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Wie Sie eine Stundung beim Finanzamt beantragen

Die Situation mutet erschreckend an: Man kann die Steuerschuld beim Finanzamt nicht begleichen und es steht eine Vollstreckung an. In einem solchen Fall gilt es schnell und überlegt zu handeln, um das Schlimmste noch abzuwenden.

Eine Möglichkeit ist hierbei die Stundung der Steuern. Dies bedeutet, dass die Fälligkeit der Steuern in die Zukunft verschoben wird. Dies hat – wohlgemerkt – keinen Einfluss darauf, dass diese Steuerschuld noch beglichen werden muss. Lediglich der Zeitpunkt der Bezahlung kann hiermit verschoben werden. Es sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen, damit die Steuerschuld tatsächlich gestundet werden kann.

Die Voraussetzungen für eine Stundung der Steuerschuld

Zunächst einmal müssen zwei verschiedene Arten der Stundung unterschieden werden: zum einen die sogenannte Überbrückungsstundung und zum anderen die Stundung zur Überbrückung einer finanziellen Notlage.

Die Überbrückungsstundung kann dann gewährt werden, wenn der Steuerschuld eine zu erwartende Steuerrückzahlung gegenübersteht. Kann das Finanzamt also absehen, dass die offene Forderung mit einer anstehenden Steuererstattung verrechnet werden kann, so ist eine zinsfreie Stundung auf Antrag möglich.

Anders ist es bei der Stundung zur Überbrückung einer finanziellen Notlage, die auch als Stundung aus persönlichen Gründen bezeichnet wird. Bei dieser „echten“ Stundung werden Zinsen fällig. Für die Gewährung dieser Stundung müssen zwei Voraussetzungen erfüllt werden: die Stundungsbedürftigkeit und die Stundungswürdigkeit.

Stundungsbedürftigkeit bedeutet, dass eine Einbeziehung der Steuer die wirtschaftliche Existenz des Schuldners bedrohen und die Vollstreckung erhebliche Härte bedeuten würde. Es ist dem Steuerschuldner aber beispielsweise zuzumuten, zur Begleichung der Steuerschuld einen Kredit aufzunehmen.

Stundungswürdigkeit bedeutet, dass der Steuerpflichtige den finanziellen Engpass nicht selbst herbeigeführt hat. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn durch eine Krankheit die finanziellen Rücklagen aufgebraucht wurden.

Der Antrag auf Stundung beim Finanzamt

Beide Arten der Stundung müssen in aller Regel schriftlich beim Finanzamt beantragt werden. Da eine Stundung nicht rückwirkend gewährt wird, sollte der Antrag rechtzeitig beim zuständigen Finanzamt eingehen. Es empfiehlt sich also, den Antrag auf jeden Fall vor Fälligkeit der Forderung einzureichen.

Darüber hinaus sollte in dem Antrag glaubhaft dargelegt werden, aus welchem Grunde die Stundung beantragt wird. Im Falle einer echten Stundung sollte also erklärt werden, welche nicht selbst verschuldeten Umstände zu dem vorübergehenden finanziellen Engpass geführt haben.

Wichtig ist zudem, dass glaubhaft gemacht werden kann, dass der Zahlungsanspruch durch die Stundung nicht gefährdet ist. Strebt man mit dem Stundungsantrag eine Ratenzahlung der Steuerschuld an, sollte dem Antrag ein Tilgungsplan hinzugefügt werden.

Tipps zur Beantragung einer Stundung beim Finanzamt

Natürlich sollte es das Ziel jedes Steuerpflichtigen sein, erst gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, eine Stundung beantragen zu müssen. Grundsätzlich geht das Finanzamt davon aus, dass Steuerpflichtige ihre eigene Finanzlage so weit im Blick haben, dass sie auf Forderungen des Finanzamtes vorbereitet sind und entsprechend Rücklagen gebildet haben.

Generell empfiehlt es sich, den persönlichen Kontakt zu dem Sachbearbeiter zu suchen, um die Chancen auf eine Stundung auszuloten und in einem Gespräch die Gründe vorab zu erläutern. Zudem kann es sinnvoll sein, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Dieser kann den Steuerpflichtigen beraten, welche Art der Stundung unter welchen Voraussetzungen gewährt werden kann und wie man dabei am besten vorgeht.

22. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.