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Wie kam es zur Lehman-Pleite?

Sie ging als trauriges Beispiel für die Vernichtungskraft der globalen Finanzkrise in die Geschichte ein: die Lehman-Pleite.

Noch im Jahre 2007 beschäftigte die international tätige Investmentbank weltweit rund 29.000 Mitarbeiter.

Die volle Wucht der Finanzkrise

Doch dann brach die sogenannte Subprime-Krise mit aller Wucht über die Weltwirtschaft herein.

Zigtausende verloren ihre Jobs, mindestens ebensoviele ihre Anlagen und ihr Vermögen.

Auch die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers mit Hauptsitz in NewYork wurde nicht davon verschont.

Innerhalb des Instituts offenbarte sich offiziell alles mit zwei kurz aufeinander folgenden Kapitalerhöhungen.

Die erste erfolgte im April 2008 und zwar um 4 Milliarden Dollar. Dann im Juni wurden noch einmal 5 Milliarden Dollar nachgeschossen. Doch es reichte nicht.

Im September desselben Jahres wurde von der Geschäftsleistung bekannt gegeben, dass man für das dritte Quartal 2008 einen Verlust in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar prognostiziere.

Doch wie kam es zur Lehman-Pleite in all ihrer Endgültigkeit?

Alle Rettungsmaßnahmen kamen zu spät

Lehman Brothers versuchte zunächst noch durch verschiedene Maßnahmen, den Schaden zu begrenzen und das Ruder doch noch herumzureißen.

Der damalige Vorstandschef Richard Fuld veröffentlichte Pläne zum Verkauf von Mehrheitsanteilen der Investmentsparte.

Zudem wollte man versuchen, durch das Ausgliedern von illiquiden Vermögenswerten, den eigenen Kurs wieder nach oben zu korrigieren.

Doch schon kurz darauf war es zu spät: Am 15. September 2008 musste Lehman Brothers Insolvenz anmelden.

Sämtliche Rettungsmaßnahmen kamen zu spät.

US-Regierung verweigert Unterstützung

Besonders ungünstig war für die amerikanische Investmentbank die Tatsache, dass zuvor bereits mehrere andere Institute von der Finanzkrise angeschlagen worden waren.

Die US-Regierung hatte kurz hintereinander den Bankinstituten Fannie Mae, Freddie Mac und Bear Stearns durch Unterstützungen in Milliardenhöhe wieder auf die Beine geholfen.

Dies führte in der Bevölkerung und der Politik jedoch zu einer starken Abneigung gegen weitere Subventionsausgaben für Großbanken.

Die amerikanische Regierung beugte sich dieser ablehnenden Haltung und griff nicht ein, während Lehman Brothers auf den Konkurs zusteuerte.

Die teuerste Insolvenz der Geschichte

Schon nach wenigen Tagen waren nur noch knapp 200 Mitarbeiter für Lehman Brothers tätig.

Die restlichen 28.800 waren unter dem Insolvenzverwalter Bryan Marsal entlassen worden.

Der Schaden, der durch diese plötzliche Insolvenz hervorgerufen wurde, wird auf 50 bis 75 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Damit handelt es sich bei der Lehman-Pleite um die größte und kostspieligste Insolvenz der Geschichte. Allein die Konkursmasse betrug 639 Milliarden Dollar.

Infolge der Insolvenz der amerikanischen Muttergesellschaft wurden auch eine Anzahl von deutschen Anlegern betroffen.

Sie hatten Zertifikate der niederländischen Tochtergesellschaft „Lehman Brothers Treasury“ erworben.

Der einzige Lichtblick bei dieser Katastrophe der Finanzwelt: Seitdem hat sich der Blickwinkel der amerikanischen Regierung gewandelt – zumindest was die Unterstützung milliardenschwerer Banken anbelangt.

8. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.