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Wie das Internet die Wirtschaft verändern wollte

Als Old Economy werden die wirtschaftlichen Aktivitäten der klassischen Industrien bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise der Sektor der Finanzdienstleistungen (z.B. Commerzbank) sowie die Automobil- (Daimler, BMW u.s.w.), die Maschinenbau- oder die Chemieindustrie (Bayer, BASF) . Diese, auf materielle und traditionelle Waren und Dienstleistungen ausgerichtete, Wirtschaft gründet dabei in erster Linie auf dem Prinzip der knappen Güter.

Dagegen bauen Unternehmen der New Economy (z.B. 1+1, Bechtle, United Internet) ihr Geschäftsmodell auf Technologien rund um das Internet auf. Gesellschaften der Softwarebranche gehören ebenfalls zu dieser Gruppe.

Die Bezeichnung Old Economy wurde in den Anfangsjahren des Internets als Gegenbegriff zur New Economy eingeführt. Inzwischen setzte sich mehr und mehr die Ansicht durch, dass eine eindeutige Abgrenzung zwischen New und Old Economy nicht mehr wirklich zweckmäßig erscheint. Denn im Endeffekt investieren traditionellere Firmen ebenfalls in neue Technologien.

Old Economy: Definition und Ursprung des Begriffs

Die Bezeichnungen Old und New Economy kamen während der Zeit des so genannten Internet Hypes zu Beginn des neuen Jahrtausends auf und wurden damals oft und gern verwendet. In der Aufbruchsstimmung des Internet-Zeitalters war man der Meinung, dass die industrielle Massenfertigung von Gütern, also die Old Economy, an Bedeutung verlieren werde. Die Verfechter der New Economy gingen davon aus, dass die Informationsökonomie – der globale Wettbewerb um neue Ideen – nun im Vordergrund stehe.

Die traditionellen Wirtschaftstheorien, die zu dieser Zeit etwas abschätzig Old Economy genannt wurden, gingen davon aus, dass die Knappheit einer Ware deren Preis bestimmt. Dagegen ist das wichtigste Prinzip der New Economy, dass der Preis eines Produkts erst dann steigt, wenn es überall und von möglichst vielen Verbrauchern genutzt werden kann. In erster Linie bestehen daher die Angebote der New Economy aus Waren und Dienstleistungen der Telekommunikation.

Die New Economy und der Internet Hype

Ab der Mitte der 90er-Jahre löste die rasche Ausbreitung der Internetnutzung und der darauf ausgerichteten Dienstleistungen und der schnelle technische Fortschritt im Bereich der Informationstechniken (IT) in Europa und den USA eine Welle von Unternehmensgründungen aus.

Um derartigen Gesellschaften eine Chance zu geben, wurde ein neues Börsensegment geschaffen: der Neue Markt. Hier gelistete Unternehmen würden meist der New Economy zugerechnet.

Am Neuen Markt sollten die Gründer der neuen Technologie-Firmen und risikobereite Investoren zusammengeführt werden. Hier kam es nicht selten zu spektakulären Kurssteigerungen. Herkömmliche Kennzahlen der Aktienbewertung wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) traten in den Hintergrund.

Anstelle dessen wurden Instrumente wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) herangezogen. Auf diese Weise sollte ein Bewertungsmaßstab für den Vergleich von Gesellschaften am Neuen Markt geschaffen werden.

Viele Experten halten die Zusammenführung von New und Old Economy als erstrebenswert: Hervorragend am Markt positionierte und solide finanzierte Unternehmen der Old Economy wie zum Beispiel der DAX-Titel Beiersdorf sollen mit den innovativen Managementverfahren und technischen Möglichkeiten der New Economy erfolgreich integriert werden.

Da Gesellschaften aus beiden Bereichen zunehmend zueinander finden und Firmen aus der New Economy den gleichen konjunkturellen Prozessen und Schwankungen unterliegen wie alle anderen, wird von zahlreichen Marktteilnehmern der Sinn der Unterscheidung grundsätzlich in Frage gestellt.

15. August 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.