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Wie die Europäische Union zukünftig das Erben erleichtert

Der Lebensabend am Strand eines der begehrten Feriendomizile Spaniens oder Italiens ist für viele Deutsche kein unerfüllter Traum mehr. Viele haben sich diesen bereits gegönnt oder planen die Umsetzung. Was aber passiert, wenn die im Ausland lebende Person plötzlich verstirbt?

Für die Erben war diese Situation bis zum Sommer dieses Jahres sehr kompliziert. Die jüngst in Kraft getretene europäische Erbrechtsverordnung soll Abhilfe schaffen. Inzwischen sollen immerhin 10 % aller Erbschaften in Europa hiervon betroffen sein.

Änderungen durch die europäische Erbrechtsverordnung

Bislang richtete sich das Erbrecht in Deutschland an der Staatsangehörigkeit des Verstorbenen. Das führte beispielsweise dazu, dass ein deutsches Gericht bei einem in Deutschland verstorbenen Spanier auch spanisches Erbrecht anzuwenden hatte.


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Das war fast in jedem EU-Land unterschiedlich geregelt. Klar, dass die Erben sich unter Umständen mit diesen widersprüchlichen Regelungen auseinandersetzen und in verschiedenen Ländern Anwälte und Notare beschäftigen mussten. Natürlich auf eigene Kosten.

In Zukunft soll dank der europäischen Erbrechtsverordnung immer nur ein Gericht für einen Erbfall zuständig sein. Darüber hinaus soll immer nur das Recht eines Staates angewendet werden. Die europäische Erbrechtsverordnung gilt aber nicht in Dänemark, Irland und Großbritannien.

Der gewöhnliche Aufenthalt des Verstorbenen bestimmt das Erbrecht

Für die Anwendung der europäischen Erbrechtsverordnung ist maßgeblich, an welchem Ort sich der Verstorbene für gewöhnlich aufgehalten hat. Dies bestimmt den Gerichtsstand. Die Wahl eines Gerichtes in einem anderen Land, die aus rein strategischen Gründen erfolgt, ist nicht mehr möglich.

Gerichtliche Entscheidungen und nationale Erbnachweise werden von den anderen Mitgliedsstaaten anerkannt. Eines weiteren Anerkennungsverfahrens bedarf es nicht.

Jeder Bürger der Europäischen Gemeinschaft kann in seinem Testament sein Heimatrecht – quasi das Recht seiner Staatsangehörigkeit – selbst wählen. Bei der Errichtung eines Testaments sollte dies unbedingt beachtet werden.

Was bei der europäischen Erbrechtsverordnung noch zu beachten ist

Bei der europäischen Erbrechtsverordnung ist darüber hinaus zu beachten, dass sie nur bei Erbfällen mit Auslandsbezug gilt. Neben den Ländern Irland, Dänemark und Großbritannien, welche die Reform nicht umsetzen, gilt die Verordnung auch nicht in Drittstaaten wie beispielsweise den USA.

Das, was die Europäische Erbrechtsverordnung auf der einen Seite erleichtert, verkompliziert sie auf der anderen Seite. Denn in Zukunft sind teilweise langwierige Ermittlungen und schwierige Entscheidungen zur Bestimmung des gewöhnlichen Aufenthalts notwendig.

Mit der Europäischen Erbrechtsverordnung sind wesentliche Erleichterungen in Kraft getreten. Der bedeutendste Punkt ist die Gültigkeit der Regeln für die meisten Staaten des Bündnisses. Und das lässt Europa wieder ein kleines Stück zusammenrücken.

2. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.