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Wie der Firmenwert in der Bilanz dargestellt wird

Der Firmenwert ist der Differenzbetrag, der beim Kauf eines Unternehmens zum Substanzwert gezahlt wird. In der bilanziellen Erfassung gibt es dazu einige Punkte zu beachten.

Positiver oder negativer Firmenwert in der Bilanz

Ist der Differenzbetrag zwischen Kaufpreis und Substanzwert eines Unternehmens positiv, spricht man vom „Goodwill“. Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) hat der Käufer eines Unternehmens hier die Wahlfreiheit, ob dieser Posten in der Bilanz aktiviert wird.

Im Steuerrecht hingegen ist die Aktivierung dieser Position verpflichtend.

Ist der Firmenwert negativ, wird dieser als „Badwill“ bezeichnet. Eine Aktivierung dieser Position ist nach HGB nicht zwingend notwendig. Die Rechtslage hier ist aber nicht eindeutig.

Originärer Firmenwert in Bilanz nicht erfasst

Der originäre Firmenwert ist der Firmenwert, der im Lauf des Bestehens (bzw. der Weiterführung) eines Unternehmens selbst geschaffen wird.

Dieser originäre Firmenwert darf weder nach Handelsrecht, Steuerrecht noch nach dem IFRS (International Financial Reporting Standard) in der Bilanz erfasst werden.

Derivativer Firmenwert in Bilanz aufgenommen

Der derivative Firmenwert ist der Firmenwert, der beim käuflichen Erwerb einer Firma entsteht. In den meisten Fällen entsteht beim Kauf eines Unternehmens ein positiver Firmenwert, ein „Goodwill“.

Wie dieser Firmenwert in der Bilanz zu behandeln ist, wurde im Zuge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) für die Erfassung nach HGB und nach IFRS in gleicher Weise geregelt.

In beiden Bilanzierungsnormen wird davon ausgegangen, dass der Firmenwert ein immaterieller Vermögenswert ist. Somit ist der „Goodwill“ wie alle anderen immateriellen Firmenwerte in der Bilanz zu behandeln.

Zeitliche Behandlung des Firmenwerts in Bilanz

Eine planmäßige Abschreibung des festgestellten Firmenwertes ist nur bei der Behandlung nach HGB möglich.

Wird der IFRS zugrunde gelegt, ist eine planmäßige Abschreibung des Firmenwertes untersagt. In diesem Fall ist der Firmenwert in einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung, einem sogenannten „Impairment-Test“, festzustellen.

Die im HGB noch vorhandene Möglichkeit, den Firmenwert mit 25% in jedem folgenden Jahr abzuschreiben bzw. mit vorhandenen Rücklagen zu verrechnen, wurde durch die Neuerungen im BilMoG verworfen.

Mit der Neuregelung nach BilMoG ist der Firmenwert in der Bilanz über die Nutzungsdauer abzuschreiben.

In der Regel wird hier von einer maximalen Nutzungsdauer von 5 Jahren ausgegangen. Eine längere Abschreibung ist möglich, diese erfordert aber eine schriftliche Begründung im Jahresabschluss des Unternehmens. Diese Begründung muss sachlicher Art sein. Der Verweis auf die steuerliche Abschreibungsdauer von 15 Jahren reicht nicht aus.

Für vertiefende Informationen zum Thema ist der Aufsatz von Prof. Dr. Karlheinz Küting und Dante Stampa über den Geschäfts- oder Firmenwert in den Konzernabschlüssen deutscher IFRS-Bilanzierer zu empfehlen.

Firmenwert in der Bilanz: Immer auf dem neuesten Stand sein

Nicht nur die Änderungen im Zuge des BilMoG machen es nötig, dass Unternehmer, die den Firmenwert in der Bilanz ausweisen, immer auf dem neuesten Stand bleiben. Daher ist es ratsam, hierzu fachkundigen Rat bei entsprechender Stelle einzuholen und die eigene Gesetzessammlung immer zu aktualisieren.

22. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.