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Wie funktioniert Immobilien Crowdinvesting?

Niedrige Sparzinsen veranlassen Anleger, sich nach alternativen Anlageformen umzuschauen. Eine davon ist das derzeit noch wenig bekannte Immobilien Crowdinvesting. Obwohl im Jahr 2016 das Anlagevolumen für die gemeinsame Finanzierung von Immobilienprojekten sprunghaft angestiegen ist, halten Experten das Potenzial für immens.

Hintergründe sind Informationsdefizite und eine gewisse Scheu der Anleger sowie die starke Reglementierung durch die Finanzaufsicht. Wer sich der Chancen und Risiken von Immobilien Crowdinvesting bewusst ist, für den kann diese Form der Anlage eine durchaus praktikable Möglichkeit darstellen, der Niedrigzinsphase ein Schnippchen zu schlagen.

Immobilien Crowdinvesting – Chancen und Risiken

Immobilien Crowdinvesting ist eine Variante der Kreditvergabe. Wie der Name schon sagt, schließen sich eine gewisse Anzahl von Investoren zusammen, um gemeinsam ein bestimmtes Projekt zu finanzieren. Wegen des durchaus vorhandenen Risikos dürfen Privatanleger nach dem Kleinanlegerschutzgesetz maximal 10.000 € auf diese Weise einsetzen.

Unter Aspekten der Bonität wird das Immobilien Crowdinvesting nämlich nicht als Fremdkapital sondern als Eigenkapital oder als so genanntes Nachrang-Darlehen betrachtet. Diese Einstufung erfolgte, weil der Financier im Insolvenzfall anderen Gläubigern den Vorrang geben muss. Das macht diese Art der Kreditvergabe deutlich riskanter als herkömmliche Formen.

Die zu erwartende Rendite beim Immobilien Crowdinvesting hängt natürlich vom jeweiligen Projekt ab. Die bisherigen Projekte der verschiedensten Anbieter brachten zwischen 4,5 und 7 % pro Jahr. In Ausnahmefällen können besonders erfolgreiche Projekte bei vorzeitiger Rückzahlung zu höheren, jährlichen Renditen führen.

Weitere Besonderheiten der Anlageform Immobilien Crowdinvesting

Interessierte Anleger sollten in jedem Fall auf die steuerliche Behandlung ihres Investments achten. Denn bei den Angeboten einiger Emittenten sind Investoren dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Bei anderen Anbietern ist dies dagegen nicht notwendig.

Die 4 größten Plattformen für das Immobilien Crowdinvesting sind Bergfürst, Exporo, Zinsland und Zinsbaustein. Bei allen Anbietern ist die Mindestanlagesumme relativ niedrig. Außer bei Bergfürst (10 €) beträgt diese bei allen anderen jeweils 500 €.

Für die Zeichnung der Investition und die laufende Verwaltung fallen für Anleger bei allen Plattformen keinerlei Gebühren an. Die Anbieter lassen sich ausschließlich von den entsprechenden Projektentwicklern bezahlen. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Anlageformen in diesem Bereich, bei denen Ankaufsnebenkosten und Ausgabeaufschläge anfallen können.

Beim Immobilien Crowdinvesting wurden bislang zu etwa 75 % Wohnimmobilien finanziert. Wie hoch das Risiko der Anleger allerdings in der Praxis tatsächlich ist, dazu kann bislang noch keine eindeutigen Aussagen gemacht werden. Von den etwa 70 Projekten aus diesem Sektor sind gerade einmal 9 Investments wieder zurückgezahlt worden.

21. Juni 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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