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Bilanzkennzahlen: Wie hoch sollte die Eigenkapitalquote sein?

Die Eigenkapitalquote gehört zu den wichtigsten Aktienkennzahlen, um die Sicherheit und Finanzkraft eines Aktieninvestments zu überprüfen.

Zu der Eigenkapitalquote zählt der Teil der Bilanzsumme eines Unternehmens, der nicht vom Fremdkapital abgedeckt wird. Das heißt, dass die Eigenkapitalquote zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist.

Was genau sich hinter der Eigenkapitalquote verbirgt, wie die Berechnung funktioniert und welche Aussage sich anhand ihrer Entwicklung über mehrere Jahre treffen lässt.

Bilanzkennzahlen und Eigenkapitalquote

Grundsätzlich haben Bilanzkennzahlen mehrere „Aufgaben“. Zum einen können Unternehmen dadurch untereinander vergleichbar gemacht werden, auch wenn komplett unterschiedliche Größenordnung zu Grunde gelegt werden.

Zum anderen dienen sie als kompakte Übersicht über die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens und dessen Zukunftsperspektive.

Zu einer vollständigen Bewertung sind natürlich noch weitere Kennzahlen hinzuzuziehen. Dennoch sei gesagt, dass der erste Blick von Analysten oftmals auf das Eigenkapital und an die Berechnung der Eigenkapitalquote geht.


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Die Berechnung und Bedeutung der Eigenkapitalquote

Die Berechnung der Eigenkapitalquote ist simpel:

Formel  

Eigenkapitalquote berechnen

?
Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital an. Nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sollte die Eigenkapitalquote nicht unter 30 % sinken.
$$\bo\text"Eigenkapitalquote" = (\text"Eigenkapital" / \text"Bilanzsumme"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Je höher die Eigenkapitalquote ist, umso höher sind die finanzielle Stabilität und Unabhängigkeit gegenüber den Fremdkapitalgebern. Diese Kennzahl wird auch von Banken bei Kreditvergaben als Maßstab zur Risikobewertung genommen, um die Bonität eines Unternehmens einzuordnen.

Ebenfalls können durch hohe Eigenkapitalbestände Verluste aufgefangen werden. Je höher somit die Eigenkapitalquote ist, desto härtere finanzielle Rückschlage können verkraftet werden.

Von daher ist ebenfalls die Entwicklung des Eigenkapitals (der Eigenkapitalquote) über mehrere Jahre hinweg wichtig. Diese Entwicklung lässt Rückschlüsse auf die Kapitalstruktur des Unternehmens und die Ertragsfähigkeit zu.

Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto höher ist die finanzielle Stabilität und die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Daher kommt es auch dazu, dass Banken die Bonität eines Unternehmens bei hoher Eigenkapitalquote höher bewerten.

Eigenkapitalquote: Wie hoch sie mindestens sein sollte

Warren Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham vertrat die Ansicht, ein Unternehmen solle mindestens eine Eigenkapitalquote von 50% besitzen. Heutzutage stellt dies jedoch eine sehr hohe Hürde dar.

Aus der Sicht vieler Value-Analysten ist eine Eigenkapitalquote von mehr als 30% ausreichend. Es gibt allerdings keine allgemeine, feststehende Regel, wie hoch die Eigenkapitalquote mindestens sein sollte.

Eine Faustregel aus der Praxis besagt jedoch, dass ein Unternehmen solide finanziert ist, wenn die Eigenkapitalquote größer als 30% ist. Beträgt die Eigenkapitalquote lediglich 20% bis 30%, dann sollte zumindest ein positiver Trend in Richtung 30% erkennbar sein.

Wenn die Eigenkapitalquote unter 20% liegt, sollte man vorsichtig sein und nur in Ausnahmefällen investieren. Eine Investition in ein solches Unternehmen kann sich dennoch lohnen, wenn dieses eine schwere Krise bewältigt hat, wobei die Verluste einen Teil des Eigenkapitals aufgezehrt haben, und jetzt aber wieder Gewinne erzielt.

Sollte dies der Fall sein, kann das Unternehmen wieder neues Eigenkapital aufbauen. Aktien von solchen Unternehmen werden als „Turnaround-Werte“ oder „Wende-Werte“ bezeichnet.

Fazit: Welche Gründe es für eine geringe Eigenkapitalquote gibt

Wenn die Eigenkapitalquote niedriger als 20% ist, dann besteht die Bilanz zum großen Teil aus Schulden. Das Management hat kaum noch Handlungsspielraum.

Die Kreditgeber, also die Banken, haben demnach immer mehr Mitspracherecht. Bei weniger als 20% Eigenkapitalquote ist kein Finanzpolster mehr da. Schon ein kurzer Konjunktureinbruch kann dann das Aus für ein Unternehmen bedeuten.

Ein gesundes Unternehmen hingegen mit beispielsweise mehr als 50% Eigenkapital kann eine Krise besser überstehen. Da die Ausfallwahrscheinlichkeit bei solchen Unternehmen geringer ist, gibt die Bank dann weiterhin zu guten Konditionen Kredit. Die Eigenkapitalquote ist also eine äußerst wichtige Kennzahl, in jeder Hinsicht.

1. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.