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Wie die Luft- und Raumfahrtindustrie für Wachstum sorgt

Wirtschaftswachstum ist eine feste Größe in der Volkswirtschaft, die für Wohlstand und stabile politische Verhältnisse sorgt. Für viele stellt sich spontan die Frage nach den Grenzen und sei es nur, weil in bestimmten etablierten Branchen der Markt ausgereizt ist oder Ressourcen zur Neige gehen.

Dafür aber tun sich immer wieder neue Felder auf. Der technische Fortschritt ist ein wesentlicher Teil des Wachstums, wie beispielsweise die Geschichte der Luft- und Raumfahrt zeigt. Erst das Flugzeug ermöglichte die Entfaltung einer globalen Wirtschaft. Und die Raumfahrt bescherte nicht nur Erfindungen, die in der Industrie und im Alltag verwendet werden, ohne sie gäbe es etwa keine weltumspannende Kommunikation über Satelliten.

Geschichte der Luft- und Raumfahrt: Grenzen überwinden

Die Geschichte der Luft- und Raumfahrt wird gerne an Namen festgemacht: Otto von Lilienthal hob als erster 1892 vom Boden ab. Die Gebrüder Wright entwickelten wenige Jahre später aus dessen Fluggleiter ein motorgetriebenes Flugzeug. Und Wernher von Braun gilt seit seinen Raketenversuchen ab 1934 als Vater der Raumfahrt.

Dabei haben sie Ideen umgesetzt, die tatsächlich viel älter sind. Das erste hubschrauberähnliche Fluggerät wurde vom Multigenie Leonardo da Vinci erdacht, dessen Realisierung aber an den noch nicht vorhandenen erforderlichen Materialien scheiterte. Und das Science-Fiction-Urgestein Jules Verne beschrieb schon 1865 im Roman „Reise zum Mond“ Bremsraketen oder die Sauerstoffversorgung in erstaunlicher Genauigkeit. Er irrte lediglich in der Antriebstechnik.

Flieger-Legende erkennt Potenzial von Raketen

Konkrete Vorstellungen von Raketen mit flüssigem oder festem Brennstoff entwickelte danach der US-Wissenschaftler Robert Goddard, wofür er 1914 zwei Patente erhielt. 1926 startete er die erste Flüssigbrennstoff-Rakete in New Mexico und erreichte drei Jahre später eine Höhe von 1.460 Metern.

Dass er 1936 fast doppelt so hoch kam, verdankte er einer Begegnung mit der Luftfahrt-Legende Charles Lindbergh. Der Atlantikflieger erkannte als einer der wenigen das Potenzial von Goddards Erfindung und organisierte Sponsoren wie die Familie Guggenheim.

Meilensteine ins All

Ob sich Wernher von Braun an Goddards verkannten Ideen orientierte, als er 1942 von Peenemünde aus eine V2 fast 90 km und damit an die Grenze zum Weltraum schoss, ist nicht bekannt. Von Braun wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in die USA gebracht, wo er führend das US-Raumfahrtprogramm anschob, um der Sowjetunion die Stirn zu bieten. Die setzte 1957 mit Sputnik1 den ersten Satelliten aus, 1969 landeten die Amerikaner als erste auf dem Mond.

Die NASA verwendete vor allem Saturn-Raketen, die Europäer entwickelten ihre erfolgreiche Ariane sowie den Raumgleiter Hermes, der aber im Gegensatz zur US-Raumfähre „Space Shuttle“ nie zum Einsatz kam. Das Projekt wurde mit Ende des Kalten Kriegs eingestellt. Dafür wurde 1998 die internationale Raumstation ISS montiert, eines der teuersten Projekte aller Zeiten.

Nach unbemannten Erkundungen auf dem Mars ist das nächste Ziel eine bemannte Marsmission. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX hat hierfür das Jahr 2018 im Programm. Und bald darauf wollen US-Firmen wie Deep Space Industries Rohstoffe auf Asteroiden abbauen.

Zuwächse und Perspektiven

Die Unternehmen sind nur zwei Beispiel für die zunehmende Privatisierung der Raumfahrt. Die Luftfahrt wurde vor ca. 20 bis 30 Jahren in immer mehr Ländern privatisiert, Lufthansa beispielsweise 1997. Die Luft- und Raumfahrt wird auch in Deutschland bedeutender. Die Branche konnte seit dem Jahr 2000 ihre Umsätze auf über 34 Mrd. € verdoppeln. Der größte Teil entfällt auf die zivile Luftfahrt, vor Verteidigung und Sicherheit. 2015 lagen die Zuwächse im Vorjahresvergleich bei 8,5% bzw. 3%.

Globale Marktprognosen gehen bis 2030 von jährlichen Steigerungsraten um durchschnittlich 5% aus. Den weltweit höchsten Anteil an der globalen Luft- und Raumfahrtindustrie haben die USA mit mehr als 40%. Unternehmen wie Boeing oder Airbus geht die Arbeit nicht aus.

Und neue Geschäftsmodelle dürften Anlegern neue Perspektiven eröffnen. Sogar Google oder Facebook sitzen mit Beteiligungen in den Startlöchern, um über Satelliten ihr Kommunikationsangebot auszubauen. Airbus wiederum plant mit dem Fahrdienstvermittler Uber einen Ruftaxidienst in der Luft.

3. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.