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Wie eine Inflation künstlich erzeugt werden kann

Ein „eisernes“ ökonomisches Gesetz sagt, dass Inflation entsteht, wenn die Geldmenge schneller wächst als die Gütermenge. Dann nämlich treibt die Nachfrage die Preise. Auch höhere Lohnabschlüsse tragen zur Inflationsdynamik bei.

Aber Inflation ist nicht nur ein „Produkt“ der Lohn-Preis-Spirale. Sie kann auch durch das Eingreifen einer Notenbank „künstlich“ herbeigeführt werden.

Ein gigantischer Eingriff in das Wirtschaftssystem

Wie die EZB oder eine andere Zentralbank eine solche „künstliche“ Inflation erzeugen können, lässt sich an einem hypothetischen Beispiel erläutern:

Angenommen in der europäischen Währungsunion beträgt die Summe des umlaufenden Geldes 500 Mrd. €. Die EZB druckt weitere 1,5 Billionen € und vergibt diese über Kredite und Anleihen an die Wirtschaft.

Dies verringert den Wert der anfänglichen 500 Mrd. €, die im Umlauf waren. Und zwar aus folgendem Grund: Bevor die Notenbank die Finanzmärkte mit neuem Geld geflutet hat, machten die 500 Mrd. € 100% der Wirtschaft aus. Jetzt sind es aber nur noch 25%. Des Weiteren erhält die EZB jetzt auch die Kontrolle über 75% des umlaufenden Geldes. Das ist ein gigantischer Eingriff in das Wirtschaftssystem.

Soweit das hypothetische Beispiel, und nun zur Realität: Seit Einführung des Euro wird mehr Geld „gedruckt“, als die Wirtschaftsleistungen der einzelnen Länder das hergibt. Doch nur das Geld, das verglichen mit dem Güterangebot, knapp ist, behält seinen Wert.

Die Geldmenge hat sich von 400 Mrd. € im Jahr 1999 auf 1.600 Mrd. € bis Ende 2012 erhöht. Aber der gewaltigen Geldmengenausdehnung stehen keine, der Stabilität notwendigen, höheren Wirtschaftsleistungen entgegen. Sie sehen also, die Inflation ist von der EZB bereits angeheizt worden.

Geldjunkies und Gelddealer

Die Geldmengenerweiterung führt zur Inflation. Das heißt, die Ersparnisse der Menschen und die Betriebsvermögen sind weniger wert. Das wiederum bedeutet, dass Privatleute und Unternehmen vermehrt Kredite aufnehmen müssen, um ihren Lebensstandard zu halten oder ihre Firma noch betreiben zu können. Die Gesamtverschuldung steigt.

Jetzt ist der Moment gekommen, indem die Banken ihre Zügel wieder anziehen und sich mit der Kreditvergabe zurückhalten. Aber ohne Kredite gehen viele Unternehmen und Privatleute Bankrott. Denn sie sind vom Geld der Banken abhängig wie ein Junkie von seinem Dealer.

Das ist der Zeitpunkt, zu dem die Banken zuschlagen: Reale Vermögenswerte wie Firmen und Immobilien gehen für ein paar Euro (beispielsweise nach einer Zwangsversteigerung) in ihren Besitz über.

Ein Teufelskreislauf

Es geht natürlich auch umgekehrt: Denn jede Stockung des Geldumlaufs wirkt sich ebenso verheerend auf die Wirtschaft aus wie die Geldflutung. Krisen können demnach also dadurch ausgelöst werden, dass Geld dem Umlauf entzogen wird.

Dann wird auch Kapital von den Staaten abgezogen und diese müssen mehr Schulden machen, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu können. Die Summe der Zinszahlungen erhöht sich ebenfalls und noch mehr Kredite müssen aufgenommen werden. Ein Teufelskreislauf. Durch Schuldenmachen liefern sich Staaten, Unternehmen und Privatleute den Banken aus.

4. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Geldanlage-Berater Grafik 26
Von: Michael Grandt. Über den Autor

Ein Mann, der mit seiner knallharten Recherche und seinem unbestechlichen Gespür schon Tausende von Anlegern vor schweren Verlusten bewahrt hat.