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Wie funktioniert Geldwäsche – ganz klassisch und als Methode 2.0

Geldwäsche ist ein Begriff, der häufig mit Männern in dunklen Anzügen und Koffern voller Geld in Zusammenhang gebracht wird. Doch was ist Geldwäsche eigentlich, warum wird sie eingesetzt und wie funktioniert das Ganze?

Wie Geldwäsche funktioniert und was der Begriff bedeutet

Geldwäsche ist das „Reinigen“ von Geld. Selbstverständlich geht es hierbei nicht um Geldscheine, die in den Matsch gefallen sind. Es geht um Geld, welches im Zusammenhang mit illegalen Tätigkeiten steht und durch Verschleierung den Anschein eines legalen Geldflusses erreichen soll.

Vermögen, das durch illegale Aktionen wie Drogenhandel, Prostitution, Waffengeschäfte oder andere kriminelle Aktivitäten erworben wurde, kann nicht einfach bei der Bank eingezahlt und dann zum eigenen Vergnügen verwendet werden.

Hier hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben, dieser Riegel nennt sich Geldwäschegesetz. Dieses Geldwäschegesetz, kurz GwG, dient per Definitionem dem Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten.

Wie funktioniert Geldwäsche ganz allgemein?

Geldwäsche bedeutet, dass Geld, welches aus solchen kriminellen Aktivitäten stammt oder zur Finanzierung von kriminellen oder terroristischen Aktivitäten eingesetzt werden soll, den Anschein legalen Vermögens erhält.

Es wird versucht, über Scheinfirmen die Herkunft des Geldes zu verschleiern und so zumindest einen Teil des „schmutzigen“ Geldes in den normalen Wirtschaftskreislauf einfließen zu lassen.

Namensgeber der Geldwäsche ist wohl der berühmt-berüchtigte Gangsterboss Al Capone, der zur Verschleierung der Herkunft seines Vermögens eine ganze Reihe von Waschsalons betrieben hat. Allerdings versäumte es Capone, für das nun „gewaschene“ Geld die Steuern zu begleichen und wurde so später wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Mehr über das Leben von Al Capone auf der Seite „Who´s Who“.

Die „klassische“ Vorgehensweise

Die oben erwähnte Methode von Al Capone ist die „klassische“ Vorgehensweise der Geldwäsche, die noch immer zur Anwendung kommt.

Es sind natürlich nicht nur Waschsalons, die hier als Mantelgeschäft zum Einsatz kommen. Bevorzugt werden alle Geschäftsfelder mit einem nicht exakt nachvollziehbaren Waren- und Geldmengenfluss. Oftmals handelt es sich hierbei um Restaurants, Sonnenstudios, Reisebüros und Kneipen.

In diesen Geschäften werden, oft trotz mangelnden realen Geschäfts, die Einkünfte aus kriminellen Tätigkeiten als „echte“ Umsätze verbucht. Diese  werden dann ordnungsgemäß versteuert – den Fehler Al Capones will ja keiner wiederholen – und so in legales Vermögen umgewandelt.

Geldwäsche 2.0 – Neue Technik, neue Vorgehensweisen

Mit der Verbreitung des Internets in den letzten Jahrzehnten haben sich auch für Kriminelle neue Möglichkeiten ergeben. Das Internet bietet Möglichkeiten, die auch zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt wurden und werden. Um große Mengen Geld über Scheinfirmen zu transferieren, werden Banken genutzt, die in Ländern mit einer mangelnden Finanzaufsicht beheimatet sind.

Im Beispiel der „Liberty-Reserve“ wurde gar eine eigene Internetwährung erschaffen, mit der jegliche Art von Aktivitäten anonym finanziert werden konnte. Eine gute Beschreibung der „Tätigkeit“ dieser Unternehmung bietet ein Artikel in der  Welt-online aus dem Monat Mai des letzten Jahres.

Wie funktioniert Geldwäsche? Am besten gar nicht!

Geldwäsche ist kein Kavaliersdelikt. Dies sollte nie vergessen werden. Viele Privatleute und auch Unternehmer fallen auf Tricks herein, in denen Kriminelle sie mit dem Versprechen des schnellen Geldes locken.

So werden mittlerweile schon seit Jahren immer wieder E-Mails verschickt, in denen um die Mithilfe beim Transfer größerer Summen aus einem Drittland gebeten wird. Nicht nur, dass die versprochenen Provisionen für die freundliche Mithilfe eh nie gezahlt werden – dies wäre noch der weniger schlimme Teil. Zumeist enden solche windigen Geschäftsangebote auch mit einem Besuch der Staatsanwaltschaft.

Geldwäsche ist ein krimineller Akt und wird mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis 5 Jahren bestraft.

14. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.