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Wie sich die Einkommensteuerberechnung bis 2009 veränderte

Für alle Steuerzahler veränderte sich die Einkommensteuerberechnung im Jahre 2009 sehr deutlich.

Denn nun wurden die Gewinne aus Kapitalanlagen nicht mehr in der Einkommensteuer versteuert. Die Kapitalertragsteuer gibt es erst seit dem 1.1.2009. Hier wurden erstmals die Kapitalerträge separat vom restlichen Einkommen versteuert.

Im Normalfall gilt, dass alle Gewinne, die mit einer Kapitalanlage erwirtschaftet wurden, mit 25% versteuert werden müssen. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Es kommt also darauf an, wie hoch die Gewinne tatsächlich sind, ob diese Steuerbelastung von 26,38% oder auch 28% (mit Kirchensteuer) nun höher oder niedriger als zuvor ist. Bürger können sich jedoch zu viel gezahlte Steuern zurückerstatten lassen, sollte der individuelle Steuersatz in ihrem Fall günstiger erscheinen.

Steuertarif: Veränderungen im Jahre 2009

Im Vergleich zum Jahr 2008 wurde der Grundfreibetrag im Jahre 2009 angehoben. Bei dem Grundfreibetrag handelt es sich um den Betrag, den eine Person verdienen kann, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. 2008 betrug er noch 7.664 €. Im Jahre 2009 wurde er auf 7.834 € angehoben.

Die anderen Tarifzonen wurden ebenfalls um 400 € aufgestockt und so konnte die als kalte Progression bekannte Steuerbelastung etwas abgeschwächt werden. Diese Steuerbelastung entsteht, wenn die Einkommensteuersätze nicht an die Preissteigerungen angepasst werden. Zudem wurde der Eingangssteuersatz von vorher 15% auf 14% verringert, sodass Geringverdiener entlastet wurden.

Die neue Einkommensteuerberechnung

Die Einkommensteuer für ein Einkommen von 7.835 € bis 13.139 € (Eingangssteuersatz) kann mithilfe des zu versteuernden Einkommens (zvE) ermittelt werden.

Schritt 1: (zvE – 7.835) : 10.000 = A

Der Beginn des Eingangssteuersatzes wird zunächst vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Anschließend wird das Ergebnis durch 10.000 geteilt, um die Kommastellen zu verkürzen.

Schritt 2: A x 939,68 + 1.400 = B

Im zweiten Schritt wird das Ergebnis aus Schritt 1 mit 939,68 (Koeffizient zur Erhöhung des Steuersatzes) multipliziert. Die 1.400 werden hinzuaddiert. Sie ergeben sich aus dem Eingangs-Prozentsatz von 14%. B muss nur auf die letzten 3 Zahlen hinter dem Komma gerundet werden.

Schritt 3: B x A = Einkommensteuer in Euro

Als letztes werden die Ergebnisse aus Schritt 1 und 2 multipliziert und die Einkommensteuer wird auf einen vollen Betrag abgerundet.

Für ein zu versteuerndes Einkommen von 13.140 € bis 52.551 € gelten bei der Einkommensteuerberechnung 2009 die gleichen Rundungsregeln.

Schritt 1: (zvE – 13.140) : 10.000 = A

Der Eingangsbetrag der Tarifzone wird zunächst vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Anschließend wird das Ergebnis durch 10.000 geteilt, um die Kommastellen zu verkürzen.

Schritt 2: A x 228,74 + 2.397 = B

Die Zahl 2.397 ergibt sich aus dem Steuersatz dieser Tarifzone von beinahe 24%. Die 228,74 ist ein Koeffizient, der zur Erhöhung des Steuersatzes in der Formel eingebunden ist.

Schritt 3: B x A + 1.007 = Einkommensteuer in Euro

Die Berechnung der Einkommensteuer für den Spitzensteuersatz (52.552 € – 250.400 €) und die sogenannte Reichensteuer (ab 250.401 €) gestaltet sich etwas einfacher.

Spitzensteuersatz: 0,42 x zvE – 8.064 = Einkommensteuer

Reichensteuer: 0,45 x zvE – 15.576 = Einkommensteuer

Ein Beispiel

Herr Schiller hat ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 11.000 €. Sein Einkommen wird also mit dem Eingangssteuersatz ermittelt:

Schritt 1: (11.000 – 7.835) : 10.000 = 0,3165

Schritt 2: 0,3165 x 939,68 + 1.400 = 1697,409

Schritt 3: 1697,409 x 0,3165 = 537,23 = 537 €

Herr Schiller muss also eine Einkommensteuer in Höhe von 537 € bezahlen.

Fazit: 2009, das Jahr der Steuervorteile

Insgesamt ermöglichte das Jahr 2009 vor allem für Anleger und Investoren steuerliche Vorteile. Die Personen, die aus der neuen Kapitalertragssteuer keine Vorteile zogen, konnten sich das zu viel gezahlte Geld schließlich zurückholen und hatten dadurch auch keinen Nachteil.

29. Januar 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.