von Andreas Sommer

Wie reagieren andere Aktienmärkte auf den Anstieg der Rohstoffpreise? – Teil 3

Wie reagieren andere Aktienmärkte auf den Anstieg der Rohstoffpreise? – Teil 3

Wie reagieren andere Aktienmärkte auf den Anstieg der Rohstoffpreise? – Teil 3

Im heutigen Teil meiner Beitragsreihe werden wir erste Börsen-Indizes verschiedener Schwellen- und Entwicklungsländer untersuchen. Zur Erinnerung: Es ging um den Einfluss der Rohstoffpreise auf deren Aktienmärkte, um zu sehen: „Tendieren diese Aktienmärkte anders als unsere heimischen Börsen? Oder tolerieren bzw. ignorieren auch sie den langfristig sicher nicht positiven Einfluss der steigenden Rohstoffpreise?“  Falls Sie die ersten beiden Teile der Beitragsreihe versäumt haben, dann finden Sie die Links am Ende dieses Beitrages.

Lassen Sie mich kurz rekapitulieren: Wir hatten bereits festgestellt, dass sich die Rohstoffpreise in ihrer Gesamtheit in einem sehr starken Aufwärtstrend befinden. Im zweiten Teil hatten wir analysiert, dass sich die Agrar-Rohstoffe Weizen, Mais und Reis seit dem Sommer 2010, also in gerade einmal 8 Monaten, zwischen +73% und 123% verteuert haben. Für einen anderen wichtigen Rohstoff, Baumwolle, müssen wir derzeit sogar rund +183% mehr bezahlen als im Juli 2010.

Um die Marktentwicklung der Entwicklungsländer besser einordnen zu können, zeige ich Ihnen, sozusagen als „Referenz“, zunächst die Markt-Indizes von DAX und Dow Jones Industrial Average (US-Leiindex). Bitte beachten Sie bei allen gezeigten Charts: Die letzte Monats- bzw. Wochenkerze zeigt natürlich nur die Entwicklung bis gestern und kann daher zur Analyse nicht herangezogen werden.

DAX: langfristig aufwärts, kurzfristig Konsolidierung

   
Charttechnik DAX: langfristig aufwärts, kurzfristig Konsolidierung

Der Langfrist-Trend zeigt eindeutig nach oben, wie der MACD im Monatschart belegt. Mittelfristig hat der MACD in der letzten Woche ein Verkaufssignal generiert und signalisiert damit eine Konsolidierung.  

Dow Jones strotzt vor Aufwärtskraft

       
Charttechnik Dow Jones: strotzt vor Aufwärtskraft

Die Charttechnik des Dow Jones sieht zurzeit sogar noch etwas besser aus, als die des DAX. Der Langfrist-Trend weist auch hier klar aufwärts. Mittelfristig deutet sich ebenfalls eine Konsolidierung an, nachdem die MACD-Linie nach unten gedreht hat. Allerdings hat sich noch kein Verkaufssignal ergeben (keine Überkreuzung mit der roten Signallinie).

Brasilien: langfristiges Verkaufssignal im Januar

Blicken Sie nun mit mir gemeinsam auf den Chart des ersten Schwellenlandes. Brasilien gehört, wie Russland, Indien und China zu den sogenannten BRIC-Staaten. Der Begriff wurde von Goldman Sachs-Chefvolkswirt Jim O'Neill geprägt: Diesen 4 Schwellenländern traute man vor vielen Jahren eine wirtschaftlich exzellente Entwicklung zu (die auch so eingetroffen ist). Der rohstoffreiche südamerikanische Staat Brasilien hat in den vergangenen Jahren enorm vom Rohstoffhunger Chinas profitiert.


Charttechnik Bovespa-Index: Brasiliens Aktienmarkt mit langfristigem Verkaufssignal

Die Aufwärtsbewegung im Bovespa-Index kam erstmals im April 2010 ins Stocken – die MACD-Linie drehte auf Monatsbasis nach unten. Nach einer kurzen Erholung zeichnet sich seit November letzten Jahres ein Abwärtstrend ab, dem im Januar dann auch ein Verkaufssignal im Monats-MACD folgte. Das ist ein ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass die Aktien-Hausse in Brasilien vorerst beendet ist. Der Langfrist-Trend zeigt hier also schon einmal nach unten.

Indien: langfristiges Verkaufssignal im Februar

    
Charttechnik Sensex-Index: Indiens Aktienmarkt mit langfristigem Verkaufssignal

Der Monats-MACD des Sensex-Index hat im Februar ein Verkaufssignal generiert. Wie in Brasilien tendieren aber auch in Indien die Aktienkurse bereits seit November letzten Jahres abwärts, wie Sie am Wochen-MACD ablesen können. Damit ist auch in Indien die Aktien-Hausse vorerst beendet. Der Langfrist-Trend zeigt auch hier nach unten.

Singapur: vor langfristigem Trend-Wechsel


Charttechnik Straits Times-Index: Singapurs Aktienmarkt vor langfristigem Trend-Wechsel

Der langfristige Aufwärtstrend in Singapur ist noch intakt. Der Monats-MACD des Straits Times Index hat allerdings im Februar nach unten gedreht. Somit könnte sich im Laufe des März oder Aprils auch hier ein Verkaufssignal ergeben. Diese Einschätzung wird auch von den beiden folgenden Fakten gestützt:  Im Wochenchart ist gut zu erkennen, dass der Aktienmarkt im Februar eine wichtige Konsolidierungszone nach unten verlassen hat. Der mittelfristige Trend (siehe 50-Tagelinie) hat bereits nach unten gedreht. Damit zeichnet sich für Singapur ein mögliches Ende der Aktien-Hausse ab.

Fazit: Im Gegensatz zu den Aktienmärkten in den USA und Deutschland zeigen die ersten von mir untersuchten Aktienmärkte der Schwellenländer Brasilien, Indien und Singapur Schwächetendenzen auf. Tatsächlich haben die Indizes für Brasilien und Indien bereits ein langfristiges Verkaufssignal generiert. Der Chart für den Aktienmarkt in Singapur lässt ein solches in Kürze erwarten.

Im nächsten Teil der Beitragsreihe werden wir die Aktienmarkt-Charts der Länder Malaysia, Philippinen, Indonesien, Taiwan und Vietnam unter die Lupe nehmen, um zu sehen, ob dort ähnliche Auswirkungen auf die Aktienmärkte zu verzeichnen sind wie in den Schwellenländern.


Wie reagieren andere Aktienmärkte auf den Anstieg der Rohstoffpreise? – Teil 1
Wie reagieren andere Aktienmärkte auf den Anstieg der Rohstoffpreise? – Teil 2

 
 

Autor:

Andreas Sommer

Seit November 2008 veröffentlicht Andreas Sommer seine Profi-Erfahrung in seinem täglichen kostenlosen Newsletter Chartanalyse-Trends.