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Wie entsteht eine Finanzblase?

Eine kreditfinanzierte Finanzblase entsteht häufig am Aktien- oder Immobilienmarkt. Durch Käufe von Aktien oder Immobilien auf Kredit profitiert der Käufer vom steigenden Preis. Dabei schafft er zugleich zusätzliche Nachfrage. So wird ein steigender Preis erzeugt, der den Kreditkauf selbst rentabel macht. Die Bewegung beschleunigt sich dabei oft gegen Ende der Blase, die irgendwann platzt.

Ein Beispiel verdeutlicht den Prozess: Jemand hat 100.000 € auf dem Konto und will ein Haus kaufen, das 200.000 € kostet. Nun geht der Käufer zur Bank, nimmt einen Kredit über 100.000 € auf und kauft das Haus.

Die Vermögensbilanz beider Parteien lautet wie folgt: Der Käufer besitzt das Haus für 200.000 € und hat Schulden über 100.000 €. Netto beträgt sein Vermögen weiterhin 100.000 €. Der Verkäufer hat jetzt 200.000 € auf dem Konto und das Gesamtvermögen beider Parteien beträgt nach wie vor 300.000 €.

Wenn die Gesamtnachfrage kreditfinanziert steigt

Soweit die statische Betrachtung des Einzelfalls. Jedoch gibt es in einer Blase nicht nur einen, sondern viele Fälle von kreditfinanzierten Immobilienkäufen. Die Kreditfinanzierung hat den Kauf im obigen Beispiel erst ermöglicht, denn ohne sie wäre es nicht dazu gekommen.

Damit hat die Kreditfinanzierung selbst Nachfrage geschaffen. Unterstellt man nun viele solcher Käufe, erhöht sich nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage der Preis. Somit sorgen kreditfinanzierte Käufe für einen Anstieg des Preisniveaus.


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Wenn also in einer Gegend viele Leute Kredite aufnehmen und Häuser kaufen, steigen die Preise der Objekte. Sie tun dies, ohne dass sich real etwas geändert hat. Die Kreditfinanzierung ist der einzige Grund des Preisanstiegs.

Wie eine Finanzblase entsteht

Wie wirkt sich nun der Preisanstieg auf die Vermögensbilanz aus? Möge der Wert des Hauses durch die vielen kreditfinanzierten Käufe in der Umgebung von 200.000 € auf 300.000 € steigen. Abzüglich der Schulden hat der Käufer nun ein Vermögen von 200.000 € und auch der Verkäufer hat weiterhin 200.000 € auf seinem Konto.

Das Gesamtvermögen beider Beteiligter beträgt jetzt nicht mehr 300.000 €, sondern 400.000 €. Die zusätzlichen Käufe, ermöglicht durch zusätzliche Kredite, sorgen im Beispiel für einen Vermögenszuwachs von 100.000 € beim Käufer der Immobilie. Ohne, dass irgendetwas Reales zusätzlich hergestellt wurde. Dieses Phänomen nennt man Blasenbildung.

In einer Blase versagen die Marktkräfte

In einer kreditfinanzierten Blase kommt es also durch zahlreiche kreditfinanzierte Käufe zu einem Vermögenszuwachs der Beteiligten, ohne dass zusätzlich etwas geschaffen wurde.

In Blasen heben kreditfinanzierte Käufe das Preisniveau an und täuschen so eine Wohlstandsmehrung vor, die es nur in den Büchern gibt, nicht aber in der Realität. Damit setzen sie die zeitnahen Regulierungskräfte des Marktes außer Kraft.

Ein Markt kann nicht effizient sein, wenn bloße Buchungsvorgänge die gleiche Wirkung haben wie reale Produktionstätigkeiten. Der kreditfinanzierte Kauf, der sich selbst rentabel macht, funktioniert nur solange, bis die Blase platzt.

Das böse Erwachen kommt später

Das Versagen der Markteffizienz durch Vortäuschung eines Gewinns macht kreditfinanzierte Blasen zu Vorgängen, die mit Verspätung korrigiert werden. So wie es in der Finanzmarktkrise 2008 sichtbar wurde, als in den USA die Immobilienblase platzte. Viele Marktteilnehmer, die zuvor vom Boom profitiert hatten, büßten ihre Gewinne wieder ein.

Kreditfinanzierte Blasen schaffen also Wohlstand in den Büchern. Während sie entstehen, gibt es unter allen Beteiligten nur Gewinner. In der Regel werden die nötigen Konsequenzen erst dann gezogen, wenn eine Blase geplatzt ist. Dann folgen meist Rezessionen, Krisen oder gar ein wirtschaftlicher Kollaps.

Konsequenzen für Anleger

Eine Finanzblase verhindern kann nur der Staat durch geld- und kreditpolitische Maßnahmen. Doch oftmals lassen Staaten eine Blasenbildung zu, da sie im Boom mehr Steuern einnehmen und die Wähler zufrieden sind.

Der einzelne kann sich vor den wirtschaftlichen Folgen des Platzens einer Blase nur schützen, indem er sehr genau prüft, wann und zu welchen Preisen er eine Immobilie kauft. Bei einem soliden Preisniveau ist dies auch empfehlenswert, bei einem überhitzten Markt sollten Anleger jedoch sehr vorsichtig sein.

13. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.