisenjahr rund 7,5 % betrug, konnten die Defizite in den Folgejahren jeweils reduziert werden. Einziger Wermutstropfen ist hier natürlich jetzt, dass die Quote von 2015 wieder höher ist als 2014. Das ist somit ein Trendbruch. Vielleicht hat die EU-Kommission auch deshalb den Entwurf besonders intensiv kritisiert.

Haushaltsdefizit in Frankreich aus Anlegersicht

Für Privatanleger ist Frankreich aktuell kein guter Boden. Wer die Geduld hat, kann auf eine Trendwende warten, die eventuell 2017 geschehen kann. Jedoch sollte dann auch die Charttechnik für einen Einstieg sprechen. Allein ein gesunder Haushalt ist noch keine Garantie für steigende Kurse, wenngleich dies aus Sicht der Fundamentaldaten sicherlich ein gutes Zeichen ist.

Schließlich ermöglicht den Franzosen ein geringeres Haushaltsdefizit als 3 %, Gelder in wichtige Schnittstellen fließen zu lassen, die aktuell unter der Sparsamkeit leiden müssen. Denn selbst wenn ein theoretisches Defizit von 2 % oder weniger möglich wäre, ist es ratsam die vollen 3 % auszunutzen, um die Wirtschaft im eigenen Land anzukurbeln. Insofern wird es wohl auch zukünftige wenige EU-Länder geben, die deutlich unterhalb dieser Marke ihren Haushalt planen werden.

3. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.